10.02.2010

Umfrage: Deutsche Kunststoffindustrie nach harter Landung im Aufwind

Die Geschäftsentwicklung in der deutschen Kunststoffindustrie übertraf im zweiten Halbjahr 2009 die Erwartungen deutlich, und die Branche rechnet auch für die erste Jahreshälfte 2010 mit besseren Geschäften. Die Mehrheit der Unternehmen ist zuversichtlich, dass sich dieser Aufwärtstrend spätestens zur Jahresmitte stabilisieren und in eine solide Erholungsphase münden wird. Eine Rückkehr auf das Vorkrisen-Niveau wird jedoch frühestens für 2011 erwartet. Dies berichtet der Branchendienst gemäß chemie.de"KI - Kunststoff Information" als Ergebnis seiner 18. Umfrage zur Kunststoff-Konjunktur. KI befragt seit 2001 im halbjährlichen Rhythmus Führungskräfte der Kunststoffindustrie zu Geschäftsverlauf und -erwartung, Investitionen und Beschäftigung.

Zur Jahresmitte 2009 hatte sich die konjunkturelle Trendwende bereits abgezeichnet. Zwei Drittel der Unternehmen berichteten damals noch über schlechtere Geschäfte im ersten Halbjahr, doch die Erwartungen für das zweite Halbjahr waren bereits optimistisch: 42 Prozent rechneten mit einer positiven, 40 Prozent mit einer zumindest unveränderten Entwicklung. Tatsächlich aber liefen die Geschäfte in diesem Zeitraum sogar für 60 Prozent der Unternehmen besser und für 27 Prozent unverändert. Die unerwartet positive Entwicklung bezieht sich gleichermaßen auf Inlandsgeschäft und Export, und auch zwischen den einzelnen Teilbranchen zeigen sich kaum Abweichungen. Innerhalb der kunststoffverarbeitenden Unternehmen fällt auf, dass größere Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten für die zweite Jahreshälfte überdurchschnittlich häufig eine positive Entwicklung meldeten. Diese Gruppe hatte aber auch vorher seit Mitte 2008 überproportional schlechte Entwicklungen zu verzeichnen.

Für die erste Jahreshälfte 2010 erwarten 46 Prozent der Unternehmen eine positive und 44 Prozent eine stabile Geschäftsentwicklung. Dieser Optimismus spiegelt sich noch nicht in der Investitionsplanung wider: 28 Prozent planen höhere Investitionen als 2009, 49 Prozent lassen sie unverändert und 23 Prozent werden weniger investieren. Nach Angaben der Unternehmen ist mit einer Stabilisierung der Beschäftigungslage zu rechnen, denn 69 Prozent planen eine konstante Mitarbeiterzahl, 15% wollen Stellen abbauen und 16 Prozent neue Stellen schaffen.

Auf die Frage "Wann beginnt in Ihrem Industriezweig eine solide Erholung?" antworteten insgesamt 26 Prozent der Befragten mit "Hat schon begonnen", acht Prozent mit "Anfang 2010" und 28 Prozent mit "Mitte 2010". 38 Prozent rechnen mit einer soliden Erholung erst im kommenden Jahr. Das Bild in den Industriezweigen selbst ist uneinheitlich, wobei Maschinenbau und Kunststoffverarbeitung besonders prägnant sind. Im Maschinenbau ist der Anteil derjenigen, die eine solide Erholung als "schon begonnen" erachten, mit 18 Prozent am geringsten, aber auch der Anteil Antworten "nicht vor 2011" mit 32 Prozent am niedrigsten. Diese Ansicht vertreten jedoch 44 Prozent der Kunststoffverarbeiter, was den Spitzenwert unter den Industriezweigen darstellt.

Die Rückkehr auf ein Geschäftsniveau wie vor der Finanzkrise sehen rund die Hälfte der Unternehmen bis zum Jahresende 2011. 41 Prozent erwarten dies erst später als 2011 und 10 Prozent der Unternehmen rechnen zunächst überhaupt nicht mit Erreichen des Vorkrisen-Niveaus.

Quelle: chemie.de