30/01/2014

www.gupta-verlag.de/kautschuk

Toyoda Gosei übernimmt Meteor

Die endgültige Übernahme steht noch unter verschiedenen Vorbehalten wie der Zustimmung der Gremien und des Kartellamts sowie der Umsetzung vereinbarter Maßnahmen. Dazu zählen u.a. die Beiträge der Belegschaft sowie die Personalmaßnahmen. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2014 erwartet. "Mit dem Kauf der Meteor Gummiwerke stärkt Toyoda Gosei sein europäisches Geschäft mit Dichtungssystemen für die Automobilindustrie deutlich", sagt Tadashi Arashima, President von Toyoda Gosei. Christopher Seagon, der als Insolvenzverwalter fungierte, kann mit der vorgesehenen Übertragung die beiden Standorte in Bockenem und im thüringischen Worbis sowie insgesamt 1 100 Arbeitsplätze an Toyoda Gosei übergeben. Seagon hat Meteor zwei Jahre in der Insolvenz fortgeführt. Zuvor stand der Zulieferer bereits zwei Jahre unter Aufsicht eines Treuhänders. Das hat dazu geführt, dass Meteor fast vier Jahre bei der Auftragsvergabe nicht berücksichtigt wurde. "Allen Beteiligten, insbesondere Kunden und Interessenten, war aber klar, dass bei Meteor trotz Insolvenz Fertigungs-Know-how und Fachkompetenz erhalten werden konnte", sagt Seagon. "Seit Mitte vergangenen Jahres wurde das Unternehmen wieder bei neuen Aufträgen bedacht." Die neuen Aufträge können nach Aussage Seagons die weggefallenen Aufträge im Umsatz aber nicht kompensieren. Dies hat zur Folge, dass rd. 300 Beschäftigte das Angebot erhalten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Über die Details soll in den kommenden Wochen verhandelt werden, so heißt es. Globales Kompetenzzentrum für komplexe Dichtungssysteme Nach dem erfolgreichen Abschluss der Transaktion soll das Unternehmen in Toyoda Gosei Meteor GmbH umfirmieren. Ein detailliertes Eingliederungskonzept wird derzeit entwickelt. Burkhard Brühl soll das Unternehmen weiterhin als Geschäftsführer leiten. Ein Vertreter von Toyoda Gosei soll Chairman von Meteor werden. Toyoda Gosei habe sich verpflichtet, Investitionen in signifikanter Höhe zu leisten, um die Gläubiger von Meteor zu befriedigen und den Transfer von Neugeschäft zu Meteor zu ermöglichen. Darüber hinaus hieß es, dass die japanische Gruppe Meteor mit prozessualem und operativem Know-how unterstütze, um die Geschäftsentwicklung zu stärken. Daneben soll Toyoda Gosei mit weiteren Investitionen Meteor dabei helfen, Neugeschäft zu akquirieren, und über die internationale Vertriebs- und Produktionsplattform von Toyoda Gosei den Zugang zu neuen Kunden ermöglichen. Es wird erwartet, dass Meteor als Teil der auch von Skaleneffekten profitieren kann, z.B. in der Beschaffung. Um die Technologieführerschaft des Unternehmens zu sichern und einen weiteren Ausbau des Geschäfts in Deutschland und weltweit zu ermöglichen, wird Toyoda Gosei die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen von Meteor stärken, so hieß es weiter. Wie der Insolvenzverwalter weiter bekannt gab, hätten sich alle Beteiligten darauf verständigt, Beiträge zu leisten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Dichtungsspezialisten wieder herzustellen und eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. Hierzu gehören auch OEMs und Tier1, die viel Unterstützung für die Transaktion zeigen. Die erfolgreiche Sanierung erfordere, so heißt es weiter, auch einen Beitrag der Meteor-Mitarbeiter. Entsprechend hat sich Toyoda Gosei mit den Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft IG BCE auf ein Maßnahmenpaket für Deutschland verständigt. Die US-Standorte von Meteor sind davon nicht betroffen. Diese Maßnahmen, von denen einige wie z. B. die vereinbarten Arbeitszeiten nur zeitlich begrenzt gelten, müssen vor dem Abschluss der Transaktion wirksam umgesetzt werden. Zum Verlauf des Insolvenzverfahrens Die Geschäftsführung der Meteor Gummiwerke K. H. Bädje GmbH & Co. KG, Bockenem, hatte Mitte Januar 2012 beim zuständigen Amtsgericht in Hildesheim Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Insolvenzverwalter Seagon konnte sich mit wesentlichen Kunden, Banken und Lieferanten über die Fortführung des Geschäftsbetriebes einigen und so die Weiterbelieferung der Kunden v.a. in der Automobilindustrie fortführen. Anfang Januar 2012 war Seagon vom Gericht als Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Meteor hatte bereits vor dem Insolvenzantrag einen Verkaufsprozess gestartet, der 2011 allerdings scheiterte. Ein bereits unterzeichneter Kaufvertrag mit der indischen Ruia-Gruppe wurde nicht erfüllt, da der Kaufpreis nicht gezahlt werden konnte. Daraufhin stellte Meteor den Insolvenzantrag. Zu diesem Zeitpunkt hatte Meteor knapp 2 000 Beschäftigte, davon ca. 1700 in Bockenem und ca. 240 am Standort Worbis. Derzeit beschäftigt man, nach Angaben des Insolvenzverwalters etwa 1 400 Menschen, 190 davon arbeiten in Thüringen. Durch Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen gelang es in den zurückliegenden beiden Jahren, die Effizienz in der Produktion wiederherstellen u.a. die Qualität entscheidend zu steigern. "Diese Erfolge waren nur möglich, weil Geschäftsleitung, Führungskräfte und Belegschaft trotz dieser langen Phase der Ungewissheit sehr engagiert und hochmotiviert zu Werke gingen. Dafür gilt ihnen mein Dank", kommentierte Seagon. Im Dezember 2013 konnte der Insolvenzverwalter die Beteiligung an der Qingdao Meteor Rubber & Plastics Co. Ltd. China an einen Investor verkaufen. Die frühere Tochtergesellschaft Meteor Weigelt GmbH & Co. KG, Bietigheim-Bissingen, hatte ebenfalls im Januar 2012 beim Amtsgericht Hildesheim Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hatte ca. 100 Mitarbeiter und produziert für die Automobilindustrie Spritzgussteile. Die Vermögenswerte dieses Unternehmens hat der Insolvenzverwalter im November 2012 an die Agor GmbH, Hörselgau, verkauft. Über Meteor Meteor ist ein hochspezialisierter Hersteller von Dichtungen und Dichtsystemen zum Einsatz in Automobilen, Schienen- und Luftfahrzeugen, Gebäuden sowie in Elektro- und Haushaltsgeräten 2011 erwirtschaftete man einen Umsatz von 221 Mio. EUR. Über Toyoda GoseiToyoda Gosei ist ein japanischer Systemanbieter hochwertiger Automobilkomponenten und LEDs. Das Unternehmen wurde 1949 aus Toyota Motor ausgegliedert und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012/13 mit 30 000 Mitarbeitern weltweit Umsätze von etwa 5,6 Mrd. EUR

www.gupta-verlag.de/kautschuk