21.02.2014

www.gupta-verlag.de/polyurethane

Vom 14. CAR-Symposium in Bochum

Dudenhöffer referierte in seiner Begrüßung zunächst die neuen Zahlen der Weltautomärkte. Laut seiner Prognose werden im Jahr 2025 weltweit 107,7 Mio. Pkw-Neuwagen verkauft werden. Im Jahr 2013 waren es weltweit 71,2 Mio. Pkw.* Polyurethan ist ein echter Innovationsträger - das wurde gleich mehrfach beim CAR-Symposium deutlich. Zu den Ausstellungsfahrzeugen gehörte u. a. ein BMW i3, bei dem PU nicht nur als Klebstoff für die Composites-Haut des Life Moduls, sondern bspw. auch in den Sitzen eingesetzt wird. In der begleitenden Firmenausstellung gab es am Stand von Frimo den Street Shark mit seiner PU-Haihaut zu sehen. Dass heute im Schnitt mehr als jedes dritte weltweit produzierte Auto ein Teil von Brose enthält, ist nicht unerheblich der Verdienst von Michael Stoschek, der das Coburger Unternehmen im Familienbesitz in über 30 Jahren von 1 000 auf 22 000 Mitarbeiter weltweit ausgebaut hat. Der charismatische Manager stand Dudenhöffer im Unternehmensgespräch zur Frage "Was ist die Substanz dessen, was eine Unternehmen ausmacht?" Rede und Antwort. Wichtig sei gewesen, so Stoschek, das Fundament für diesen Wachstumsprozess richtig zu verankern. Ein Element des Unternehmenserfolgs ist bei Brose sicher auch der ausgeprägte und wohlorganisierte Familiensinn, der u.a. in einem spezifischen "Governance Kodex" seinen Ausdruck findet. "Ganz nebenbei" gebührt Stoschek auch das Verdienst, einen legendären Straßenrennwagen der 70er Jahre zu neuem Leben erweckt zu haben. In der Ausstellung in Bochum war der "New Stratos", die von Stoschek initierte spektakuläre Neuauflage des Lancia Stratos zu bewundern, der u.a. vom Top Gear Magazine als bester Sportwagen des Jahres ausgezeichnet worden war. Erstmals auf einem Kongress in Deutschland stellte der Vice Chairman des neuen chinesischen Autobauers Qoros Auto Co. Ltd., Volker Steinwascher, die Strategie seines Unternehmens vor. Mittlerweile sind in China die ersten Qoros-Händlerbetriebe eröffnet und spätestens 2015 soll man Qoros Autos auch in Europa kaufen können. Für Aufregen sorgte der asiatische Autobauer vor kurzem, als das Modell Qoros 3 mit fünf EURO-NCap-Sternen, der Bestnote in dem Sicherheitstest, ausgezeichnet wurde. Steinwascher, der lange Jahre bei VW war und sein Chef-Designer Gert Hildebrand, der zuvor für Mini zeichnete, gaben in einer Pressekonferenz den Journalisten weitere Auskunft zur Strategie des Unternehmens. Ende 2013 sei der erste Qoros ausgeliefert worden, man verfüge über eine installierte Kapazität von 150 000 Stück. Die aktuelle Tagesproduktion liegt bei ca. 1500 Stück, die im Ein-Schicht-Betrieb gefertigt werden. Für Mitte 2014 ist der Schwenk auf Zwei-Schicht-Betrieb vorgesehen. Derzeit habe man 22 Händler in China, ein europäischer Händler auf dem Testmarkt Slowakei soll folgen. Ein Hybrid sei in der Planung. BMW Produktionsvorstand Krüger erläuterte, dass es ein "Muss" sei, ein Null-Emissionsfahrzeug auch mit nachhaltigen Produktionsmethoden zu bauen. Die gesamte elektrische Energie zur Herstellung des i3 im Werk Leipzig wird regenerativ gewonnen, 50 % Energie wird gegenüber dem konventionellen Fahrzeugbau eingespart. Zusätzlich konnten die Prozesse im Lackierbereich so gestaltet werden, dass 70 % weniger Wasser im Lackierungsprozess des BMW i3 benötigt wird. Dass Stahl auch in Zeiten des vielbeschworenen Leichtbaus eine tragende Rolle spielt, führte Heinrich Hiesinger von Thyssen Krupp aus. Neue leichte, hochfeste Stähle, die ressourcenschonend produziert werden, helfen der Automobilindustrie, Gewicht zu sparen und eine gute CO2-Bilanz zu erreichen. Das Unternehmen, das wie kaum ein anderes mit dem Ruhrgebiet verbunden ist, macht heute nur noch etwa 30 % seines Umsatzes mit Stahl; allerdings rd. 25 % des gesamten Konzernumsatzes mit der Automobilindustrie erlöst. Zahlreiche Diskussionen in Bochum drehten sich um die richtigen Unternehmensausrichtungen in Technik und Management, um vom Wachstumsprozess der Branche zu partizipieren. Vertiefende Informationen hierzu boten Expertenvorträge, die in verschiedenen Themensektionen kurz und prägnant über einzelne Aspekte informieren. Ergänzend zum Kongress fand am 29. Januar die CAR-connects statt, die mit ca. 2000 teilnehmenden Studierenden und Hochschulabsolventen größte deutsche Karriere-Messe für die Automobilindustrie. *Die vollständige Prognose Dudenhöffers zu den Weltautomobilmärkten kann in unseren Zeitschriften GAK und PU Magazin nachgelesen werden.
PDF-Anforderung unter service@gupta-verlag.de  

www.gupta-verlag.de/polyurethane