03/02/2011

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Waldorf: Wege zur sicheren Barriereverpackung

Im Vergleich zu konventionellen Barriereverpackungen aus Glas und Metall stecke die Anwendung solcher Verpackungen für den Pharmabereich noch in den Kinderschuhen, erklärt der Ausrüster Waldorf Technik. Mit neuen Konstruktionskonzepten erschließe man diese Märkte jedoch. Deutliche Vorteile ergeben sich bei Einsatz optimal abgestimmter Kunststofftypen und hoch entwickelter Produktionstechniken: Das Spritzgießtechnik ermögliche eine Vielzahl attraktiver Verpackungsvarianten, maßgeschneidert für jeden Artikel. Attraktives Design, geringes Gewicht und größerer Produktschutz sind die Argumente. Der Gewichtsvorteil und die Stapelbarkeit der Verpackung ergeben außerdem überragende logistische Vorteile. In einem siebenjährigen Forschungsprojekt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben drei neue Verpackungslösungen für feste und halbfeste Barriereverpackungen entwickelt. Zuverlässigkeit, Präzision, Qualität, hohe Geschwindigkeit bei der Großserienproduktion, Leistungsfähigkeit und Nutzung umweltfreundlicher Produktionsmethoden waren demnach die Leitkriterien. Zudem stand die Wirtschaftlichkeit im Fokus.

Inmould Labeling mit Barriere-Etikett
IML - Inmould Labeling ist eine bewährte Technologie für mittlere Serien beispielsweise bei Umwicklung und Unterseitenetikett-Verpackungsoptionen, mit Überdeckung aller Etikettennähte. Das Barriere-Etikett besteht entweder aus einer dünnen Mehrschichtstruktur mit EVOH oder einer SIOx-beschichteten Barrierefolie oder einer Aluminiumfolie. Alle Drei bieten eine sterilisierfähige Verpackungslösung. Hermetische Dichtheit schützt vor wechselseitiger Sauerstoff- oder Wasserdampfmigration. Bisher bieten ein maximal 8-Kavitäten- oder 2 x 6-Kavitäten-Herstellungsprozess attraktive Dekorierungs- und Lösungskonzepte in einer Vielzahl von Designs.

2K Spritzgießen mit PP und EVOH-Barriere
Dieser Produktionsprozess, geeignet für Großserien-Verpackungen, wird zurzeit dort eingeführt, wo Glas- und Metallbehälter Hauptwettbewerber sind. Hier bietet das 2K Spritzgießen mit einer sterilisierfähigen, dünnen Dreischichtstruktur (PP-EVOH-PP) einschließlich Haftvermittler, einen wiederholbaren Prozess ohne Einfluss auf Zykluszeiten, ideal für Barriere-Applikationen mit hohen Werkzeugbelegungen wie 32- oder 64-Kavitäten-Formen. Diese Methode ist schon seit einigen Jahren bekannt, doch es gab bisher keine Prüfmöglichkeit zum Nachweis, dass die EVOH-Barriereschicht im gesamten Behälter-Korpus und gleichmäßig verteilt wird. Diese Lücke wurde inzwischen mit dem neu entwickelten Check´n Pack EVOH System geschlossen. Sie erkennt die konsistente und vollständige EVOH-Barriere bis in den Verschlussrand. Für 64 Kavitäten werden laut Anbieter 6 Sekunden benötigt. So sei die 100-prozentige Prüfung innerhalb der Form gewährleistet, verbunden mit der sicheren Inline-Entfernung eventuellen Ausschusses und dem automatischen Abpacken der Becher in Transportverpackungen. Außerdem seien die Barriere-Eigenschaften für Sauerstoff und Wasserdampf sehr hoch und ermöglichen eine Haltbarkeitsdauer von bis zu zwei Jahren.

Zahlreiche Großserienprodukte - wie Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, und Haustierfutter - werden entweder sterilisiert oder unter sterilen Bedingungen aseptisch verpackt. Einsparungen von durchschnittlich 30 bis 40 % in Produktions- und Logistikkosten seien mit dieser Technologie, verglichen mit Weißblechbehältern, zu verzeichnen. Zudem bieten konische Formen, durch ihre günstige stapelbare Lagerung, bedeutende Raum- und Gewichtsvorteile.

3D-Inline Barriere-Coating für dünnwandige Verpackungen
Dieser Prozess umfasst 3D-Inline-Vakuum-Coating mit verschiedenen Cavonic-Beschichtungen. Hier wird eine kostengünstige Option mit dauerhafter Barriere - und hermetische Eigenschaften wie Glas - erreicht. Ein Vorteile dieses Prozesses ist die Eignung für schon in Betrieb befindliche Spritzgießprojekte, verbunden mit zuverlässigem Schutz gegen Migration des Weichmachers in den Inhalt des Behälters. Die Barriere gegen Sauerstoff-Permeabilität erreicht laut Anbieter im Vergleich zu unbehandelten Bechern selbst nach Sterilisation noch einen Wert von über 99 %. Zudem wird diese Technologie dank der Kombination von Dünnwand-Performance, Barriereverhalten und niedrigen Herstellungskosten zu einer wirtschaftlichen Perspektive. Darüber hinaus können auch biologisch abbaubare Polymere verarbeitet werden.