17.06.2014

www.plasticker.de

VDWF: 21. Hauptversammlung der Deutschen Werkzeug- und Formenbauer

Am 27. März 2014 trafen sich die Mitglieder und Sponsoren des Verbands der Deutschen Werkzeug- und Formenbauer zur alljährlichen Hauptversammlung. Rund 75 Teilnehmer folgten der Einladung des VDWF und reisten nach Oberndorf im Landkreis Rottweil zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Zu Gast beim Erodiertechnik- und HSC-Fräs-Spezialisten exeron, wurden umfangreiche Neuigkeiten über die Entwicklung und die Aktivitäten des Verbands präsentiert.

Berichte des Präsidenten und des Geschäftsführers
Pünktlich um 9.30 Uhr begrüßte Präsident Prof. Dr.-Ing. Thomas Seul die Verbandsmitglieder in der Tagungsstätte, dann stellten sich die Anwesenden in der großen Runde kurz vor. Geschäftsführer Heiko Semrau berichtete im ersten offiziellen Teil der Veranstaltung von den Aufgaben und Herausforderungen in seinem ersten Amtsjahr und verwies auf den erneuten Mitgliederzuwachs sowie auf den ausgeglichenen Haushalt, wie im Finanzbericht des Vorstands und im Bericht der Kassenprüfer im Anschluss der Veranstaltung belegt wurde.

Professor Seul gab einen Rückblick auf das Jahr 2013. Unter anderem berichtete er über seine Aufgaben als Repräsentant des Verbands sowie von seinen Besuchen bei Veranstaltungen und bei Unternehmen, aber auch von der Exkursion an den Bosporus, bei der sich die VDWF-Delegation ein Bild des türkischen Marktes und der "türkischen Konkurrenz" machen konnte. Resümierend kam Seul zu dem Schluss, dass sich die Marke "Deutscher Werkzeug- und Formenbau" stetig und "unglaublich gut" weiterentwickelt - und sich dadurch mit einer äußerst soliden Basis etabliert habe.

Dennoch gelte es für die heimischen Betriebe, stets weiter an sich zu arbeiten. "Gerade bei den Themen, die das einzelne Unternehmen nur schwer im Tagesgeschäft stemmen kann, gilt es für den VDWF umfassend Präsenz zu zeigen und den Fokus auf die Punkte zu lenken, die die Verbandsmitglieder besonders berühren, wo sie besonders Unterstützung benötigen", erklärte Seul. Der Präsident sieht hier drei wesentliche Säulen der Verbandsarbeit:

Beim Marketing muss der VDWF über Lobbyarbeit als Interessenvertretung in der Wirtschaft und in der Politik agieren.

Auch bei der Aus- und Weiterbildung tritt der Verband als aktiver Kooperationspartner und nicht "nur" als Berater auf.

In angewandten Forschungsprojekten formuliert der VDWF übergreifende Fragen, die wiederum im Verband als Netzwerkprojekte beantworten werden.
In diesem Zusammenhang stellte Professor Seul für den Werkzeug- und Formenbau relevante Ergebnisse der "Roadmap-Studie Maschinenbau Thüringen" vor. Eine gezielte Verbandsumfrage im Rahmen dieser Forschungsarbeit, bei der Thomas Seul die Arbeitsgruppe leitete, führte den Präsidenten neben der Eigensituationsanalyse der Unternehmen vor allem zu der Erkenntnis, dass ein Unternehmen erst die Prozesse des eigenen Kunden verstehen müsse, um dann das Produkt bestmöglich für ihn vorbereiten zu können. Das stelle den "wahren Schlüssel zum Erfolg" dar. "Auch vor diesem Hintergrund ging der Verband erst vor kurzem die Kooperation mit dem Werkzeugbau-Institut Südwestfalen (wi-swf) ein", berichtete Seul. Denn von dieser "perfekten strategischen Ergänzung" als Bindeglied zwischen Branchennetzwerk und technischem Know-how würden alle Beteiligten profitieren.

