29.01.2013

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Zur Detroit Motor Show: Deutsche Firmen mit guten Chancen, US-Marktanteil auszubauen

Die USA bleibt für die deutschen Autobauer im Jahr 2013 ein wichtiger Ausgleichsmarkt zum schwachen Europa. Während 2012 die europäischen Automärkte tief in die Krise gefahren sind und 2013 in Europa nochmals mit Rückgang gerechnet muss, ist USA zum Hoffnungs- und Ausgleichsmarkt geworden. Mit 14,5 Mio. Fahrzeugverkäufen war die USA im Jahr 2012 der weltweit größte Pkw-Markt und die Pkw-Verkäufe lagen weiter vor China. Tab. 1: Pkw-Markt USA, China, West-Europa (Light Vehicles in 1.000 Fzge)   Diff.  2013/2012   2005 2009 2011 2012 2013 FC in % absolut Markt USA 16.995 10.432 12.778 14.492 15.180 4,7% 688 China 3.149 8.381 12.214 13.167 13.957 6,0% 790 West Europa 14.610 13.633 12.812 11.732 11.303 ?3,7% ?429      
Gegenüber 2011 wurden in USA knapp 14 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft. Damit hat USA den deutschen Autobauern im Jahr 2012 viel Freude bereitet. Auch 2013 wird sich der US-Markt vor dem chinesischen Pkw-Markt behaupten, allerdings verliert das Wachstum in USA deutlich an Schwung. Für das Jahr 2013 kann nochmals mit einem Zuwachs von 688 000 Fahrzeugverkäufen oder 4,7% für USA gerechnet werden. Damit steigt der US-Markt auf dann 15,2 Mio. Verkäufe. China wächst im Jahr 2013 stärker und damit wird der Abstand zur Pkw-Weltmarktspitze wieder enger. Weltweit kompensiert der US-Markt den weiteren Rückgang von Westeuropa wie Tabelle 1 zeigt. Grund für das schwächere Wachstum des US-Automarkts im Jahre 2013 ist das schwächere US-Wirtschaftswachstum, das auf 2% abnimmt, während China mit einen Sozialproduktwachstum von 8% im Jahr 2013 an die frühere Wachstumsgeschwindigkeit anknüpft und in der Eurozone negatives Wachstum (-0,1%) erwartet wird. Zusätzlich gilt, dass der US-Markt wieder auf sein Sättigungsniveau von knapp 16 Mio. Verkäufen zuläuft.Die Grundstimmung der deutschen Autobauer auf der Detroit Motorshow ist also nicht schlecht. Einige wie VW strotzen vor Selbstbewusstsein. *Gute Voraussetzungen auch 2013 Marktanteile deutscher Autobauer zu steigern Tabelle 2 zeigt, dass sich die deutschen Autobauer im Jahr 2012 im US-Markt gut geschlagen haben. Besonders VW konnte seine Marktanteile im letzten Jahr in USA in einem wachsenden Markt deutlich steigern und erstmals 3% Marktanteil erreichen. Ausschlaggebend dafür war der in USA gebaute US-Passat, der mit einem Listenpreis von 20 590 USD sehr preisaggressiv positioniert wurde. Der Einstiegspreis des deutschen Passats liegt im Vergleich bei 25 075 EUR. Der Einstiegspreis des direkten Wettbewerbers von Toyota, der Toyota Camry, startet bei 22 055 USD. Damit dürfte VW auch im Jahr 2013 seine Marktposition in USA weiter verbessern, wenn auch nicht in so hohem Tempo wie im Jahr 2012. Tabelle 2 zeigt, dass die deutschen Autobauer mit einem Marktanteil von 8,7% und 1,26 Mio. verkauften Neuwagen noch deutliches Wachstumspotential in USA haben. So ist etwa der Hersteller Honda ist mit einem Marktanteil von 9,8% in USA besser vertreten als alle deutschen Autobauer zusammen. Bis 2015 können es die deutschen Autobauer schaffen, 10% Marktanteil in USA zu erreichen - sprich 1,6 Mio. Neuwagen zu verkaufen. GM ist großer Verlierer in USA - schlechtester Marktanteil seit 50 Jahren Verlierer in USA sind US-Amerikaner. So haben GM und Ford im Jahr 2012 in USA zusammen 3% Marktanteil verloren. GM hat 2012 den schlechtesten US-Marktanteil in den letzten 50 Jahren erreicht. Und so wird GM natürlich bei seiner Hausmesse in Detroit versuchen, Optimismus zu zeigen und viel über neue Produkte sprechen. Die Rezepte von GM bleiben die alten. Man stellt zwar den Cadillac ELC jetzt mit der Opel Ampera/Chevrolet Volt Technik vor, aber eine Premiummarke, die Spitzentechnik von der Volumenmarke Chevrolet bringt, ist keine richtige Premiummarke. Und so dürfte sich der Niedergang von Cadillac auch im Jahre 2013 fortsetzen.Tab. 2: Marktanteile US-Markt   2011 2012 General Motors 19,6% 17,9% Ford Motor 16,8% 15,5% Toyota 12,9% 14,4% Chrysler Group 10,7% 11,4% Honda 9,0% 9,8% Hyundai?Kia 8,9% 8,7% BMW Group 2,4% 2,4% Mercedes?Smart 2,1% 2,1% Audi 0,9% 1,0% Porsche 0,2% 0,2% VW 2,5% 3,0% Deutsche 8,2% 8,7%
