14/05/2013

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Wittmann Battenfeld: Umsatzplus von 10 Prozent - Investitionen für weiteres Wachstum

Für das Jahr 2012 meldet die Wittmann Gruppe einen Umsatz von 275 Mio. Euro, was gegenüber 2011 eine Steigerung um 10% bedeutet. Die Zahl der Beschäftigten wuchs im selben Zeitraum weltweit um 50 Mitarbeiter auf 1.750.
Für das erste Quartal 2013 berichtete Georg Tinschert, Geschäftsführer der Wittmann Battenfeld GmbH, anlässlich der kürzlich veranstalteten Kompetenztage des Unternehmens (siehe auch plasticker-News vom 10.5.2013) von einem guten Start und einem Umsatz auf gleichem Niveau wie in den ersten drei Monaten des Vorjahres.

Damit hat sich die Gruppe in einem schwächer werdenden konjunkturellen Umfeld gut behauptet, wobei keine nach den Bereichen Spritzgießmaschinen (Wittmann Battenfeld) und Peripherie (Wittmann Kunststoffgeräte) differenzierten Umsatzzahlen berichtet wurden. Zum Vergleich: Für die deutschen Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen insgesamt berichtet der VDMA im Kernmaschinenbau von einem Umsatzwachstum von immerhin 6% in 2012 (siehe auch plastickerNews vom 12.02.2013).

Gruppenumsatz konnte über alle Branchen und Regionen insgesamt zulegen
Die konjunkturelle Abkühlung ist in manchen Regionen auch an Wittmann nicht spurlos vorbei gegangen. In Europa (Gesamtanteil 57%) konnte die Schwäche in Westeuropa aber durch eine lebhafte Nachfrage aus Osteuropa teilweise ausgeglichen werden. Und während sich die Geschäfte auch in Asien (14%) verhalten entwickelten, zog in Amerika (28%), insbesondere in Nordamerika mit Mexiko, mit der Konjunktur auch der Absatz von Maschinen der Wittmann Gruppe wieder an. Somit konnte die Gruppe durch die verstärkte globale Aufstellung die Rückgänge in einigen Teilen der Welt insgesamt überkompensieren.


Die wichtigsten Abnehmerbranchen, für welche die Maschinen von Wittmann produzieren, sind die Automobilindustrie mit einem Anteil von 35% und die E&E-Branche mit 21%. Berücksichtigt man, dass ein großer Teil dieser Elektro- bzw. Elektronikbaugruppen wiederum im Auto zum Einsatz kommen, so entfallen über 50% des Gruppenumsatzes auf den Automotivebereich. Weitere wichtige Absatzmärkte sind Verpackung (13%), Konsumwaren und Weiße Ware (12%), Medizintechnik (10%) sowie Sport- und Freizeitartikel inklusive Spielzeug (9%); letzterer Bereich habe in den letzten Jahren besonders stark zugelegt, berichtete Michael Wittmann, Geschäftsführer der Gruppe.

Zuversichtlich für 2013 und für die K Messe
Für das laufende Jahr äußerten sich Tinschert und Wittmann vorsichtig optimistisch. Nach einem Auftragseingang im ersten Quartal auf Vorjahresniveau erwartet man für die Gruppe im Gesamtjahr 2013 ein leichtes Wachstum auf 280 bis 290 Mio. Euro. Dass man in Kottingbrunn und Wien mit weniger Wachstum als in den Vorjahren rechnet, liegt an der weiteren konjunkturellen Abschwächung in weiten Teilen Europas. Dass überhaupt noch von einer Steigerung ausgegangen wird, liegt zum einen an einem hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr, den man in 2013 noch abarbeite, zum anderen setzt man auf Wachstumsimpulse aus dem Großmaschinengeschäft, für dessen weiteren Ausbau man mit dem Bau der neuen Montagehalle in Kottingbrunn gerade die Voraussetzungen geschaffen hat (siehe auch plasticker-News vom 10.05.2013).

Ausbau der Großmaschinen Serie MacroPower
Vor zweieinhalb Jahren markierte die Vorstellung der ersten MacroPower-Maschinen mit bis zu 1.000 Tonnen Schließkraft bei der K 2010 den Wiedereinstieg in das Geschäft mit Großmaschinen. Seither wurde die MacroPower Serie nach unten und oben erweitert, aktuell bietet Wittmann Battenfeld die Maschinen dieser Serie von 400 Tonnen bis 1.600 Tonnen Schließkraft an. Letztere Großmaschine sei fertig entwickelt und soll erstmals bei der K 2013 gezeigt werden. Bei den Kompetenztagen Ende April wurde die neue MacroPower E Hybrid vorgestellt, bei der eine servohydraulische Schließeinheit mit einem vollelektrischen Hochleistungs-Spritzaggregat kombiniert wurde. Insgesamt habe man seit 2010 bereits knapp 150 Maschinen der MacroPower Serie gebaut.

