18.07.2012

Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Ziel: Elektrofahrzeuge einfach überall laden

PTB installiert Prototyp-Steckdose zum Laden von E-Mobilen in Berlin-Charlottenburg.

Egal, ob bei der Arbeit, auf dem Supermarktparkplatz oder zuhause: einfach parken und Stecker in die Steckdose. So einfach müssten Ladevorgänge für Elektrofahrzeuge sein, wenn bis zum Jahr 2020 tatsächlich eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen, wie es dem politischen Wunsch der Bundesregierung entspricht. Am Standort Berlin-Charlottenburg der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) hat die Zukunft schon begonnen: Hier hat Dr. Sven Halldorn, Abteilungsleiter für Technologiepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, eine besondere Ladedose in Betrieb genommen. Der Clou dabei: Die gesamte Mess- und Kommunikationstechnik zur Erfassung und Übermittlung der geladenen elektrischen Energie befindet sich im Fahrzeug – die Steckdose selbst bleibt „dumm“. Dieses Konzept erlaubt eine preisgünstige flächendeckende Verbreitung von Ladedosen, die das Laden überall und unkompliziert ermöglichen kann.

Messtechnik im Auto zu installieren bezeichnet man als On-Board Metering (OBM). Es hat den Vorteil, dass in Ladestellen für Elektrofahrzeuge auf Messtechnik verzichtet werden kann. Damit können Ladestellen sehr preisgünstig in Serienproduktion gefertigt werden, was wiederum die Voraussetzung für ein dichtes, komfortables Netz von Ladestellen schafft. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projektes war die PTB an der Konzeptentwicklung, am Prototypenaufbau und am Praxistest beteiligt. Projektpartner sind die ITF-EDV Fröschl GmbH, die ubitricity Gesellschaft für verteilte Energiesysteme mbH und die Voltaris GmbH.

Technisches Herzstück des OBM-Konzeptes ist die Mess- und Kommunikationstechnik im Fahrzeug. Die PTB-Wissenschaftler haben sich hier vor allem mit den Fragen befasst, die in Zusammenhang mit dem Eichrecht und der Systemsicherheit stehen: Wichtig ist, dass die eingesetzte Messtechnik verlässlich und genau erfasst, wer wo wie viel Energie von welchem Energielieferer geladen hat. Darüber hinaus muss das Sicherheitskonzept so beschaffen sein, dass Stromdiebstahl sowie eine Manipulation des Messgerätes oder anderer Komponenten weitestgehend ausgeschlossen sind.

Das Konzept soll nicht nur bundesweit einsetzbar sein, sondern dient dazu, Standardisierungsansätze für genormte Stecker, einheitliche Datenkommunikation und abgestimmte Abrechnungsprotokolle europaweit zu diskutieren, damit die Fahrt des Elektromobils nicht an der deutschen Grenze endet.

Kontakt
Dr. Norbert Zisky, Arbeitsgruppe 8.52 Datenkommunikation und -sicherheit,
Telefon: 030 3481-7624, E-mail: norbert.zisky@ptb.de

Quelle: