17.06.2011

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bvse: 14. Int. Altkunststofftag - "Gute Nachfrage - angespannte Kostensituation!"

"Der allgemeine Wirtschaftsaufschwung, der im letzten Jahr für kräftiges Wachstum gesorgt hat, setzt sich auch in diesem Jahr fort und beeinflusst die Kunststoffnachfrage günstig. Die gute Kunststoffnachfrage aus den Primärmärkten gibt auch den Sekundärmärkten Auftrieb." Das erklärte Herbert Snell, Vizepräsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, anlässlich des kürzlich stattgefundenen Internationalen Altkunststofftages seines Verbandes, der mit 393 Gästen einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen konnte.

Snell führte weiter aus, dass Recyclate, Regranulate und Regenerate/Compounds, derzeit einen guten Absatz in den Märkten finden. "Qualitativ hochwertige Recyclate ergänzen die Neuware vorteilhaft, da die Preise für Recyclate im Vergleich zur Neuware nach wie vor günstig sind." Auch bei der werkstofflichen Verwertung von Mischkunststoffen eröffnen sich, nach Einschätzung des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling, europaweit "neue Perspektiven".

In anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise in Frankreich oder Italien, werde inzwischen zur Erfüllung der Quoten aus der Europäischen Verpackungsrichtlinie das Erfassen von Mischkunststoffen vorangetrieben. Dies unterstützen deutsche Unternehmen mit ihrer Erfahrung bei der Verwertung von Mischkunststoffen.

Nach Aussage des bvse-Vizepräsidenten sei der Export von Kunststoffabfällen aufgrund des hohen Preisniveaus in Europa derzeit rückläufig. "Der Fernostexport spielt zwar immer noch eine wichtige Rolle, er dominiert aber nicht mehr die europäischen Altkunststoffmärkte", stellte Herbert Snell fest. Trotz der erfreulichen Marktlage trübe jedoch die Kostensituation, der sich die Kunststoffaufbereiter und Kunststoffverarbeiter ausgesetzt sehen, das positive Bild.

Die exorbitant gestiegenen Kosten für Sekundärrohstoffe und Kunststoffabfälle sowie die höheren Verarbeitungskosten, wobei auch der gestiegene Mindestlohn eine Rolle spiele, sowie die steigenden Energiepreise, führen zu einer angespannten Kostensituation. Snell: "Während sich der Umsatz verbessert, verschlechtern sich die Erlöse."

bvse-Kunststoffrecycler mit fast 500 Millionen Euro Umsatz
Wer sich mit dem Kunststoffrecycling in Deutschland beschäftigt, für den sind auch die Wirtschaftsdaten der beteiligten Unternehmen von Interesse. Die bisher bekannten Studien konzentrierten sich jedoch bisher darauf, die Materialmengen zu erheben, die für die Kunststoffverwertung bestimmt sind.

Wie bvse-Vizepräsident Herbert Snell erklärte, hat der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling sich vorgenommen, hier Abhilfe zu schaffen. In einem ersten Schritt wurden die Wirtschaftsdaten der beim bvse organisierten Unternehmen ermittelt. In weiteren Schritten solle dann, so Herbert Snell, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern die gesamte Branche erfasst und abgebildet werden.

Gemeinsam mit dem Institut für Aufbereitung und Recycling der RWTH Aachen wurden im Rahmen einer Studienarbeit die Unternehmensdaten der in Frage kommenden bvse-Mitglieder ermittelt und zusammengestellt.

Eine erste Auswertung wurde inzwischen vorgenommen und konnte im Rahmen eines Pressegespräches veröffentlicht werden. Die Studie sei allerdings noch nicht abgeschlossen. Daraus sollen sich demnach aber folgende interessante Ergebnisse ergeben:

Allein im bvse sind 41 Unternehmen in der Kunststoffaufbereitung und Kunststoffverwertung tätig. Insgesamt haben 32 Unternehmen den Fragebogen beantwortet. Eine Auswertung der Wirtschaftsdaten auf der Basis von 16 Unternehmen ergibt, hochgerechnet für die 41 Unternehmen, dass insgesamt 2.300 Personen beschäftigen werden und ein Umsatz von 490 Millionen Euro erwirtschaften wird. Die genehmigte Produktionskapazität betrage somit 860.000 Tonnen.

Eine Mittelung der zurückgemeldeten Daten auf der Basis der vorgenannten 16 Unternehmen ergebe, dass durchschnittlich je Unternehmen 57 Personen beschäftigt werden, bei einem Umsatz von 12 Millionen Euro und einer Produktionskapazität von 21.000 Tonnen. Der durchschnittliche Umsatz je Beschäftigten betrage demnach 190.000 Euro.