11.03.2011

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bvse: Solides und nachhaltiges Wachstum in der Sekundärrohstoff- und Entsorgungsbranche erwartet

Umfrage zeigt kein euphorisches Stimmungsbild, aber positive Zukunftsaussichten

"Die Branche konnte in den vergangenen 12 Monaten vom kräftigen Wachstum der Wirtschaft profitieren. Die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen hat sich sehr erfreulich entwickelt." Das erklärte Burkhard Landers, Präsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, kürzlich vor der Presse in Bonn.

Er berichtete, dass der Wirtschaftsaufschwung sich schnell und so durchgreifend entwickelte, dass die Branche inzwischen fast das Vorkrisenniveau erreicht habe. Landers: "Die Aufholjagd, die im vergangenen Jahr stattfand, spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen wider. Während wir 2009 einen Umsatzrückgang von zehn Prozent melden mussten, können wir heute feststellen, dass die Umsätze unserer 660 Mitgliedsunternehmen sich im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent erholt haben."

Erfreulich auch, dass der Arbeitsplatzabbau in der Branche gestoppt werden konnte. Während in 2009 noch eine rückläufige Beschäftigungsentwicklung um immerhin vier Prozent beklagt werden musste, so ergab sich im letzten Jahr ein Zuwachs von 2,5 Prozent. Der bvse geht daher davon aus, dass in der Gesamtbranche die Zahl der Arbeitsplätze um rund 4.800 Arbeitsplätze auf etwa 195.000 zunahm.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung geht bvse-Präsident Burkhard Landers von einem "soliden und nachhaltigen Wachstum" aus. "Wir haben es nicht mit einem konjunkturellen Strohfeuer zu tun."

Das zeige sich an der Investitionsquote, die im letzten Jahr bei 7,5 Prozent nach enttäuschenden 6,4 Prozent im Jahr 2009 gelegen habe. Für das laufende Jahr erwarten die Unternehmen eine weitere Steigerung auf immerhin 8,5 Prozent. Die Zahlen und auch die Prognose für 2011 zeigten, dass die Investitionszurückhaltung der Krisenjahre der Vergangenheit angehöre.

Für die Zukunft vorgesorgt haben die bvse-Mitgliedsunternehmen jedenfalls, denn die Eigenkapitalquote sei von 19,2 Prozent in 2009 auf 24 Prozent im letzten Jahr kräftig gewachsen. Eine weitere Steigerung der Eigenkapitalquote erwartet der Verband jedoch aufgrund der ausgeprägten Investitionsneigung nicht.

Burkhard Landers: "Wir erkennen bei den Kolleginnen und Kollegen einen optimistischen Realismus, der für das laufende Jahr immerhin noch eine Umsatzsteigerung von 5 Prozent annimmt." Die Stimmung sei gut, aber nicht euphorisch.

Das mache auch ein weiterer Fragenkomplex deutlich. Auf die Frage nach dem geschäftlichen Verlauf des Jahres 2010 zeigte sich, dass 14,5 Prozent die Bewertung "sehr gut" abgaben, 41,5 Prozent "gut" und 28 Prozent "befriedigend". Nur für 10 Prozent verlief das abgelaufene Jahr "ausreichend", für 3,5 Prozent "mangelhaft" und für 2,5 Prozent "ungenügend".

Das laufende Jahr wird ebenfalls ausgesprochen positiv eingeschätzt. Einen ungenügenden Geschäftsverlauf erwarten demnach nur zwei Prozent der Unternehmen, einen mangelhaften befürchten gerade einmal drei Prozent und einen ausreichenden Geschäftsverlauf prognostizieren sieben Prozent. Hingegen erwarten 32 Prozent ein befriedigendes Geschäft, aber 52 Prozent ein gutes und vier Prozent sogar ein sehr gutes Jahr für ihr Unternehmen.