10.10.2013

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Wacker Chemie: Universell einsetzbares Siliconadditiv für Lebensmittel-Kontaktmaterialien

Auf der K 2013 präsentiert der Münchner Chemiekonzern Wacker ein Additiv für die Compoundierung und Verarbeitung von thermoplastischen Kunststoffen. "Genioplast" Pellet P plus verbessert laut Hersteller die Viskosität und Fließeigenschaften der Kunststoffmischung. Dadurch lasse sich das Compound effizienter und kostengünstiger verarbeiten. Außerdem sorge es für glatte, leicht zu reinigende Oberflächen. "Genioplast" Pellet P plus sei als Kunststoffadditiv für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen. Es eigne sich folglich für die Herstellung von Lebensmittel-Kontaktmaterialien aus Kunststoff, beispielsweise für Küchengeräte oder Verpackungen.

Siliconadditiv für Lebensmittel-Kontaktmaterialien aus Kunststoff
"Genioplast" Pellet P plus ist ein hochkonzentriertes Siliconadditiv in Pelletform. Das Produkt enthält als Wirkkomponente ein unvernetztes ultrahochmolekulares lineares Siliconpolymer. Trägermaterial des Wirkstoffs ist eine auf das Silicon abgestimmte pyrogene Kieselsäure. Da pyrogene Kieselsäure mit sämtlichen Thermoplasten verträglich sei, könne das Additiv - anders als etwa herkömmliche Silicon-Masterbatches - universell für die Compoundierung eines jeden beliebigen Thermoplasten eingesetzt werden. Ein Vorhalten von verschiedenen, zum jeweiligen Thermoplast passenden Masterbatch-Mischungen sei dadurch nicht mehr erforderlich.

Oberflächen von thermoplastischen Kunststoffen, die "Genioplast"-Additive enthalten, sind den Angaben zufolge glatt und kratzfest. Zugfestigkeit, Härte und Wärmeformbeständigkeit würden durch das Additiv nicht beeinträchtigt. Das Polymer lasse sich auch weiterhin, wie gewohnt, bedrucken und verschweißen. Bei mineralgefüllten Thermoplasten könne ein Zusatz von "Genioplast" zusätzlich die Kerbschlagzähigkeit und Reißdehnung verbessern. Darüber hinaus unterstütze das Additiv die Wirkung von flammhemmenden Zusatzstoffen.

Im Gegensatz zu "Genioplast" Pellet S, das für die Herstellung von Compounds für technische Anwendungen, beispielsweise im Autoinnenraum, oder für Kabelummantelungen eingesetzt wird, ist "Genioplast" Pellet P plus speziell für Compounds im Lebensmittelbereich konzipiert. Aufgrund der glatten Oberflächen, die das Additiv bewirke, seien beispielsweise Kühlschrank-Einsätze aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS) oder Lebensmittelverpackungen aus Polypropylen-Compounds (PP) besonders leicht zu reinigen bzw. zu leeren. Auch Kunststoffkorken für Weinflaschen sollen sich mit Hilfe des Siliconadditivs leicht und mit wenig Kraftaufwand öffnen lassen.

"Genioplast" Pellet P plus lasse sich leicht dosieren und problemlos in Thermoplaste einarbeiten, auch mit mineralischen Füllstoffen. Der Siliconwirkstoff verbessere die Dispersion der Füllstoffe bei der Herstellung des Compounds und die Fließfähigkeit der Polymerschmelze. Letzteres begünstige die formgebende Verarbeitung. Somit sei "Genioplast" Pellet P plus ein wirksames Prozesshilfsmittel für Compoundierer. Es senke den Energiebedarf, erhöhe den Durchsatz, verringere Ausschuss und erschließt dadurch Kostensparpotenziale.

"Genioplast" Pellet P plus soll außerdem die Formteilherstellung im Spritzgießverfahren erleichtern. Verarbeiter erreichen demnach eine bessere Formfüllung, könnten mehr Material pro Zeit in das Formwerkzeug einspritzen und damit eine Verkürzung der Taktzeiten erreichen. Zudem sollen sich die Formteile leichter entformen lassen. Somit reduziere "Genioplast" die Stückkosten bei der Formteilherstellung. Werde die Formmasse nicht durch Spritzgießen, sondern durch Extrusion - etwa zur Herstellung von Kabelummantelungen - weiterverarbeitet, wirke das Additiv ebenfalls prozessverbessernd und kostensenkend.

Mit rund 70 Massenprozent liegt der Silicongehalt von "Genioplast" Pellet P plus über dem von Masterbatches. Dies mache das Produkt sehr effizient: Um prozessverbessernde Eigenschaften zu erhalten, genügten bereits Einsatzmengen zwischen 0,1 und 1 Gewichtsprozent. Verbesserte Kunststoffeigenschaften lassen sich demnach mit Einsatzmengen von 1 bis 5 Gewichtsprozent erzielen.

Weitere Informationen: www.wacker.com

K 2013, 16.-23.10.2013, Düsseldorf, Halle 6, Stand A10

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