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Waschmaschinengummis: Hundert Prozent dicht und dauerhaft elastisch

Die Waschmaschine ist in einer vierköpfigen Familie täglich rund eineinhalb Stunden in Betrieb. Sie wäscht, spült und schleudert durchschnittlich 250 mal pro Jahr, wobei sie etwa 1000 Kilogramm Schmutzwäsche reinigt – Tendenz steigend. Ihre Bauteile, insbesondere Schlauchsysteme und Dichtungen aus Gummi, werden wie bei kaum einem anderen Haushaltsgerät chemisch und mechanisch beansprucht. Dank universell einsetzbarer und widerstandsfähiger Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuke (EPDM) lassen sich jedoch alle Anforderungen an Dichtheit und Stabilität erfüllen. Die Elastomer-Forschung trägt ihren Teil dazu bei.

Über die Jahre hinweg durchströmen unzählige Liter Wasser und unterschiedliche Waschlösungen die Waschmaschine. Neben einer ausreichenden Waschleistung muss dieses Haushaltsgerät vor allem eines erfüllen: Es muss dichthalten. Schlauchsysteme und Dichtungen sollten nicht spröde werden oder gar unvermittelt reißen. Feuchtigkeit, Wasch- und Reinigungsmittel, vornehmlich alkalische Medien sowie hohe Wassertemperaturen dürfen dem Material nichts anhaben, charakterisieren Experten u. a. von namhaften Herstellern von Haushaltsgeräten das Anforderungsprofil. Wenn sie bei der weißen Wahre von einer Lebenszeit von zehn oder 20 Jahren ausgehen, bedeutet das auch, dass sie damit auch die Lebensdauer aller Teile aus Gummi gemeint ist – so der Plan, sprich also theoretisch. Wie auch immer: Die verwendeten Elastomere müssen daher extrem belastbar und alterungsbeständig sein.

Synthesekautschuke aus EPDM werden den strengen Werksnormen der Waschmaschinen-Hersteller in jeder Hinsicht gerecht, sind Kautschukexperten überzeugt. Sie hält absolut dicht, ist besonders elastisch, abriebsfest und färbt nicht ab. Weiterer Vorteil für den Einsatz in Waschmaschinen: Dieser Synthesekautschuk quillt selbst bei ungünstigsten Bedingungen nur unmerklich und ist bei Waschtemperaturen von 95 Grad Celsius über einen langen Zeitraum widerstandsfähig gegen wässrige Lösungen von Waschmitteln, Weichspülern und anderen Wäschebehandlungsmitteln.

Formteile aus EPDM werden vorzugsweise dort eingesetzt, wo eine hohe Anforderung an die Elastizität der Bauteile gestellt wird. Der Türdichtring einer Waschmaschine beispielsweise muss zwar das Waschwasser zurückhalten, er sollte sich aber möglichst so verhalten, als sei er gar nicht vorhanden. Die Stabilität des verwendeten Materials muß demnach einerseits gross genug sein, um den Dichtring sowohl am Waschmaschinengehäuse als auch am Laugenbehälter befestigen zu können. Andererseits sollte es aber überaus elastisch sein, dass es die während des Schleuderns vom schwingenden Laugenbehälter erzeugten Kräfte nicht auf das Gehäuse überträgt. Andernfalls bliebe die Waschmaschine während des Betriebs nicht auf ihrem Platz stehen, sondern würde umherwandern, betont der Waschmaschinen-Fachmann.

Das Maß der mechanischen Belastung eines Türdichtrings hängt letztlich von der Auslenkung des Laugenbehälters ab, die durch eine Unwucht beim Schleuderbetrieb erzeugt wird. Bei Waschmaschinen tritt sie dann auf, wenn sich die Wäsche in der Trommel ungleichmäßig verteilt, im extremsten Falle in einem Kopfkissen sammelt. Dadurch wird ihre gleichförmige Rotation gestört. Unwuchten lassen sich jedoch nie ganz vermeiden. Bei der Konstruktion unserer Geräte planen Hersteller daher stets eine gewissen Toleranz bei der Auslenkung ein. Auf den Türdichtring wirkt dabei eine Kraft, die ein Gewicht von mehreren Kilogramm erzeugt. Diese Zugkraft erträgt EPDM spielend.

Allerdings: Gefeit ist der Türdichtring aus EPDM jedoch nicht gegen spitze oder scharfkantige Gegenstände, wie sie beispielsweise über Hosentaschen in die Waschmaschine gelangen: Ein Nagel, eine Schraube oder auch eine Haarnadel können das Aus für ihn bedeuten. EPDM hat jedoch einen hohen Weiterreißwiderstand. Mit anderen Worten: Der Türdichtring ist trotz Loch und Trommelbewegung meist bis zu einem gewissen Grad stabil. Die Dichtung müsse zwar auf jeden Fall erneuert werden, sagt der Waschmaschinen-Fachmann, mit einer Überflutung des Aufstellplatzes brauche zunächst aber nicht gerechnet werden. Heutige Vollwaschautomaten verfügen zudem für solche Fälle über spezielle Sicherheitssysteme.
GDeußing

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