11.04.2010

Untersuchung: Marktstudie zu Arbeitsplanungssoftware

Welche Funktionen bietet auf dem Markt befindliche Arbeitsplanungssoftware? Wie zufrieden sind die industriellen Kunden? Welche Trends in der Arbeitsplanung bilden sich ab? Antworten liefert eine aktuelle Marktstudie, durchgeführt vom Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover.

Wirtschaftsingenieurin Barbara Dengler und Diplomingenieur Friedrich Charlin vom IFW waren positiv überrascht: Acht führende Anbieter von Arbeitsplanungssoftware hatten sich auf ihre Anfrage hin bereit erklärt, an der Marktstudie teilzunehmen und auch ihre Kunden um eine Teilnahme zu bitten. "Wir hatten am Ende Fragebögen von den Anbietern und 80 Anwendern vorliegen - davon 64 Großunternehmen und 16 Unternehmen aus dem Mittelstand, in der Mehrzahl aus den Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Fahrzeugtechnik." Die Fragebögen ergänzte das Forscherteam durch Expertengespräche mit den Systemanbietern.

Bei produzierenden Unternehmen kommt der Arbeitsplanung eine zentrale Rolle zu: Sie verbindet die Konstruktion mit der Fertigung. Sie macht aus konstruktiven Vorgaben ein komplexes Programm von Arbeitsanweisungen und -abläufen. Idealerweise berücksichtigt sie dabei gleichermaßen die aktuelle Verfügbarkeit der benötigten Mitarbeiter, Maschinen, Werkzeuge und Messmittel, außerdem die Prioritäten verschiedener Aufträge, die Termintreue und die Wirtschaftlichkeit aller Prozessschritte. Ebenso werden die Kosten eines Bauteils wesentlich festgelegt. Gute Arbeitsplaner verbinden ihre Fachkenntnis mit viel eigener Erfahrung.

Im Vergleich mit den benachbarten Produktionsbereichen Konstruktion und Fertigung, aus denen entsprechende Software kaum wegzudenken ist, findet man in der Arbeitsplanung aber vergleichsweise selten kommerzielle Softwareunterstützung - viele Unternehmen planen noch "von Hand". Der Grund: Es ist nicht einfach, das komplexe und vielfältige Wissen, das für die Arbeitsplanung gebraucht wird, in einer Software zu hinterlegen.

Umso spannender erschien es den Wissenschaftlern aus dem Bereich Fertigungsplanung und -organisation des IFW festzustellen, welche Funktionen heute eingesetzt werden, wie Anwender diese Funktionen beurteilen und natürlich: Wohin die Reise in der Arbeitsplanung geht.

"Es ging uns nicht darum, Noten für die Software-Anbieter zu vergeben oder eine Rangliste zu erstellen", erklärt Dengler. "Das ist schon deshalb nicht möglich, weil jeder Anbieter mit seiner Software eigene Nischen besetzt." Unter den Ergebnissen ist eins für potenzielle künftige Nutzer von Arbeitsplanungssoftware möglicherweise am interessantesten: Die Mehrzahl der Anwender ist mit der Qualität der Planungsdaten und der Zuverlässigkeit des jeweils verwendeten Systems zufrieden - ein Viertel sieht weitere Verbesserungspotenziale zur Reduzierung des Datenaufwands in der Planung. Ein Teilergebnis, das natürlich auch die Anbieter interessieren dürfte. Für die Anbieter und die Wissenschaftler aus dem IFW gleichermaßen wertvoll ist ein weiteres Ergebnis: Der Trend geht hin zu intelligenteren, ergonomischen Systemen, die Expertenwissen integrieren und den Automatisierungsgrad bei der Arbeitsplanerstellung erhöhen.

Die Forscher vom IFW arbeiten seit Jahren im Bereich der Fertigungsplanung und -organisation. Ihre Themen sind unter anderem die integrierte Arbeitsplanung und Fertigungssteuerung, die Prozesskettenauslegung und -optimierung sowie Arbeiten zur CAD/CAM-Prozesskette und zur virtuellen Steuerung. Mit ihrer Marktstudie konnten sie nicht nur relevante Ergebnisse für ein sich stark entwickelndes Marktsegment erheben, sondern auch ihre wissenschaftliche Arbeit mit den Anforderungen der industriellen Praxis weiter verzahnen.

Quelle: Leibniz Universität Hannover

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