28.03.2012

www.plasticker.de

friedola: K-Verarbeiter geht mit Anleihe neuen Weg zur Finanzierung

Die friedola Gebr. Holzapfel GmbH, ein breit aufgestellter Kunststoff-Verarbeiter aus dem nordhessischen Meinhard-Frieda, gibt zur Finanzierung seines künftigen Wachstums erstmals eine Mittelstandsanleihe aus. Diese hat eine Laufzeit von 5 Jahren und soll mit 7,25% p.a. verzinst werden, die Zeichnungsfrist läuft voraussichtlich noch bis zum 05.04.2012.

Wie das Finanzportal 4investors berichtet, will friedola mit der Emission dieser Anleihe bis zu 25 Mio. Euro einsammeln. Wie die Geschäftsführerin, Désirée Derin-Holzapfel, gegenüber 4investors sagte, sollen damit sowohl das interne als als auch das externe Wachstum - sprich Zukäufe - finanziert werden. An internen Investitionen seien unter anderem ein Zentrallager, neue Maschinen und Anlagen sowie der Ausbau der Vertiebsstruktur geplant. Damit sollen eine Optimierung der Logistik, eine Steigerung der Energieeffizienz und eine Internationalisierung des Vertriebsnetzes erreicht werden, was wiederum der "deutlichen Verbesserung von Umsatz und Ertrag in den nächsten Jahren" dienen soll, so Derin-Holzapfel.

Ebenso möchte man bei friedola durch weitere Akquisitionen wachsen. Dabei hat man sowohl eingeführte Hersteller, die die bestehende Produktpalette ergänzen, als auch Firmen mit bestimmtem Branchen-Knowhow und eine Verbreiterung der Technologiebasis für den Bereich Solutions (s.u.) im Blick. Für ersteres soll die Übernahme der Wunderlich Coating GmbH & Co.KG, Osterode, im letzten Jahr Vorbild sein. Zur Internationalisierung des Vertriebs würden auch strategische Akquisitionen in Betracht gezogen.

Mittelstandsanleihe als moderne Alternative zur klassischen Bankfinanzierung
Wie Derin-Holzapfel erläuterte, habe man sich den Markt für solche Anleihen intensiv angesehen und diese mit klassischen Finanzierungen über Banken verglichen. Zwar hätte man einen Teil der Investitionen auch klassisch, möglicherweise auch günstiger, finanzieren können. Aber um die nationalen wie internationalen Wachstumschancen nutzen zu können, seien ergänzende Investitionen in Übernahmen notwendig. Daher habe man sich für eine längerfristige Kapitalbeschaffung, die beides zugleich ermögliche, entschieden. Die Anleihe sei "ein modernes Finanzierungsinstrument für Mittelständler und passe somit gut zu unserem innovativen Unternehmen", so Derin-Holzapfel weiter.

Hohe Diversifizierung, aber bislang niedrige Marge
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011, welches am 31.07.2011 endete, erzielte friedola nach eigenen Angaben mit annähernd 500 Mitarbeitern (Gruppe, davon ca. 420 in Frieda) einen Umsatz von 61,4 Mio. Euro und einen Ertrag von 1,1 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr lägen Umsatz und Auftragsbestand bereits auf Vorjahresniveau. Damit sieht sich friedola schon jetzt auf einem guten Wege, die Umsatz- und Ergebnisssituation zu verbessern, ein Ziel, dass mit den geplanten Investitionen untermauert werden soll. Die zuletzt niedrigen Margen resultierten zum Teil aus den hohen Rohstoffpreisen, auch hier will sich friedola durch flexibles Sourcing und den Einsatz alternativer Rohstoffe abheben und dem Margendruck begegnen.

Bezüglich der Abnehmermärkte ist friedola relativ stark diversifiziert, der Umsatz wird nach Firmenangaben in den drei Geschäftsfeldern Home (u.a. Boden- und Tischbeläge, Selbstklebefolien, Heimtextilien), Solutions (u.a. Kunstleder, Kofferraummatten, Bau- und Betonschalungsplattenfolien, Kunstrasen) und Sports (u.a. Schwimmflügel, Boote, Campingartikel, Sportmatten) erzielt.