25.03.2013

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Von den Fachmessen Z und Intec in Leipzig

Ausstellungsgebiete der Zuliefermesse Aus dem Messekatalog geht hervor, dass sowohl bei der Zuliefermesse als auch bei der Intec die Unternehmen vertreten waren, die eine führende Position auf ihrem Gebiet haben. Gleichzeitig waren zahlreiche Hochschul- und Forschungsinstitute mit ihrem Forschungs- und Dienstleistungsangebot vertreten [2]. So wurde den Messebesuchern ein sehr guter Überblick über das Marktangebot vermittelt. Die Messestände lieferten viele Anregungen für Qualitäts- und Preisvergleich sowie für Kaufentscheidungen. Ein weiterer Vorteil war die unmittelbare Nähe zur Intec. Das Angebot der Zuliefermesse reichte von kleinen Teilen aus Kunststoffen, Gummi und Verbundwerkstoffen bis zu Entwicklungs- und Konstruktionsdienstleistungen und bis zu Verpackungsanlagen. Im Messebeirat wurde eingeschätzt, dass die Leipziger Zuliefermesse 2013 einen wichtigen Schritt zu einer europäischen Zuliefermesse erreicht hat. Die folgende Übersicht vermittelt eine Vorstellung von dem inzwischen erreichten Messeangebot [3].Komponenten, Füge-, Verbindungs-, Montageprozesse
mit industriellen Verbindungs- und Sicherungselementen, Komponenten, Konstruktionen, Apparaten, Behältern, Komplexen Betriebsausstattungen für Teilefertigung, Fügen, Verbinden, Montieren, Reinigen, Handhabungs- und Automatisierungstechnik, mechatronischen Systemen.Halbzeuge, gefertigte Komponenten, Verfahren als technologische Zulieferungsleistung
mit Guss, Form- und Gießverfahren, Gusswerkstoffen, Halbzeugen, Schmiedeteilen, Schmieden, Sinterteilen, Sintern, spanlos geformten Teilen aus Metall, spanloser Metallteilefertigung. Dünnblech- und Drahtteilen, Oberflächenveredlung, Zubehörstoffe, oberflächenveredelte Teile, Fügeverfahren, gefügten Teilen, Rapid Prototyping, Teilen aus Kunststoff, Gummi, Verbundwerkstoffen, technologischen Verfahren, Formen und Werkzeugen, Rohstoffen.Faserverbundkunststoffe
mit Materialien, Ausrüstungen, Dienstleistungen.Werkzeuge, Arbeitsmittel für die Herstellung von Zulieferteilen und -modulen
mit Hand- und Maschinenwerkzeugen, Betriebstechnik, Vakuumtechnik, Hydraulikkomponenten, Kunststoff- und Gummiverarbeitungsmaschinen, RecyclinganlagenElektrotechnik/Elektronik-Einzelteile, Bauelemente, Verfahren zur Herstellung, Veredlung, Montage, Testung
mit Teilebearbeitung, Verkabelungen von Teilen, Tests, Zulassungsprüfungen, Fertigung elektronischer TeileAbläufe und Dienstleistungen
mit Dienstleistungen für Zulieferungen, Verpackung und Ausstattung, Lagerung, Transporten von Zulieferungskomponenten und Einzelteilen, IT/Software im Zulieferwesen, Tests/Prüfungen/ AnalyseverfahrenDienstleistungen, allgemein und Informationen
mit Organisationen, Unternehmen, Entwicklung, Konstruktion Aus der Übersicht geht hervor, dass die Zulieferbetriebe nicht nur mit Komponenten, Bauelementen und Halbzeugen, sondern auch mit einem vielfältigen Dienstleistungsangebot zur Verfügung stehen und dass die Dienstleistungen zu einem wichtigen Bewertungskriterium geworden sind.Beim Vergleich der Ausstellungsgebiete von Zuliefermesse und Intec war festzustellen, dass auf der Fachmesse für Fertigungstechnik neben den profilbestimmenden Werkzeug- und Sondermaschinen sowie Apparaten und Halbfabrikanten auch Gegenstände des Werks- und des Werkstattbedarfs vertreten sind und, dass das Dienstleistungsangebot erheblich zugenommen hat.Dienstleistungen als Thema Die Dienstleistungen, die gegenwärtig für Zulieferer und in Verbindung mit den Zulieferungen geboten werden können, waren auch Themen für die Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstitute auf beiden Messen sowie für die Sonderausstellungen und für mehr als 60 Veranstaltungen. Von diesen sind hervorzuheben: Der internationale Fachkongress "MicroCar 2013" für Mikro- und Nanowerkstoffe, der dritte Kongress "Ressourceneffiziente Produktion" der Fraunhofer-Gesellschaft, das 20. Leipziger Fachseminar der Deutschen Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik e. V. und der sechste Kongress