02/11/2015

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Wittmann Gruppe: Weiterhin starkes Wachstum im laufenden Geschäftsjahr - Umsatzsteigerung um rund 11 Prozent

Die Wittmann Gruppe rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2015 mit einem weltweiten Gesamtumsatz in Höhe von ca. 340 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von ca. 11 Prozent gegenüber 2014 bedeutet, wo der Umsatz mit rund 306 Mio. Euro bereits gute 10 Prozent über den Vorjahren lag. Für die Jahre 2012 und 2013 hatte die Gruppe einen Umsatz von jeweils um die 275 Millionen Euro gemeldet.

Damit übertreffen die Wittmann Kunststoffgeräte GmbH und die Wittmann Battenfeld GmbH zusammen mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften die vorsichtige Prognose von Ende April deutlich. Seinerzeit hatte die Gruppe eine Umsatzsteigerung von "nur" 5 bis 6 Prozent erwartet (s. plasticker-News vom 27.04.2015). Dieses Wachstum wurde den Angaben zufolge mit einer kaum veränderten Belegschaftsgröße erreicht, so wuchs die Zahl der Beschäftigten nur leicht auf nunmehr ca. 1.880 Mitarbeiter weltweit.

Ebenfalls eine große Steigerung beim Auftragseingang
Wie die Geschäftsführer Michael Wittmann (Wittmann Kunststoffgeräte) und Georg Tinschert (Wittmann Battenfeld) anlässlich der Fakuma 2015 vor der Presse weiterhin bekannt gaben, verzeichnet der österreichische Maschinenbauer beim Auftragseingang aktuell sogar ein Plus in Höhe von ca. 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei habe sich das Wachstum beim Auftragseingang im zweiten Halbjahr etwas verlangsamt. Für das kommende Jahr gab Michael Wittmann einen vorsichtig optimistischen Ausblick: Da man dank des hohen Auftragsbestandes "ein Polster für 2016 habe", hofft er, dass erreichte Rekordniveau zumindest zu halten, gleichwohl geht er davon aus, dass die Wachstumskurve nicht ewig so weiter steige sondern irgendwann auch wieder konjunkturelle Einschnitte kämen.


Bei den einzelnen Geschäftsbereichen der Gruppe, seien im Bereich der Spritzgießmaschinen neben Vertikalmaschinen besonders die Großmaschinen der MacroPower-Baureihe und jene der neuen SmartPower-Serie zuletzt erfolgreich gewesen. Für 2015 erwartet Tinschert den Absatz von insgesamt gut 900 Spritzgießmaschinen aller Baureihen. Im Peripherie-Bereich entwickelten sich insbesondere die Temperiertechnik und der große Bereich der Automatisierung stark, 2015 sei ein gutes Jahr für Roboter, so Wittmann.

In Europa habe sich die Nachfrage besonders stark in Deutschland und Italien sowie in Tschechien, Polen, Ungarn und Rumänien entwickelt. Darüber hinaus seien in den USA, in Mexiko sowie in Taiwan signifikante Zuwächse zu verzeichnen. Etwas schwächer sei zuletzt hingegen die Nachfrage aus Brasilien und China gewesen.

Hohe Investitionen für weitere internationale Expanison
Am Standort von Wittmann Battenfeld in Kottingbrunn, Niederösterreich, ca. 30 Kilometer südlich von Wien, wird aktuell ein zweites Bearbeitungszentrum für die MacroPower-Platten in Betrieb genommen. Für das Frühjahr 2016 ist die Erweiterung des Technikums (Test-, Trainings- und Vorführbereich MacroPower) geplant.

In Wolkersdorf, rund 19 km nordwestlich vom Wittmann-Stammsitz in Wien, hat das Unternehmen am 19. Oktober 2015 auf ca. 5.200 qm eine neue Produktion für die Schüttguttechnik in Betrieb genommen; zusätzlich gehören zum neuen Standort rund 1.650 qm Büroflächen. Mit diesem Standort verdoppelt sich den weiteren Angaben zufolge die Produktionskapazität des Bereichs Schüttgut-Technik zu dem Trockner, Förder- und Dosiergeräte zählen (s. plasticker-News vom 04.03.2015).

