31.05.2012

Umbruch im Leuchtendesign

Das Unternehmen Jake Dyson http://jakedyson.com hat auf der New York Design Week 2012 eine LED-Tischlampe präsentiert, die bei normaler Nutzung 37 Jahre lang Licht spenden soll. Erreicht wird dies durch ein Kühlsystem, das die Lebensdauer der Dioden und elektronischen Bestandteile enorm verlängert. Silvia Bensel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Technischen Universität Berlin http://tu-berlin.de , hält eine solche Laufzeit theoretisch für machbar und sieht gegenüber pressetext einen beginnenden Umbruch im Leuchtendesign.

Der Arm, an dessen Ende die LED-Dioden angebracht sind, fungiert bei der Lösung von Jake Dyson als Heatsink. Darin eingebettet sind vakuumdichte, flüssigkeitsgefüllte Kupferröhrchen. Über sie wird die entstehende Hitze abgeführt und über den Arm schließlich an die Umgebung abgegeben. Ein Prinzip, das etwa auch bei der Kühlung von Computerprozessoren oder Grafikkarten oft zum Einsatz kommt, berichtet Inhabitat.com. Die Temperatur soll damit auf einem unkritischen Niveau gehalten werden.

Wärmeentwicklung in der LED-Technik ist ein relevanter Problemfaktor ist. Dass viele der Lampen oft bereits vor Ablauf der ausgewiesenen Lebensdauer von 10.000 Stunden oder mehr - diese zeigt an, über welchen Nutzungszeitraum der Lichtstrom um 20 (LM80), 30 (LM70) oder 50 (LM50) Prozent abnimmt - ganz oder teilweise ausfallen, liegt allerdings nicht alleine daran.
So sind je nach Produkt fallweise auch minderwertige Bauteile für den frühzeitigen Tod verantwortlich. Nicht selten sind Beschädigungen des Halbleiters und von Elektronikbauteilen wie Kondensatoren Ursache für das Ausgehen des Lichtes, jedoch sind auch die Dioden selbst empfindlich gegenüber hohen Temperaturen, erklärt die Lichttechnikerin.

Besonders bei Leuchten mit kompakter Bauform, die oft der klassischen Glühbirne nachempfunden sind, wiegt das Problem umso schwerer. Hier steht der Kunde vor der Wahl, entweder viel Geld in eine Lampe mit integrierter Kühllösung zu investieren, oder zu einer günstigeren Alternative mit geringerer Lebensdauer zu greifen. "Es werden aber nur die wenigsten bereit sein, 50 Euro für ein Haushaltsleuchtmittel auszugeben", meint Bensel.

Die Expertin sieht die Energiesparlampe als aktuell tauglichste und wirtschaftlichste Lösung zum Ersatz von klassischen Glühlampen an. Mit dem Einzug der LED-Technologie wird sich ihrer Einschätzung nach das Design der Lampen auf lange Sicht dramatisch ändern. Wie an vielen Neuentwicklungen bereits zu erkennen ist, geht der Trend von der klassischen Birnenform hin zu flachen Panels, die sowohl gleichmäßige Ausleuchtung erlauben als auch über ihre Fläche zu weniger Hitzestau führen.