Projektarbeit im Verband
Einen besonderen Schwerpunkt der Hauptversammlung setzte die Diskussion über die künftige strategische Ausrichtung der VDWF-Messepräsenzen. Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Landesmesse Stuttgart, stellte diesbezüglich den Anwesenden das Konzept für eine neue Branchenmesse in der baden-württembergischen Landeshauptstadt vor. Dabei ist vorgesehen, dass der VDWF, der VDMA und der VDW als Fach- und Projektpartner für die Ausrichtung der geplanten Messe die ideelle Verantwortung mittragen. "So könnte eine einmalige Synergie auf dem deutschen Messepanorama entstehen, mit direkter Einflussnahme der Branchenverbände und daher mit der großen Chance für uns, etwas zu verändern", betonte Heiko Semrau mit großer Zuversicht. Die Vorstellung des Messeprojekts sorgte dann auch für viele Wortmeldungen und zu äußerst konstruktiven Gesprächen unter den Verbandsmitgliedern - die sich in der Folge bei der Abstimmung mit nur einer Enthaltung für eine Beteiligung des VDWF an der "Moulding Expo" aussprachen.

Nach dem Mittagessen standen dann weitere Abstimmungen auf dem Programm. Unter anderem kam auch die Frage auf den Wahlzettel, ob der Messeauftritt des Verbands neu geplant werden soll. Diese wurde ebenfalls durch ein fast einstimmiges Bekenntnis der Mitglieder mit "Ja" beantwortet.

Die Entwicklung der VDWF-Ausbildungsinitiative wurde in einem weiteren Tagesordnungspunkt von Ausbildungsvorstand Markus Bay dargelegt. Die Ausbildungsinitiative stelle sich weiterhin als großartige Bereicherung für alle involvierten Parteien heraus. Neben den "verbandseigenen Studiengängen" an der FH Schmalkalden stellte Bay auch die im letzten Jahr eingeführten zweiwöchigen überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen vor. "Die Lehrlinge profitieren durch ihren enormen Vorsprung an Wissen und Erfahrung", sagte Bay und hob dabei besonders hervor, dass die teilnehmenden Schüler "über den üblichen Lehrplan hinaus" vor allem Know-how rund um den Spritzguss-Prozess vermittelt bekommen. Eine Tatsache, die die "Jungs und Mädels" mit ihrem zusätzlichen Wissen befähige, "selbständiger zu arbeiten und dem Unternehmer so über kurz oder lang auch Geld zu sparen", erklärte Bay.

Der letzte Teil der Hauptversammlung bestand in der Vorstellung eines Schulungskonzepts von Dr. Helmut Weinzierl und Benedikt Müller von der Zahlenwerk GmbH aus München zum Thema "Grundlagen der Betriebswirtschaft - praktisch und anwendungsnah vermittelt".

Auszeichnung der Jubilare
Für ihre 10-jährige Mitgliedschaft im Verband wurden die μ-Tec GmbH (Chemnitz), die Amberger Werkzeugbau GmbH (Sulzbach-Rosenberg), die Bosch+Heck GmbH (Laichingen), die Cimatron GmbH (Ettlingen), die Eitech GmbH (Pfaffschwende), die Form-Technik Normalien GmbH (Laichingen), der Franz Gsodam Maschinenbau (Römerstein), Kind-tec (Wernau), die Kummer Werkzeugbau GmbH (Gummersbach) und die Werz Vakuum-Wärmebehandlung GmbH (Gammertingen-Harthausen) ausgezeichnet. Des Weiteren erhielt David Erz (Werkzeugbau Erz, Laichingen) für sein 10-jähriges Jubiläum als Kassenprüfer eine persönliche Ehrung.

Firmenrundgang bei exeron
Im Anschluss an den offiziellen Teil konnten die VDWF-Mitglieder, in mehrere Gruppen aufgeteilt, die Betriebsstätte des Gastgebers exeron GmbH erkunden. Durchweg beeindruckt zeigten sich die Mitglieder von der gezeigten Qualität bei der Maschinenfertigung, aber auch vom durchdachten Arbeitsumfeld und vom freundlichen Betriebsklima, das sich laut Geschäftsführer Gerd Götz "natürlich auch in der Güte der exeron-Produkte widerspiegeln soll". Auch die Möglichkeit, Maschinen live bei der Bearbeitung von Probe-Werkstücken zu begutachten, führte zu einem rundum informativen Einblick in die Betriebs- und Fertigungsstrukturen des Schwarzwälder Unternehmens.

Ein gemütliches Beisammensein im Hotel-Gasthof Löwen im benachbarten Dornhan bildete den Ausklang der VDWF-Tagesveranstaltung.

Die nächste Hauptversammlung ist für den 23. April 2015 beim Werkzeug-Dienstleister und Systemlieferanten Hahn&Kolb in Ludwigsburg angekündigt.

Weitere News im plasticker