05.06.2015

Universität Rostock

Umwelt-Oscarverleihung: Projekt „Biobind“ der Uni Rostock auf Platz 2

Das Verbundprojekt BIOBIND unter Gesamtprojektleitung von Prof. Dr.-Ing. Fokke Saathoff vom Lehrstuhl für Geotechnik und Küstenwasserbau der Agrar-und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Uni Rostock hat zwei große internationale Preise erhalten: Der „GreenTec Awards“, Europas größter Umwelt-und Wirtschaftspreis, geht an innovative Projekte, die Maßstäbe in Sachen Umwelttechnologien setzen. Mit dem „Galileo Wissenspreis“ werden Erfindungen und Initiativen ausgezeichnet, die einen verantwortungsvollen Lebensstil im Einklang mit der Umwelt unterstützen und das Thema Nachhaltigkeit vorantreiben. BIOBIND gewann die Silbermedaille in beiden Kategorien.

Worum geht es bei Biobind? „Wir haben ein luftgestütztes Ölhavariebekämpfungssystem als Ergänzung zu anderen Systemen entwickelt“, sagt Prof. Saathoff. Es ermögliche eine schnelle Analyse und Überwachung von Ölverschmutzungen auf See sowie eine zeitnahe Bekämpfung und Reinigung, vor allem in küstennahen Bereichen und Flachwassergebieten bei schlechtem Wetter mit hohem Seegang. Im Klartext: Bei Ölkatastrophen in unseren Meeren könnte die Rettung demnächst vom Himmel fallen. Dabei werden biologisch abbaubare Binder (Aktenordner) aus Holzfaserstoffen mit Mikroorganismen bestückt und von Flugzeugen aus abgeworfen. BioBind ermöglicht eine zeitnahe Bekämpfung und Reinigung in den Gewässern. Mit einem extra entwickelten System werden die Binder geborgen und ihrer Verwertung zugeführt.

Professor Saathoff: „Was sich so einfach anhört -das Erkennen des Ölteppichs, das Vorhersagen der Verdriftung, das Heranziehen von ölabbauenden Mikroorganismen kombiniert mit Ölanalysen, die Entwicklung der Holz-Binder, das Tränken dieser Binder mit den Mikroorganismen, der Abwurf aus dem Flugzeug, die landseitige oder noch mehr die seeseitige Bergung der Binder mit Netzen, das Entsorgen und nicht zu vergessen das ganze Management der einzelnen Partner- war wirklich eine große Herausforderung für die Forschung und konnte nur als Team bewältigt werden.“

Uni-Rektor Professor Wolfgang Schareck würdigt die Forschung des Teams um Professor Saathoff als „innovativen Umweltschutz“, der dem Land MV gut zu Gesicht stehe. Seine exzellente Forschung, die gut in die Profillinie Maritime Systeme passe, verknüpfe Prof. Saathoff als Hochschullehrer mit einer soliden Ausbildung der Studierenden.

Das Verbundprojekt BIOBIND zum Thema Ölhavariebekämpfung wurde von den Gutachtern im November 2014 in der Kategorie „Wasser & Abwasser“ unter die TOP 10 gewählt. Gleichzeitig mit Erreichen dieses Levels wurden die 14 Kategorien durchforstet und insgesamt nur ganze 10 Projekte aus den 140 nominierten ausgewählt und für den ProSieben - Sat 1- Galileo Wissenspreis nominiert. Auch hier wurde BIOBIND in die Top 10 gewählt. Nach dieser Vorauswahl der Jury fand eine öffentliche Online-Abstimmung statt, die einen neuen Rekord von über 100 000 registrierten Stimmabgaben aufgestellt hat.

Anfang 2015 stand nach der Online-Abstimmung fest, dass BIOBIND in der Kategorie „Wasser & Abwasser“ des GreenTec Awards auf Platz 2 und beim ProSieben - Sat 1- Galileo Wissenspreis auf Platz 1 lag. Alle Sieger wurden für das „RECALL“ gesetzt und in jeder Kategorie wurden erneut von Gutachtern die Projekte der Plätze zwei bis zehn neu bewertet und nur zwei weitere Ideen, unabhängig vom Ausgang der Online-Abstimmung, in die Top 3 gewählt. Vertreten waren sowohl international bekannte Marken wie BMW oder G-Star als auch renommierte Universitäten und Institutionen wie das Fraunhofer Institut. Ebenso im Rennen um den ersten Platz befanden sich Unternehmen aus der Energiebranche wie RWE und Naturstrom sowie engagierte Start-ups wie the Ocean Cleanup aus den Niederlanden. BIOBIND war im Februar 2015 in beiden oben genannten Kategorien erneut unter den Top 3 dabei.

Prof. Saathoff: „Natürlich sind wir als gesamtes Projektteam stolz auf diese beiden Preise, insbesondere auf den 2. Platz beim Umweltoscar, dem ProSieben - Sat 1- Galileo Wissenspreis. Warum die Prominentenjury uns allerdings vom ersten Platz gestoßen hat, den wir nach der Online-Abstimmung mit mehr als dreimal so viel Stimmen als die Konkurrenz noch innehatten, wurde nicht ganz klar. Aber Platz 2 von 250 ist ja auch nicht schlecht.“

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