Auch für die anderen Maschinenserien, z.B. die vollelektrische EcoPower und die MicroPower für Klein- und Kleinstteile, gebe es rege Nachfrage. Insbesondere bei Mehrkomponentenmaschinen sei man zuletzt recht erfolgreich gewesen und wolle in diesem Segment weiter wachsen, so das Unternehmen. Insgesamt sieht man in diesem Teilmarkt in Europa ein Potenzial von rund 700 Maschinen pro Jahr.

Investitionen in allen Bereich an mehreren Standorten
Um künftig nicht nur noch mehr Großmaschinen bauen zu können, wurden am Standort Kottingbrunn seit 2011 nach Unternehmensangaben rund 14 Mio. Euro investiert, die überwiegend in die Erweiterung der Montage- und Lagerfläche um 3.000 qm sowie in neue Bearbeitungszentren flossen. Beides schafft dort auch Platz für weitere Produktionsanlagen für kleinere Maschinen. Zusätzlich ist geplant, die Produktion der elektrischen Maschinen der EcoPower Serie an den bestehenden Standort Mosonmagyaróvár in Nordwestungarn zu verlagern, der nur jeweils etwa eine Autostunde von Kottingbrunn und Wien entfernt liegt.


Ausbau auch in Wien, Nürnberg und Taichung
Bereits im Februar wurde am Stammsitz von Wittmann Kunststoffgeräte in Wien ein drittes Werk in Betrieb genommen. Der neue Standort liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden bestehenden Standorte im selben Gewerbegebiet und erweitert den Bereich der Blechverarbeitung für die Peripheriegeräte um rund 1.500 qm (s. plasticker vom 25.04.2013).

Ebenfalls bereits Anfang des Jahres konnte die deutsche Wittmann Robottechnik von Schwaig ins benachbarte Nürnberg umziehen. Der neue Standort im Gewerbepark Nürnberg-Feucht-Wendelstein bietet auf 3.000 qm Produktionsfläche und 1.200q m Bürofläche u.a. Platz für ein neues Technikum mit Testmaschinen bis zu 400 Tonnen Schließkraft. Die offizielle Eröffnung soll am 13. Juni zugleich mit dem 30jährigen Jubiläum der Wittmann Robot Systeme GmbH gefeiert werden.

Auch in Asien soll weiter investiert werden: In Taiwan, wo man am Standort Taichung seit vielen Jahren präsent ist, wird ein neues Werk gebaut, dessen Fertigstellung bis Ende 2013 geplant ist. Die neue, größere Niederlassung soll dann über 1.400 qm Nutzfläche verfügen.

Rückblick auf 5 Jahre Wittmann Battenfeld
Anlässlich der Pressekonferenz während der Kompetenztage erinnerten Tinschert und Wittmann gut gelaunt an das erste gemeinsame Pressegespräch am selben Ort vor fast genau fünf Jahren. Damals, kurz nach der Übernahme der insolventen Battenfeld-Gesellschaften durch die Wittmann Kunststoffgeräte, hatten beide Firmen zusammengenommen erst rund 1.500 Mitarbeiter sowie rund 230 Mio. Jahresumsatz. In der Branche gab es eine gewisse Unsicherheit, ob das neue Unternehmen und die vielen seinerzeit präsentierten Vorhaben gelingen würden. Die aktuellen Mitarbeiter- und Umsatzzahlen (s.o.) zeigen, dass dies offenbar der Fall war und ist. Beide Geschäftsführer äußerten sich sehr zufrieden darüber, dass die damaligen Projekte wie geplant umgesetzt wurden und die Integration der beiden Unternehmen zügig und erfolgreich erreicht wurde. Das dies auch auf Mitarbeiterebene längst gelebte Realität ist, zeigte eine interne Veranstaltung nach den Kompetenztagen: Zum Wittmann Battenfeld Familientag im selben Festzelt in Kottingbrunn kamen auch viele Busse mit Kollegen und deren Angehörigen aus Wien und Ungarn.

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