15.12.2014

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Wolfsburg: Spatenstich für Open Hybrid LabFactory - Kompetenz- und Forschungszentrum für wirtschaftlichen Leichtbau

Für die Entwicklung und Fertigung hybrider Leichtbaukomponenten entsteht ab Dezember 2014 in Wolfsburg mit der Open Hybrid LabFactory ein Kompetenz- und Forschungszentrum. In dem in öffentlich-privater Partnerschaft geplanten Zentrum kooperieren industrielle und wissenschaftliche Partner künftig unter einem Dach. Betreiber der Forschungsfabrik sind der Open Hybrid LabFactory e.V. und die TU Braunschweig mit ihrem Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF). Den Auftakt für das Bauvorhaben markierten Vertreter beider Partner, der Volkswagen AG, der Stadt Wolfsburg und der Bauherrin Wolfsburg AG kürzlich mit dem ersten Spatenstich. Die Fertigstellung ist für Mitte 2016 geplant. Mit der Bauausführung ist die Volkswagen Immobilien GmbH als Projektentwickler und späterer Generalübernehmer beauftragt. Die Wolfsburg AG investiert rund 30 Millionen Euro in die Baufertigstellung. Förderer sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Land Niedersachsen, die Stadt Wolfsburg sowie Industriepartner, die insgesamt über 100 Millionen Euro für die Ausstattung und Forschungsprojekte bereitstellen.

"Der Leichtbau ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien in der Automobilindustrie. Dabei geht es um den Kompetenzaufbau beim Einsatz innovativer Werkstoffe, um die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus dieser Produkte, und um intelligente Fertigungstechniken dafür", erläuterte Prof. Dr. Werner Neubauer, Markenvorstand Volkswagen für den Geschäftsbereich Komponente und Vorsitzender des Beirates Open Hybrid LabFactory e.V. Dieser umfassende Ansatz ist Grundlage für die Forschungsprojekte in der Open Hybrid LabFactory. Sie berücksichtigen die komplette Wertschöpfungskette von der Kohlenstofffaser über den hybriden Fertigungsprozess zur Herstellung funktionaler Leichtbau-Komponenten einschließlich der konzeptionellen Kompetenzen für die Bauteilauslegung bis hin zum Recycling.

"Dafür stehen künftig im Forschungszentrum auf rund 5.200 Quadratmetern Nutzfläche Büros, ein Dutzend Labore und ein Technikum zur Verfügung. Das Technikum beherbergt alle Anlagen, die für die Herstellung von Leichtbauhybriden notwendig sind. Alle Partner bringen ihre Kompetenz in die gemeinsam genutzte Forschungsfabrik ein, um eine übergreifende Forschung zu ermöglichen und bisher nicht zugängliche Potentiale in der Materialentwicklung und im wirtschaftlichen Leichtbau zu heben", sagte Prof. Dr. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig. Rund 200 Mitarbeiter der Partner und 150 Studenten sollen in der Open Hybrid LabFactory tätig sein.

"Mit der Open Hybrid LabFactory entsteht rund um das Thema Leichtbau eine Infrastruktur, die einmalig für Niedersachsen ist", sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić. Damit gelinge es, die grundlagenorientierte Forschung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem anwendungsorientierten Entwicklungsbedarf der niedersächsischen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer zu verzahnen. "Wir fördern das Projekt mit 9,65 Millionen Euro, um Labore und Werkstatten auszustatten sowie innovative Forschungsprojekte durchzuführen", ergänzte die Ministerin.

Der viergeschossige Bau entsteht in Wolfsburg an der Hermann-Münch-Straße auf einem knapp10.000 Quadratmeter großen Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zum MobileLifeCampus der Volkswagen AG. 120 Fahrzeugstellplätze werden auf dem Gelände des MobileLifeCampus neu errichtet. Eine Brücke schafft die räumliche Verbindung beider Gebäude. Noch im Dezember 2014 beginnen die Erdarbeiten. Der Rohbau soll Ende 2015 fertiggestellt sein.

"Mit der Open Hybrid LabFactory entsteht in Wolfsburg ein Leuchtturmprojekt für Leichtbau im Automobil, das den Standort Wolfsburg und die gesamte Forschungsregion aufwertet. Namhafte Partner wie Volkswagen, die TU Braunschweig, zahlreiche Unternehmen und künftig auch die Fraunhofer Gesellschaft tragen dazu bei", erläuterte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Die Stadt Wolfsburg und das Land Niedersachsen fördern die Errichtung und die Ausstattung des Forschungsgebäudes. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit Forschungsgeldern, um großserientaugliche Fertigungs- und Produktionstechnologien für die wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Herstellung hybrider Leichtbaukomponenten aus Metallen, Kunststoffen und textilen Strukturen zu entwickeln.

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