06.05.2014

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interpack 2014: Verpackungen für Industriegüter - Hightech unter schwierigen Bedingungen

"Die Hersteller industrieller Verpackungen treffen die Preissteigerungen besonders hart. Ihre Behälter, Paletten, technischen Teile und Werkstückträger bestehen meistens aus Kunststoff. Werkstoffe und Energie werden tendenziell nicht billiger. Langfristig bringt das einen Preisanstieg für die Ladungsträger, die Verfügbarkeit wird über kurz oder lang zu einem entscheidenden Kriterium", sagt Udo Schwabe, Marketingchef der deutschen Niederlassung des Schweizer Behälterspezialisten Utz Group.

Während der finanzielle Spielraum für die Unternehmen schrumpft, werden die Kunden anspruchsvoller. Ob Großhandel, Lebensmittel- oder Pharmaindustrie - alle relevanten Branchen wollen ihren Kohlendioxid-Fußabdruck verringern und legen Wert auf nachhaltige, ressourcenschonend hergestellte Verpackungen, die dadurch aber nicht an Stabilität einbüßen. Außerdem setzen die Unternehmen auf hoch automatisierte Fördertechniken, um einen reibungslosen Materialfluss zu gewährleisten. Das stellt hohe Anforderungen an die Verpackungen. "Auch für Industrieverpackungen gilt: Schutz des Produkts bei weniger Material für die Verpackung. Weniger Material bedeutet auch weniger Platzbedarf für das verpackte Produkt", erklärt Vera Fritsche, Referentin im VDMA Fachverband für Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen.

Zudem müssen die Behälter identifizierbar werden, damit sie sich durch verschiedene Logistiksysteme steuern lassen. "Codierung spielt eine sehr wichtige Rolle, besonderes im Hinblick auf die Rückverfolgbarkeit des Produkts über die gesamte Distributionskette wie auch für die gesamte Intralogistik", erklärt Fritsche. Vor allem die Inmould-Labeltechnik gewinnt an Bedeutung. Sie ermöglicht besonders langlebige und gut zu reinigende Etiketten, ist dafür aber aufwendiger und teurer als die bisher gängigen Barcodes.

Zu den Anforderungen an die Verpackungsanbieter zählt auch, dass sie platzsparende Behältnisse anbieten können. "Fracht- und Lagerflächen werden nicht nur knapper, sondern sind auch teuer", erklärt Fritsche. Den Druck geben die Unternehmen an die Verpackungsindustrie weiter. Es werden Behälter gewünscht, die volumenreduzierbar sind, seien es Klappbehälter, konische Behälter oder Drehstapelbehälter.

Keine Packung wie die andere
"Mit besonders sicheren Verpackungen Kundenbindung schaffen" - diesen Ansatz verfolgt auch der Verpackungskonzern Schütz. Zu seinen Neuerungen zählen so genannte Foodcert-Verpackungen für die Lebensmittelindustrie, die auf der neuen Industrienorm FSSC 22000 (Food Safety System Certification) basieren. Sie stellt unter anderem hohe Anforderungen an die Sauberkeit während der Produktion, um das Risiko von Verschmutzungen zu minimieren.

Eine weitere Strategie bilden nachhaltige Verpackungslösungen. Zu den neuen Entwicklungen von Schütz zählt eine IBC-Palette aus Kunststoff, die aus der Wiederaufbereitung gebrauchter IBC entsteht. Das Unternehmen schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen bedient es die steigende Nachfrage nach Produkten mit günstiger Kohlendioxid-Bilanz und ökologisch produzierten, recycelbaren Produkten. Zum anderen wird der Hersteller dank Wiederaufbereitung ausgedienter IBC unabhängiger von teuren Rohstoffen.

Auch bei Utz liegt ein Schwerpunkt auf der nachhaltigen, kosteneffizienten Produktion seiner Kunststoff-Ladungsträger. Das firmeneigene Recycling-Center verarbeitet Boxen und Paletten zu Granulat. Parallel entwickelt das Unternehmen neue Verpackungs-Materialien wie Wood Plastic Composite, eine Mischung aus Holz und Kunststoff. Um sich selbst mit Ökostrom zu versorgen, hat Utz zudem in eine eigene Solaranlage und ein Blockheizkraftwerk investiert. "Das sind zunächst hohe Investitionen, die uns aber langfristig unabhängiger machen von Strombörsen und staatlichen Preiseingriffen", erklärt Marketing-Chef Schwabe.

Neben Nachhaltigkeit und Kostenreduktion spielen bei Utz Flexibilität in der Produktion und Lieferbereitschaft eine zentrale Rolle. "Eines ist festzustellen: Anstelle der Universallösung für Mehrwegverpackungen, wie sie vielleicht vor einigen Jahren auf der Agenda stand, werden jetzt branchen- und kundenindividuelle Lösungen gesucht", sagt Schwabe. So habe Utz in Zusammenarbeit mit Fleischverarbeitern und der Organisation für globale Standards GS1 einen neuen, so genannten E-Performance-Fleischbehälter entwickelt, der dank verbesserter Bodengeometrie und Eckkonstruktion besonders stabil ist und für eine bessere Identifizierung innerhalb der Lieferkette an allen vier Seiten ein Inmould-Label trägt.

Für eine Drogeriekette hat Utz wiederum eine Transporteinheit entwickelt, die auf Rollen zum innerbetrieblichen Ziel befördert werden kann. Basis dieses Versandturms ist ein Transportroller, auf dessen Oberdeck sich vier Einkerbungen für die Rollen des nächsten Transportrollers befinden. So können diese im Lager platzsparend übereinander gestapelt werden. Auch die Großindustrie beliefert Utz. Die Schweizer Konzernzentrale hat für einen internationalen Technologiekonzern eine Großverpackung entworfen, die sich aus einer faltbaren Palettenbox, verschiedenen innen liegenden Unterteilungen und tiefgezogenen Zwischenplatten zusammensetzt. Die Verpackungseinheit wird weltweit zum Transport von Turbinenschaufeln für Gas- und Wasserkraftwerke eingesetzt, wenn diese einer Revision unterzogen werden.

Weitere Informationen: www.interpack.de

interpack 2014, 8.-14. Mai 2014, Düsseldorf

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