18.12.2015

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Wood and Natural Fibre Composite Award 2015: Sieger sind Särge, Pflanztöpfe und Klarinetten aus Naturfaser-Verbundwerkstoffen

Am 16. Dezember 2015 wurde auf der internationalen "Sixth WPC & NFC Conference" in Köln der "Wood and Natural Fibre Composite Award 2015" verliehen (siehe auch plasticker-News vom 25.11.2015). Dieser Innovationspreis würdigt neue Materialien und Produkte aus der Welt der Holz-Polymer- (WPC) und Naturfaser-Verbundwerkstoffe (NFC), die 2015 neu auf den Markt kamen oder kurz vor der Markteinführung stehen. Die über 220 Konferenzteilnehmer wählten aus sechs Nominierten die drei Gewinner.

Holz-Polymer-Werkstoffe (WPC) und Naturfaser-Verbundwerkstoffe (NFC) werden jährlich in Europa in einer Größenordnung von 400.000 t produziert. Wichtige Märkte sind Terrassendielen, Leichtbauteile im automobilen Innenraum und Konsumgüter, wie z.B. Spielwaren, wie der Veranstalter nova-Institut aus Hürth in seiner neuen Marktstudie vorstellte.

Der etablierte "Wood and Natural Fibre Composite Award 2015" wurde zum fünften Mal vergeben. Dieses Jahr haben sich 25 Unternehmen um den Preis beworben, sechs von ihnen wurden von einer Jury nominiert. Die Nominierten stellten ihr neues Material oder Produkt in einer zehnminütigen Präsentation vor, die 220 Teilnehmern der Konferenz wählten anschließend die drei Sieger. Die Preisverleihung fand während des festlichen Galadinners statt. Der Preis wurde von der Coperion GmbH, weltweit tätiger Compoundier- und Extrusionsmaschinenbauer, gesponsert.

Das nova-Institut und Coperion freuen sich, die Sieger des "Wood and Natural Fibre Award 2015" aus den Niederlanden und Finnland präsentieren zu dürfen:

Erster Platz: ONORA BV (NL): 100 % bio-basierter und mit Hanfasern verstärkter Sarg in Spritzgießtechnologie
Die Teilnehmer wählten den naturfaserverstärkten, 100 % bio-basierten Sarg mit großem Abstand zum Sieger. Das Produkt wird spritzgegossen, was große Gestaltungsspielräume in Form und Farbe ermöglicht. Die bio-basierte Zusammensetzung macht den Sarg biologisch abbaubar und ist ein Beispiel für eine neue großvolumige Anwendung von Bio-Verbundwerkstoffen. Die Ökobilanz zeigt einen CO2-Fußabdruck, der nicht nur im Vergleich zu konventionellen, sondern auch im Vergleich zu anderen Öko-Sargen niedrig ist.

Zweiter Platz: Millvision BV (NL): Blumentopf aus biologisch abbaubarem Bioverbundwerkstoff mit Agro-Restfasern
Aus Agro-Restfasern des Paprika- oder Tomatenanbaus und bio-basiertem Kunststoff werden die nominierten Pflanztöpfe zu konkurrenzfähigen Preisen produziert. Sie werden in Gärtnereien und Baumschulen verwendet und innerhalb weniger Monate auch in kalten Böden biologisch abgebaut. Der neuartige Blumentopf wirkt als Dünger, fördert so das Pflanzenwachstum und vermeidet die bei erdölbasierten Blumentöpfen anfallenden Plastikabfälle und den damit verbundenen Arbeitsaufwand.

Dritter Platz: Aqvacomp Oy und Flaxwood Oy (FI): Cellulosefaser-verstärktes Polystyrol für Musikinstrumente
Diese neuen Werkstoffe haben das Potenzial, die Verwendung seltener und bedrohter Holzarten zu substituieren. Für unterschiedliche Instrumente wurden Rezepturen mit entsprechenden Eigenschaftsprofilen entwickelt, z.B. ein Cellulosefaser-Verbundwerkstoff der Grenadillholz in Klarinetten ersetzen kann. Die Komponenten haben exzellente Wärme- und Feuchtigkeitsbeständigkeit, wodurch die typischen Probleme beim Stimmen von Holzinstrumenten reduziert werden.

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