Cadillac verkauft nur noch weniger als die Hälfte vom dem, was BMW-Mini in USA verkauft und knapp die Hälfte vom dem, was Mercedes-Smart oder Lexus in USA absetzt. Mit weniger als 150 000 Neuwagenverkäufen im Jahr 2012 war Cadillac einer der großen Verlierer im Jahr 2012. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass GM den negativen Cadillac-Trend "drehen" kann. Noch im Jahr 2005 hatte Cadillac 235.000 Neuwagen in USA verkauft. Die Segmentverschiebung zu Premium in USA geht an GM und Cadillac vorbei. GM will mit neuer Corvette und Pick-Ups  in USA punkten Im wichtigen Segment der Pick-up und SUV ist GM trotz Marktwachstum in USA auf der Stelle getreten und hat Marktanteile verloren. Insgesamt haben Pick-ups und SUVs - auch zusammen als "light trucks" bezeichnet - in USA mit 7,07 Mio. verkaufter Neuwagen und 48,8% Anteil an den Gesamtverkäufen erstmals wieder weniger die Hälfte der Neuwagen in USA gestellt. "Big Vehicles" bleiben also in USA "trendy", auch wenn sie leicht an Bedeutung verlieren. Als Rezept gegen den weiteren Marktanteilsverlust bei den "Big Vehicles" wird von GM in Detroit der erneuerte Chevrolet Silverado gezeigt. Der mächtige Pick-up-Truck bekommt drei neue Motoren mit Direkteinspritzung - zwei V8-Aggregate und ein V6-Triebwerk. Das Top-Achtzylinder-Aggregat hat 376 PS und das zweitstärkste hat 325 PS. Der schwächste Silverado mit Sechszylinder hat 262 PS. GM bleibt seiner Historie treu. Das gilt auch für die Wiederauflage der siebten Generation der Corvette. Die C7 wird einen neu entwickelten 6,2-Liter-V8-Motor haben, der 455 PS und 610 Newtonmeter Drehmoment hat und den Sportwagen in weniger als vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Damit dürfte eine der Botschaften auf Detroit sein, dass "new" GM, eben nichts anderes ist als "old" GM. Moderne Minis à la BMW oder Kompaktfahrzeuge à la VW Golf bleiben bei GM auf das Billigsegment von Chevrolet beschränkt. Eine Trendumkehr, die sich auch im Marktanteil niederschlagen sollte, sieht anders aus. Deutsche Autobauer mit wichtigen Neuerungen Bei den deutschen Autobauern wartet Mercedes mit der erneuerten E-Klasse und der Serienversion des A-Klasse Coupé CLA auf. Die E-Klasse ist für Mercedes in der Kombination Ertrag und Volumen das wichtigste Fahrzeug. Die Voraussetzungen sind damit für Mercedes gut, im Jahr 2013 mit erneuerter E-Klasse und CLA in USA seinen Marktanteil auszubauen. Nach unserer Prognose verkauft damit Daimler im Jahr 2013 in USA gut 30.000 Fahrzeuge mehr als in 2012. Und im Jahr 2014 startet die neue C-Klasse in ihrem neuen Produktionsstandort USA sowie zum Ende des Jahres 2013 die neue S-Klasse. Bei dem vermutlich auch im Jahr 2014 gültigen Dollar-Euro-Wechselkurs spielt dann die US-C-Klasse deutlich mehr Gewinn ein als noch heutige deutsche. Für Daimler wird die Strategie, zurück an die Premiumspitze, in USA am ehesten sichtbar. BMW zeigt in Detroit den BMW M6 als viertürigen Gran Coupés, das Facelift des Z4, einen Ausblick auf die neue 4er-Reihe als Coupé und als X4. Die neue BMW 4er Reihe legt für BMW wichtige Grundlagen, um die Marktstellung in USA weiter auszubauen. Ende 2013 stellt dann BMW seinen neuen X5 vor. Ein wichtiges Fahrzeug von BMW aus USA für USA. Audi wird im Jahr 2013 den Klein-SUV Audi Q3 in USA vorstellen. Damit dürfte Audi es schaffen, im Jahr 2013 in USA erstmals mehr als 150.000 Fahrzeuge zu verkaufen. Und auch Porsche wird seine Marktposition in USA weiter ausbauen. Einen wichtigen Schritt dazu erfolgt Ende 2013, wenn der neue Kompakt-SUV von Porsche, der Macan, auf Basis des Audi Q5 auf den Markt kommt.Elektroautos sind out in USA Der Test der Elektroautos war in USA - wie in nahezu allen anderen Märkten - wenig erfolgreich. Mit der Detroit Autoshow 2013 werden die reinen Elektroautos weiter in die Ecke geschoben. Detroit leitet