des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD).Auf einer Sonderschau, die das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden vorbereitet hatte, stand die "Bearbeitung neuartiger Werkstoffe und Werkstoffverbunde" zur Diskussion. In der Sonderschau wurden neue Werkstoffe und Materialien vorgestellt, mit denen eine effektivere Verwendung von Energie und Rohstoffen erzielt wird. Gleichzeitig wurden die speziellen Anforderungen an Werkzeugmaschinen, an den Werkzeugbau sowie an die Produktion und an die Fertigungstechnik veranschaulicht und Schlussfolgerungen für die Serienproduktion gezogen. Die Mitras Composites Systems GmbH aus Radeburg in Sachsen informierte über die Möglichkeiten zur Bearbeitung neuartiger Werkstoffe und Werkstoffverbunde, ganz speziell über die Bearbeitung komplexer Formteile aus Hochleistungswerkstoffen der eigenen Produktion, die über herausragende mechanische, chemische und elektrische Eigenschaften verfügen. Zu den Neuentwicklungen des Unternehmens gehören langfaserverstärkte Formmassen, aus denen z. B. Bauteile mit hoher mechanischer Belastbarkeit in elektromechanischen Baugruppen hergestellt werden können und die außerdem mit kurzen Zykluszeiten verarbeitet werden können.Eine starke Beachtung fand die Sonderschau "Forschung für die Zukunft", an der neben Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft acht Hochschulen und sieben Universitäten, unter ihnen die Technischen Universitäten Chemnitz und Dresden sowie die Bergakademie Freiberg, beteiligt waren. Von den Exponaten aus der TU Chemnitz sind die Darstellungen über die Leistungen des Spitzentechnologieclusters "Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik" hervorzuheben. Zu den Themen, die in diesem Cluster bearbeitet werden, gehören innovative Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde und die ressourcenschonende Produktentwicklung. Weitere Themen des Clusters sind energetisch-wirtschaftliche Bilanzierungen, die Prozesskettenoptimierung und die energiesparende Logistik. Die bereits vorliegenden Ergebnisse bieten Anregungen für ganzheitliche Lösungen für eine energieeffiziente, emissionsneutrale Produktion von morgen - in einer Zeit, in der Leichtbauwerkstoffe und Faserverbunde aus nachwachsenden Rohstoffen an Bedeutung gewinnen dürften [4].Zu den Anbietern von Forschungsdienstleistungen für die Praxis gehörten ferner das Innovationsnetzwerk Systemleichtbau und Kunststofftechnik, die Professur Virtuelle Fertigungstechnik der TU Chemnitz und die in Verbindung mit der TU Dresden arbeitende Symate GmbH.Das Innovationsnetzwerk Systemleichtbau und Kunststofftechnik, das an der TU Chemnitz ins Leben gerufen worden ist, hat 280 Mitarbeiter in zwei Forschungsinstituten, einer außeruniversitären Forschungseinrichtung und einem Unternehmen. Hauptaufgaben des Netzwerkes sind die Entwicklung und Erforschung integrativer Kunststofftechnologien für die ressourceneffiziente Herstellung von Leichtbaustrukturen und -systemen. Fachgruppen des Netzwerkes befassen sich u. a. mit Extrusionstechnologien und Recycling, mit textilverstärkten Kunststoffen sowie mit aktiven Werkstoffen und Verbundstrukturen. Als Ausgangsstoffe für die Leichtbauteile werden modifizierte Hochleistungspolymere, Compounds aus nachwachsenden Rohstoffen, thermoplastische Prepregs und bionische Textilpreformen eingesetzt.Die Professur für Virtuelle Fertigungstechnik am Institut für Werkzeugmaschinen und Produktionsprozesse der TU Chemnitz nutzte die Messe für die Vorstellung ihres spezifischen Dienstleistungsangebots für die Praxis. Zur Tätigkeit der Professur, die in hohem Maße aus Drittmitteln finanziert wird, gehören die Entwicklung und Modellierung umformtechnischer Prozessketten, flexible Umformverfahren sowie die Produktdatentechnologie und die Produktmodellierung. Von der Professur sind sowohl experimentelle Untersuchungen als auch Simulationen zu erwarten.Die Symate GmbH aus Dresden stellte ein neuartiges Technologiedatenmanagement-System für die automatisierte Optimierung von Fertigungsprozessen vor. Für diese Tätigkeiten ist im Unternehmen das Software-System "Detact" entwickelt