15.10.2012

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Wirthwein-Gruppe: Neues Tochterunternehmen in den USA

Die Wirthwein AG mit Stammsitz in Creglingen hat im September 2012 ein neues Tochterunternehmen in Fountain Inn im US-Bundesstaat South Carolina gegründet. Die neue Firma heißt "South Carolina Plastics, LLC.", der Name lehnt sich an das von Wirthwein bereits 2003 gegründete US-Tochterunternehmen "Carolina Technical Plastics Corporation" im Bundesstaat North Carolina an. Mit der neuen US-Tochter seien nunmehr 16 Unternehmen unter dem Dach der Wirthwein AG vereint. Zu den Geschäftsführern des neu gegründeten Unternehmens wurden Frank Wirthwein, Marcus Wirthwein und Rainer Zepke berufen.

Schaffung von 120 Arbeitsplätzen unter dem Dach der Wirthwein AG
Durch die Gründung eines weiteren Produktionsstandortes in den USA ist die Schaffung von rund 120 neuen Arbeitsplätzen geplant. "Wir verlagern nicht, sondern schaffen zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten", so Finanzvorstand Rainer Zepke, "der neue Standort in den USA trägt außerdem zur Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze in Deutschland bei."

Vertriebsvorstand Frank Wirthwein erläutert die Hintergründe der umfangreichen Investition: "Am neuen Standort in South Carolina werden für den Kunden Brose Baugruppen im Bereich Motorkühlung für BMW in Spartanburg gefertigt und ausgeliefert. Anfang 2014 soll mit der Produktion von Türmodulen für die M- und C-Klasse von Mercedes gestartet werden. Darüber hinaus bietet die strategische Lokalisierung weitere Kundenpotentiale im Bereich Automotive und Non-Automotive", so der Vertriebsvorstand.

BMW in Spartanburg
Wie Wirthwein weiter mitteilt, produziert BMW seit September 1994 in der Nähe von Spartanburg in South Carolina. BMW beschäftige dort heute etwa 7.000 Menschen, jede Minute laufe ein Geländewagen vom Band, die der bayerische Fahrzeugbauer "Sports Activity Vehicles" nenne. Die Fahrzeuge der Baureihen X3, X5 und X6 würden in alle Welt exportiert, demnächst sei hier auch die Produktion soll des X4 geplant. In diesem Jahr wolle BMW die Marke von 300.000 Autos überspringen, Spartanburg stelle damit mehr Autos als das Stammwerk in München her.

Gute Auftragslage veranlasste logistische Neuausrichtung
Wirthwein produziert am bestehenden Standort in New Bern in North Carolina seit einigen Jahren für das Geschäftsfeld Automotive komplexe Kunststoffkomponenten. Beispiele hierfür sind Türmodule, Türgriffe, Seilantriebsgehäuse oder Abdeckungen für Fahrzeugsitze. Darüber hinaus sei Wirthwein im Mai 2012 vom Kunden Brose mit Produktion und Montage für ein Luftführungssystem im Motorraum bestehend aus knapp 50 verschiedenen Einzelkomponenten für die BMW-Baureihen X5 und X6 beauftragt worden. "Da wir aber für diese BMW-Komponenten aufgrund des weiten Transportweges von rund 360 Meilen - dies entspricht einer Fahrtzeit von etwa sechs Stunden - auf Dauer nicht wettbewerbsfähig gewesen wären, entschlossen wir uns zur Gründung eines näher an Spartanburg gelegenen Standortes. Wir sparen Zeit, senken die Logistikkosten und übernehmen Verantwortung für einen schonenden Umgang mit Treibstoffen, da die zurückgelegten Wegstrecken deutlich reduziert sind", so Technikvorstand Marcus Wirthwein. Der Kunststoffverarbeiter habe ein leerstehendes Gebäude, das zuvor die Kolbenschmidt Pierburg Group gemietet hatte, erworben. Die neue Produktionsstätte liegt rund 20 Meilen vom BMW-Standort entfernt. Das neue Tochterunternehmen soll im Februar 2013 mit der Produktion beginnen und wird in den nächsten Jahren rund 12 Millionen US-Dollar investieren.