02.03.2012

Institut für Photonische Technologien

Was Glasfasern alles können

Über 90 internationale und nationale Experten auf dem Gebiet der Faseroptik trafen sich am 23. Februar am Institut für Photonische Technologien (IPHT). Es wurden aktuelle Trends der Glasfaserherstellung vorgestellt und neue innovative Anwendungsbereiche und Einsatzmöglichkeiten der Fasern diskutiert.

Die Hauptanwendungsfelder für Glasfasern liegen in der modernen optischen Telekommunikation, in der Sensorik sowie in der Lasertechnik. Optische Fasern werden kontinuierlich mit zunehmend komplexeren Kernstrukturen weiterentwickelt und ihre Funktionalität und Einsatzbereiche nehmen rasant zu. Moderne Medizin- und Sensortechnik oder leistungsstarke Laserlichtquellen wären ohne sie undenkbar. “In dem Workshop konnten aktuelle Trends in der Faseroptik dargestellt, sowie die Vernetzung von Forschung und Industrie auf diesem Gebiet weiter voran getrieben werden”, so Professor Harmut Bartelt, Leiter der Forschungsabteilung Faseroptik am IPHT.

Aktuelle Schwerpunkte in der Forschung liegen auf grundlegenden Untersuchungen zu den Ausbreitungseigenschaften von Licht in Fasern, die noch dünner als ein menschliches Haar sein können. Aber auch die Stabilität der Strukturen unter extremen Bedingungen, wie starker Biegung und Dehnung, hohen Temperaturen oder unter Strahlungsbelastung wurde auf dem eintägigen Workshop diskutiert. Gelingt es, diese Stabilität zu erhöhen, könnte der Anwendungsbereich von Spezialfasern in der Sensorik (z. B. bei der Überprüfung von Gasturbinen oder in der Strukturüberwachung) sehr stark vergrößert werden.

Aber auch in der Bio- und Chemosensorik und in der Prozessmesstechnik spielen faseroptische Lösungen eine immer größere Rolle und sind damit auch in Lebens- und Umweltwissenschaften oder der medizinischen Diagnostik auf dem Vormarsch. „Bei uns am IPHT wächst deshalb der Forschungsschwerpunkt Faseroptik immer stärker mit dem Forschungs-schwerpunkt Biophotonik zusammen – eine Verbindung, die beide Seiten sehr befruchtet“, betont Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des IPHT.

Durch seinen hauseignen Forschungs-Faserziehturm, einen der modernsten seiner Art in ganz Europa, wird am IPHT ein hoher Stand der Technologie für die Zukunft gesichert und die Position des Instituts als attraktiver Forschungspartner gestärkt.

Die Veranstaltung wurde mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG Thüringen) als Partner durchgeführt.

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