den Abgesang auf das reine Elektroauto ein. Auch in den Automessen nach Detroit wird damit das reine Elektroauto kaum mehr im Blickpunkt stehen. Das Interesse richtet sich etwas stärker auf Plug-In Hybride, die allerdings auch für die US-Amerikaner durch die hohen Batteriekosten unwirtschaftlich sind. Alternative "grüne Technologien" werden 2013 kaum Bedeutung haben. Auch das ist eine Botschaft von Detroit. Die Investitionen in Elektroautos und Plug-In Hybride werden von der Branche eher zurückgefahren. Die heutigen Umweltgesetze machen das Elektroauto und die Plug-In Hybride nicht erforderlich, und Autokäufer haben bisher kaum Umwelttechnologien freiwillig nachgefragt. Die Autoindustrie bleibt konventionell. Zylinder, die man ohnehin nicht bräuchte, werden als große Innovation abgeschaltet, konventionelle Motoren kompakter. Dreizylinder werden auch in USA ihre Käufer finden. In der Summe bleibt die Technologie konventionell. Revolutionäre Innovationen - so wie Apple mit dem iPhone den Handy-Markt neu definiert hat - fehlen auf der Detroit Autoshow. Zwar wird über Brennstoffzellen und selbstfahrende Autos gesprochen und das ein oder andere Showmodell gezeigt, die Serienproduktion bleibt in Detroit aber noch Zukunftsmusik. Selbstfahrende Autos sind heute leider noch eher Google-Thema als Thema der Autobauer.Fazit: Der größte PKW-Markt der Welt bleibt 2013 Hoffnungsträger für Europäer Die Detroit Motorshow des Jahres 2013 ist wichtig, weil sie an die Branche ein positives Marktsignal sendet. USA wächst zwar deutlich schwächer - aber es wächst. Weltweit fängt USA den weiteren Rückgang in Europa auf. Das ist die positive Nachricht, aber eben nicht für alle. So ist Peugeot-Citroen nicht in USA, Mitsubishi und Suzuki nach den großen Marktanteilsverlusten der vergangenen Jahre kaum mehr präsent. Den wenig in USA vertretenen Autobauern bringt der US-Automarkt im Jahre 2013 wenig Trost. Und so werden auch die Zulieferer mit ihren Produktionsstätten in Europa im Jahr 2013 mit Kurzarbeit kämpfen müssen. Ähnlich wie Opel und Ford, deren Mütter zwar in Detroit sitzen, aber für die der Automarkt USA faktisch nicht existiert.Fiat hat es mit seiner Chrysler-Kooperation geschafft, zumindest knapp 44 000 Fahrzeuge im Jahr 2012 in USA zu verkaufen. Mit Alfa Romeo in USA in absehbarer Zeit verfolgt Fiat-Chef Marchionne die richtige Strategie, um den schwachen Europaverkäufen zumindest ein kleines Gegengewicht entgegen zustellen. Auch in dieser Hinsicht hat GM wenig Strategisches zu bieten und lässt Opel dem rezessiven europäischen Markt nahezu vollständig ausgesetzt.Für VW kann USA den in Deutschland zu erwartenden Marktrückgang ausgleichen. Für Toyota bringt Detroit im Jahre 2013 die Botschaft, dass es mit den erwarteten Zugewinnen in USA von 100 000 Verkäufen die Abschwächung des japanischen Marktes ausgleicht und seine Position als weltgrößter Autobauer im Jahr 2013 behalten könnte. Dabei hat Toyota mit seiner Beteiligung an Subaru einen weiteren Ärmel im Trumpf. Noch im Jahr 2005 hatte Subaru weniger als 200 000 Neuwagen in USA verkauft. 2012 ist die Verkaufszahl auf über 336 000 gestiegen. Seit Subaru von GM weg ist, hat sich das Unternehmen blendend in USA entwickelt.  Verkäufe Diff. Mkt.-Anteile   2011 2012 2011/12 2012 US?Markt 12.779.007 14.492.398 13,4% 100,0% General Motors 2.503.797 2.595.717 3,7% 17,9% Ford Motor Co. 2.143.101 2.243.009 4,7% 15,5% Toyota 1.644.660 2.082.504 26,6% 14,4% Chrysler?Fiat?Gruppe 1.369.114 1.651.787 20,6% 11,4% Honda 1.147.285 1.422.785 24,0% 9,8% Hyundai?Kia 1.131.183 1.260.606 11,4% 8,7% Nissan 1.042.534 1.141.656 9,5% 7,9% VW 324.402 438.133 35,1% 3,0% BMW Group 305.780 347.967 13,8% 2,4% Subaru 266.989 336.441 26,0% 2,3% Mercedes?Smart 267.016 305.072 14,3% 2,1% Mazda 250.426 277.046 10,6% 1,9% Audi 117.561 139.310 18,5% 1,0% Volvo 67.240 68.117 1,3% 0,5% Mitsubishi 79.020 57.790 26,9% 0,4% Jaguar Land Rover 50.375 55.675 10,5% 0,4% Porsche 29.023 35.043 20,7% 0,2% Suzuki 26.618 25.357 ?4,7% 0,2%

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