02.11.2010

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VDMA: Kunststoff- und Gummimaschinen in Europa: Zweistelliges Plus für 2010 in Sicht

"In allen EUROMAP- Ländern hat die Nachfrage nach unseren Maschinen stark angezogen und wir werden das Jahr 2010 gemeinsam mit einem Plus zwischen 10 und 15 Prozent, abschließen.", freut sich Bernhard Merki, Präsident von EUROMAP, dem europäischen Komitee der Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen. Die Leitmesse K 2010 hat sich dabei als ein Anker gezeigt - in Mitten der Wirtschaftskrise in 2009 haben sich alle maßgeblichen Hersteller im EUROMAP- Verbund zur Teilnahme als Aussteller angemeldet. Merki weiter: "Die vor einem Jahr geäußerte Hoffnung, zur K 2010 wieder einen positiven Trend im europäischen Kunststoff- und Gummimaschinenbau zu sehen, hat sich damit glücklicherweise bewahrheitet".

Produktion in Europa bricht 2009 ein
Das Jahresergebnis 2009 war für die im EUROMAP- Verbund zusammengeschlossenen Länder mehr als ernüchternd: der Produktionswert ging auf 13.258 Mio. Euro zurück - das ist ein Minus von 24,5 Prozent gegenüber dem Rekordwert von 2008. Der Einbruch im Bestelleingang hatte im vierten Quartal 2008 begonnen und setzte sich bis in die Sommermonate des darauf folgenden Jahres fort.

Den rechnerisch stärksten Einbruch erfuhr der Kernmaschinenbau mit einem Rückgang des Produktionswertes um 30,2 Prozent. Die peripheren Ausrüstungen lagen um 27,7 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Geringere prozentuale Produktionsrückgänge zeigten die Werkzeuge und Formen mit minus 10,4 Prozent sowie die Flexodruckmaschinen, die um 10,2 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück blieben.

Für den Anteil der EUROMAP- Länder am Weltmarkt - jeweils gemessen am Kernmaschinenbereich - errechnet sich in 2009 bei der Produktion ein Wert von 45,5%; im Jahr zuvor betrug dieser Anteil noch 50,3%. Der Weltproduktionswert ging in 2009 lediglich um 22,8% zurück, da der Maschinenbau in China dank umfassender staatlicher Infrastrukturinvestitionen den Konjunktureinbruch recht schnell überwunden hatte.

Exportlieferungen aus Europa gehen 2009 stark zurück
Mit wenigen Ausnahmen zeigten die Absatzmärkte europäischer Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen Nachfrageschwächen in 2009. Alle großen Absatzregionen waren mehr oder weniger gleichzeitig ausgefallen - das war eine neue Erfahrung für die Branche. Zwar zog das Exportgeschäft mit Asien schon bald wieder an, konnte jedoch die Ausfälle der anderen Märkte nicht kompensieren. Das zeigte sich deutlich in den Jahresergebnissen, bei denen die Exportlieferungen der EUROMAP - Länder um 29,5 Prozent hinter den Rekord-Vorjahreswerten zurück blieben; der Exportwert ging auf 8.797 Mio. Euro zurück.

Auch im Export hat der Kernmaschinenbereich den stärksten Anteil am Rückgang: er fiel mit 33,7 Prozent um ein Drittel hinter das Vorjahr zurück.

Der Anteil der EUROMAP- Länder am weltweiten Export von Kunststoff- und Gummimaschinen (Kernmaschinenbau) ging in 2009 von 56,9 auf 52,5 Prozent zurück.

Auftragseingang setzt Aufschwung ungebrochen fort
Im vierten Quartal 2009 schließlich, rund ein Jahr nach dem Einbruch, zeigte der Auftragseingang in allen Mitgliedsländern erstmals wieder positive Veränderungsraten. Diese Entwicklung setzte sich in 2010 kontinuierlich und noch verstärkt fort.

Die Bestellungen kommen insbesondere aus den europäischen Ländern und aus Asien - hier stechen insbesondere China und Indien weiterhin heraus - aber auch aus Brasilien und Mexiko zieht die Nachfrage wieder kräftig an.

Sorgen bereitet den europäischen Herstellern von Kunststoff- und Gummimaschinen aktuell die Wechselkursentwicklung: insbesondere der relativ starke Euro verteuert in US-Dollar fakturierte Geschäfte.

Ausblick 2010 und 2011
Auf der Basis steigender Nachfrage hatten die EUROMAP- Länder im Frühjahr dieses Jahres vorsichtig zurückhaltend ein gewichtetes Produktionswachstum von über 6 Prozent prognostiziert. Nachdem die hohen Zuwachsraten auch über den Sommer hinweg anhielten, wird für das Gesamtjahr mit einem Plus zwischen 10 und 15 Prozent gerechnet.

Auch für das kommende Jahr rechnen die Länder im EUROMAP- Verbund mit einer Fortsetzung des Produktionswachstums.

Produktpiraterie nimmt zu
Sorge bereitet EUROMAP die zunehmende Produktpiraterie. Nach einer aktuellen Umfrage innerhalb des EUROMAP- Verbundes haben die durch Produktpiraterie entstandenen Schäden in den letzten drei Jahren zugenommen. "Den Gesamtschaden für die europäischen Kunststoff- und Gummimaschinen-Hersteller schätzen wir auf etwa 800 Mio. Euro.", berichtet Luciano Anceschi, Vize-Präsident EUROMAP, "das ist ein alarmierender Wert". 18 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Schäden durch Produktpiraterie zwischen 10 bis 20 Prozent ihres Umsatzes ausmachen; weitere 12 Prozent nehmen sogar größere Schäden an. China ist mit Abstand das Land, in dem nach Einschätzung der Befragten die größte Produktion von Plagiaten stattfindet, gefolgt von der Türkei und Indien.