Der Umbau des Wiener Wittmann-Werkes 2 (Percostraße 20, Wien) und die Anpassung an die Bedürfnisse der Abteilung für Durchflussregler und Temperiergeräte läuft bis Ende 2015. Die Erweiterung der Zentrale und der Ausbau der Jahres-Produktionskapazität für Roboter um weitere 300 Stück soll ab dem Jahr 2016 die Produktion von bis zu 4.500 Robotern im Jahr ermöglichen (s. plasticker-News vom 29.05.2015).

In Ungarn hat Wittmann Battenfeld zum 1. September 2015 eine neue Verkaufs- und Serviceniederlassung in Budaörs bei Budapest in Betrieb genommen und gleichzeitig das Verkaufs- und Serviceteam erweitert. Die Erweiterung des Produktionsbereiches (Halle 3) wurde Ende 2014 abgeschlossen; insgesamt stehen dort den Angaben zufolge jetzt ca. 9.700 qm Nutzfläche zur Verfügung, wobei aktuell die Büro- und Hallenerweiterung auf über 10.000 qm in Planung sei, (s. plasticker-News vom 25.08.2015). Damit werde Ungarn, wo neben der EcoPower- und SmartPower-Maschinenbaureihe vor allem kleinere, einfacherer Roboter (bis 12 Kg Traglast) und einfache Temperiergeräte (Tempro Basic) gebaut würden, zum wichtigsten Produktionsstandort der Wittmann Gruppe; wobei der Standort Ungarn für die Gruppe noch günstiger sei als China, wie Michael Wittmann erläuterte.

In Taiwan hat Wittmann Battenfeld in der Millionenmetropole Taichung ein neues Gebäude in Betrieb genommen sowie ein bestehendes Gebäude umgebaut. Insgesamt steht dort seit Juli 2015 eine Fläche von ca. 1.400 qm für Büros, Lager und Vorführungen zur Verfügung.

Da der polnische Markt für Wittmann Battenfeld immer wichtiger werde, sei man in Polen nun seit Kurzem mit einer eigenen Tochterfirma vertreten. Bislang habe man die Kunden dort über zwei Handelsvertretungen bedient. Eine der beiden habe hat die Gruppe nun gekauft und als neue Tochterfirma in den Firmenverbund eingegliedert. Die Pläne für den künftigen Ausbau sehen zur Abdeckung der gesamten Wittmann-Produktpalette die Einstellung von weiteren Verkäufern, weiteren Servicetechnikern sowie den Ausbau der Administration vor.

Auch in den USA vergrößert Wittmann Battenfeld seine Präsenz und Produktionskapazität signifikant: Anfang Oktober 2015 hat die US-Tochter in Torrington, Connecticut, eine zusätzliche Liegenschaft von ca. 5.000 qm erworben. Dabei konnte man am Standort der US-Zentrale in direkter Nachbarschaft ein bereits bestehendes Werksgelände und Gebäude erwerben. Der Umbau und die direkte Straßenanbindung des neuen Werks 2 in Torrington soll schon bis Anfang kommenden Jahres erfolgen. Zum 1. Februar 2016 ist die Übersiedlung der Peripheriegeräte-Abteilung geplant. Die Abteilungen für Spritzgießtechnik und für Roboter verbleiben im Werk 1, wo sie künftig über mehr Platz verfügen. Dieser sei auch notwendig, z.B. um die Fertigung von mittlerweile mehr als 500 Robotern im Jahr besser bewältigen zu können, um mehr Lageflächen direkt am Ort und um mehr Platz im Spritzgieß-Technikum für Demonstrationen und Kundenversuche zu haben.

Deutlich erhöhte Produktionskapazitäten
Das laufende Jahr sei keine Herausforderung für den Vertrieb gewesen sondern vor allem eine Herausforderung für die Produktion, betonte Michael Wittmann bei der Pressekonferenz. Mit Abschluss der vielen laufenden Investitionsvorhaben rund um den Globus sollte letztere künftig besser zu bewältigen sein. Im nächsten Jahr steht dann noch eine neue, freudige "Herausforderung" ins Haus, die Feiern zum 40jährigen Firmenjubiläum, die zum 8. und 9. Juni 2016 in Wien angekündigt sind.

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