30.04.2014

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interpack 2014: Verpackungstechnik für die Lebensmittelindustrie

Innovative Verpackungen sind ein Schlüssel zur Bekämpfung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung. Wirksamere Barriereschichten, keimtötende Folien und Frischeindikatoren sollen die Produkte länger haltbar machen und die Wegwerf-Mentalität der Verbraucher stoppen. Doch bei allen Verbesserungen müssen die Unternehmen immer auch die Effizienz der Prozesse und die Kosten im Auge behalten.

Hunger zählt zu den größten Problemen der Menschheit. Dabei landen jedes Jahr weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel auf dem Müll, so das Ergebnis des aktuellen Reports "Food Wastage Footprint: Impacts on Natural Resources" der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Würden Verluste durch einen sorgsameren Umgang mit Nahrungsmitteln reduziert, könnten Hungersnöte eingedämmt werden. 54 Prozent der verschwendeten Nahrungsmittel gehen laut Report bereits während der Produktion, der Nachernte und der Lagerung verloren. Die ärmeren Länder Afrikas und Asiens sind hiervon besonders stark betroffen. Ernte- und Logistikfehler machen dort pro Kopf jährlich sechs bis elf Kilogramm Nahrung zunichte.

Entwickler arbeiten daher mit hohem Einsatz an neuen Konzepten für Verpackungsmaschinen, der verwandten Prozesstechnik sowie "smarten" Verpackungen. Insgesamt 100 Unternehmen der gesamten Food-Wertschöpfungskette von der Herstellung, über den Handel und die Verpackung bis hin zur Logistik beteiligen sich mittlerweile an der Initiative "Save Food", einem gemeinsamen Projekt der FAO, des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Messe Düsseldorf.

Kreative Verpackungslösungen
Geforscht wird unter anderem an aktiven Verpackungen, die in Wechselwirkung mit dem Füllgut treten. PET-Flaschen werden mit Sauerstoffabsorbern wie Eisen präpariert, damit sauerstoffempfindliche Getränke wie Bier oder Fruchtsäfte länger haltbar bleiben. Oder Folien werden mit Konservierungsstoffen wie Sorbinsäure angereichert, um das Keimwachstum auf Lebensmitteln zu bekämpfen. Kritiker bemängeln, bei aktiven Verpackungen beeinträchtigten zusätzliche Chemikalien die Natürlichkeit der Produkte. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) im bayerischen Freising wollen Abhilfe schaffen: Sie entwickeln antimikrobielle Materialien auf Basis von Pflanzenextrakten, etwa von Rosmarin. "Auf diese Weise können Lebensmittelhersteller dem Wunsch der Verbraucher nach natürlichen, gesundheitsfördernden Produkten weiter nachkommen", sagt IVV-Materialentwickler Sven Sängerlaub.

Nachteil vieler Save-Food-Verpackung ist allerdings, dass ihre Herstellung relativ aufwendig ist. Wird beispielsweise für eine "stärkere" Verpackung mehr Material eingesetzt, werden zusätzliche Ressourcen verbraucht. Die Branche versucht daher, den höheren Aufwand für "smarte" Verpackungen durch Einsparungen an anderer Stelle der Food-Wertschöpfungskette zu kompensieren. So sind die Hersteller von Verpackungsmaschinen darauf bedacht, die Effizienz ihrer Linien durch stärkere Automation und optimierte Prozesse zu erhöhen.

Multivac beispielsweise biete seinen Kunden Technologien, die unter anderem gewährleisteten, dass bei deren Herstellung ein geringstmöglicher Folienabfall entstehe, erklärt Marketingchefin Valeska Haux. Dies werde etwa durch moderne Werkzeugtechnologien, beispielsweise bei den Schneidwerkzeugen erreicht. Die Integration von Handhabungsmodulen in die Verpackungslinie stelle zudem eine packungsgenaue Qualitätskontrolle sicher, was den Verbraucherschutz gewährleistet, so Haux.

"Wir steigern Effizienz und Hygiene unserer Anlagen und vermeiden Abfall schon in der Produktion", erklärt Mathias Dülfer, Geschäftsführer von Weber Maschinenbau. Der Hersteller von Schneidemaschinen optimiere sein Anlagenportfolio stetig. In den neuen Maschinen sorgen innovative Messertechniken, intuitive Bedienkonzepte und eine offene Bauweise für leichte Bedienung, gute Zugänglichkeit und Inspizierbarkeit sowie eine einfache Reinigung.

Lebensmittel sicherer und mit höherem Durchsatz verpacken - das ist auch der Antrieb des spanischen Maschinenbauers Ulma Packaging. Die Firma bietet Verpackungstechniken von Schlauchbeutelverpackungen bis zu Tiefziehmaschinen an. Auf der Interpack 2014 will das Unternehmen unter anderem neue Tiefziehsysteme für so genannte Skin-Verpackungen zeigen. Die wichtigste Funktion dieser Art der Verpackung sei es, die Produkthaltbarkeit zu verlängern, aber auch den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen zu verhindern. Das verzögere das Keimwachstum. Außerdem wurde eine Steuerung für alle Maschinentypen entwickelt. Die Neuentwicklung verspricht nach Firmenangaben "Produktivitätssteigerungen bei allen Systemen".

Weitere Informationen:
www.interpack.de, www.ivv.fraunhofer.de, www.multivac.de, www.weberweb.com, www.ulmapackaging.com

interpack 2014, Düsseldorf, 8.-14. Mai 2014

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