worden. Die Bedeutung des neuen Systems wurde am Beispiel des Spritzgießens erläutert, bei dem der Werkzeugaufbau einen entscheidenden Einfluss auf die Teilequalität hat. Von Bedeutung sind auch die Wahl der Prozessparameter wie Einspritzdruck und Temperaturverlauf.Zuliefererzeugnisse aus Kunststoff, Gummi und Verbundwerkstoffen Der zunehmende Einsatz von Kunststoffen und von Verbundwerkstoffen spiegelte sich in den Exponaten auf den Messeständen wider. Wer das europäische Werkstoffangebot kennt, konnte bestätigen, dass selbst Kunststoffe, die nur in geringen Mengen hergestellt werden, zu sehen waren. Als Beispiele seien nur thermoplastische Elastomere oder Werkstoffe wie Polyoximethylen, Polyphenylsulfid und Polyethersulfon genannt.Als Original Werkstoff "S" plus+ FP [FS] stellte das Unternehmen Murtfeldt Kunststoffe GmbH & Co. KG aus Dortmund einen neuen Kunststoff vor, der den Anforderungen der Lebensmittelhersteller nach Detektierbarkeit von Fremdkörpern in Lebensmitteln entspricht. FP bedeutet in dieser Bezeichnung "Food Protect" und ist die Zusicherung des Herstellers für die Unbedenklichkeit des Kontaktes mit Lebensmitteln und für die Möglichkeit für ein Detektieren von Metallteilen in Lebensmitteln.Die Rolle von Kunststoffen und von Verbundwerkstoffen für den Zuliefermarkt lässt sich mit der Beteiligung dieser einschlägigen Firmen an der Messe belegen. Als Beispiele seien 20 Aussteller für Spritzgussformteile, zehn Aussteller mit Formen und Werkzeugen für die Formteilherstellung und neun Aussteller mit Angeboten auf dem Gebiet der Bearbeitung von Kunststoffen genannt.Unter den Herstellern spritzgegossener Formteile fanden sich Hersteller von Formteilen aus verstärkten Kunststoffen in relativ großer Zahl. Unter Bezugnahme auf diese Exponate wurde bekannt gegeben, dass 45 % des Umsatzes der Textilproduzenten auf technische Textilien entfallen. Die sächsische Textilindustrie, die durch funktionelle Textilerzeugnisse bekannt geworden ist, leistet heute einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung des Angebotes an Verbundwerkstoffen [5].Die erst 2006 in der Stadt Forst gegründete Fa. Forster System-Montage-Technik GmbH vermittelte eine Übersicht über ein vielfältiges Herstellungsprogramm, speziell für den Leichtbau und die Produktkomplettierung. Schwerpunkt des Angebotes sind Systemlösungen aus Glas- und Kohlefasern (GFK- und CFK-Composites), für die im Fahrzeugbau, im Schiffbau und in der Luftfahrt ein großer Bedarf besteht. Die im Betrieb hergestellten Teile werden oft mit Metall- und Elastomerteilen kombiniert und in 2D- und 3D-Konstruktionen geliefert. Die neueste Entwicklung sind Komponenten in Sandwich-Ausführung mit eingebauter Infrarotheizung, u. a. für Fußböden und für technische Zwecke besonderer Art. Ein Anwendungsbeispiel, das nicht nur für arktische Gebiete von Bedeutung ist, ist das Frostfreihalten von Pumpen. Bei -25 °C Umgebungstemperatur gelingt es, im Inneren eine Temperatur von +8 °C zu sichern. So lassen sich auch Frostschäden vermeiden. Die Heizelemente, die auf der Infrarot-Strahlungswärme basieren, erfüllen alle Anforderungen des Brandschutzes.Referenzen[1] Man vergleiche hierzu den Bericht: 2 Fachmessen mit dem Blick auf die Zukunft. Gummi Fasern Kunststoffe, 61. Jahrgang 2008, S. 376 - 377 [2] Siehe hierzu die in einem Band zusammengefassten Messekataloge: Die Zuliefermesse. 12. Internationale Fachmesse für Teile, Komponenten, Module und Technologien sowie Intec. 14. Fachmesse für Fertigungstechnik, Werkzeugmaschinen- und Sondermaschinenbau. 26.02. - 01.03.2013. Herausgeber: Leipziger Messe [3] Nach den Übersichten im Messekatalog zusammengestellt. [4] Einen näheren Einblick in die vorgestellten Ergebnisse gibt eine Broschüre, die für die Hannover Messe 2013 mit dem Titel "Forschung für die Zukunft" vorbereitet worden ist. [5] Näheres bei Technische Textilien. Hightech aus Sachsen. Herausgeber: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Dresden 2013 - GG -Das nächste Messe-Doppel aus Z und Intec findet vom 24. - 27. Februar 2015 in Leipzig statt.

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