29.09.2010

SKZ Süddeutsches Kunststoff-Zentrum

Wer den Schaden hat ....

Produktbegleitende Dienstleistungen werden zunehmend zum Differenzierungsmerkmal im internationalen Wettbewerb. Hier unterstützt das SKZ zahlreiche Kunden aus der Kunststoffbranche durch ein sehr weitreichendes Dienstleistungspaket, beispielsweise durch Hilfestellung bei der Produktentwicklung, die Analyse und Optimierung von Herstellprozessen und Betriebsabläufen bis hin zur Durchführung von Schadensanalysen. Die absolute Unabhängigkeit, Vertraulichkeit und die Neutralität in Verbindung mit international anerkannten Akkreditierungen stellen eine ideale Basis für die Zusammenarbeit mit dem SKZ dar. Dies zeigt sich in der Vielzahl von durchgeführten Schadensanalysen, bei der die Expertise der SKZ-Fachleute gefragt ist und die Gutachter bis hin zum Bundesgerichthof tätig sind. Die jährlich über 200 Schadensanalysen werden von Kunststoffteileherstellern und -anwendern (z. B. aus den Bereichen Automobilherstellung, Bauindustrie, Elektrotechnik/Elektronik und Medizintechnik), Material- und Halbzeugherstellern, Serienschweißern und Gerichten sowie Versicherungen beauftragt. Für diese Schadensanalysen ist das nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierte Prüflabor des SKZ essenziell. Die stete Verbesserung der Prüftechnik ist Grundlage, um die Schadensursachen noch besser detektieren zu können. Beispielsweise sind hier folgende Analysetechniken zu nennen:

- Dynamische-Mechanische Analyse (DMA)
Mit der DMA kann der Temperatureinsatzbereich von Kunststoffen geprüft bzw. die Veränderungen der elastischen Eigenschaften untersucht werden.
- Rasterelektronenmikroskop (REM)
Mit dem REM können u. a. Riss- und Bruchflächenanalysen (Fraktografie) bzw. die Faser/Matrix-Haftung an Kryobrüchen durchgeführt werden. Aufgrund der Gerätetechnik ist ein Besputtern der Proben nicht mehr erforderlich.
- Computertomographie (CT)
Mit der CT können u. a. zerstörungsfreie Analysen an montierten Modulen durchgeführt werden bzw. Untersuchungen bezüglich Schaumstrukturen, Lunker und Verstärkungsstofforientierungen erfolgen.

Für die Schadensanalyse stehen am SKZ, je nach Größe des Schadteiles, zwei verschiedene CT-Anlagen zur Verfügung. Die Computertomographie-Workstation exaCT M150 kann max. eine Bauteilgröße von 250x150 mm mit einer Detailerkennbarkeit von 15 µm bearbeiten. Der Computertomograph exaCT S50HR hingegen kann eine maximale Bauteilgröße von 50x40 mm bei einer Detailerkennbarkeit von 5 µm vermessen.

Für die Durchführung der Schadensanalyse an Kunststoffprodukten wurde in einem Expertenarbeitskreis unter Mitwirkung des SKZ die VDI-Richtlinie 3822 Blatt 2.1 als grundlegendes Regelwerk erarbeitet. Diese Richtlinie berücksichtigt alle möglichen Belastungssituationen, z. B. mechanische, thermische, tribologische, mediale, mikrobielle und witterungsbedingten Beanspruchungen, die an einem Kunststoffbauteil zu einem Schaden führen können. Darüber hinaus werden Schäden durch fehlerhafte Verarbeitung, Konstruktion und fehlerhafte Werkstoffauswahl behandelt. Auch wird in dieser umfangreichen Ausarbeitung der Aufbau der Schadensgutachten standardisiert. Anfang nächsten Jahres wird diese VDI-Richtlinie veröffentlicht und vom SKZ zeitnah umgesetzt. Weitere interessante Informationen zu der Schadensanalytik und zu unserem umfangreichen Dienstleistungsangebot erhalten Sie auf der Kunststoffmesse „K 2010“ in Düsseldorf auf dem SKZ-Messestand B24 in Halle 10.