30/11/2010

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kunststoffland NRW: 100 Teilnehmer beim 7. Branchentag in Paderborn

Unter dem Motto "Quo vadis Kunststoffbranche - Wie machen wir den Standort NRW noch zukunftsfähiger?" trafen sich am 24. November Vertreter der gesamten Kunststoffbranche beim 7. Branchentag kunststoffland NRW in Paderborn. Neben hochkarätigen Referenten aus Wirtschaft und Forschung erwartete die Teilnehmer ein spannendes Rahmenprogramm mit einer Live Produktion durch Fused Deposition Modeling (FDM).

Branchentag zu Gast in Paderborn
Nach der Begrüßung der ca. 100 Gäste des 7. Branchentages durch Prof. Dr. Nikolaus Risch, Präsident der Universität Paderborn, stellte Prof. Dr.-Ing. Guido Grundmeier, Vorsitzender des Vorstandes des Instituts für Polymere Materialien und Prozesse (PMP) und damit Gastgeber des diesjährigen Branchentages, die verschiedenen Fachbereiche und das Leistungsspektrum des neuen Instituts PMP vor.

Matthias Poschmann, Vorsitzender des Vorstandes des Vereins kunststoffland NRW, verdeutlichte die Bedeutung der Region Ostwestfalen-Lippe und insbesondere der Universität Paderborn für die Kunststoffbranche. So könne beispielsweise sein Unternehmen - unterstützt durch die Vereinsarbeit von kunststoffland NRW - gerade ein Forschungsprojekt mit der Universität Paderborn umsetzen. Praxisorientiert präsentierte auch Prof. Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) seinen Beitrag zum Thema "Bauen mit Kunststoffen". Dabei wurde anschaulich, welchen Beitrag Kunststoffe für innovative Architekturen leisten können und welche Herausforderungen es in diesem Feld noch gibt.

Herausforderungen nach der Krise
Die aktuellen Wirtschaftsdaten sprechen eine eindeutige Sprache: Die Krise scheint überwunden. Beim Branchentag wurde allerdings auch deutlich, dass der aktuelle Boom die Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt. Die Verarbeiter leiden unter der Materialknappheit, die Aufträge können wegen der Engpässe bei den Mitarbeitern nicht schnell genug abgearbeitet werden. Der Vortrag von Dr. Wolfgang Falter, Managing Director Chemicals & Process Industries von AlixPartners GmbH, fokussierte die Weltkarriere der deutschen Chemie- und Kunststoffbranche. Hier habe Nordrhein-Westfalen trotz der internationalen Herausforderungen durch die eng vernetzte Wertschöpfungskette einen großen Standortvorteil. Dieser lasse sich schwer in anderen Regionen imitieren.

Dr. Peter Orth, Geschäftsführer PlasticsEurope Deutschland, sieht die Stellschrauben vor allem bei der Verbesserung der wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen. Deutschland sei im Kunststoffbereich stark positioniert, die parallelen Entwicklungen bei den Erzeugern, Maschinenbauern und Verarbeitern sollten durch gemeinsame Projektaktivitäten noch besser genutzt werden. Dafür biete kunststoffland NRW die richtige Plattform.

Um die Stärken und Schwächen von NRW ging es in Impulsstatements und einer anschließenden Diskussion. Michael Carus, nova-Institut, betonte dabei die noch ausbaufähige Rolle des Landes im Themenfeld Biokunststoffe und stellte hier gleichzeitig eine noch intensivere Kooperation mit kunststoffland NRW in Aussicht, um die gemeinsamen Themen mit geballter Kraft zu pushen. Dr. Herbert Nagorski verwies auf das vorhandene Vernetzungspotenzial zwischen den Unternehmen. Prof. Dr. Volker Schöppner stellte insbesondere die Rolle der Hochschulen als Garant für den gerade zurzeit fehlenden Nachwuchs dar.

Matthias Poschmann betonte in seinem Schlusswort, dass sich Nordrhein-Westfalen aufgrund des großen Engagements von kunststoffland NRW nicht hinter anderen Bundesländern verstecken müsse. Die hier geleistete Arbeit bilde eine gute Basis für den Ausbau der Wertschöpfung in NRW. Er rief dazu auf, die durch kunststoffland NRW schon vorhandene Plattform noch stärker im eigenen Interesse zu nutzen und damit den Know-how-Transfer zu vergrößern.

Für die musikalische Untermalung konnte der Glasharmonist Sascha Reckert gewonnen werden. Während des Get-togethers nutzten die Teilnehmer die Zeit zur Vernetzung und Vertiefung der Diskussion.

Die Räumlichkeiten stellte dieses Jahr das Institut für Polymere Materialien und Prozesse, deren Einrichtungen im Vorfeld des Branchentages besichtigt werden konnten.