09.08.2012

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mtm plastics: Kunststoffrecycler begrüßt EuCertPlast

Neuer Zertifizierungsstandard soll für fairen Wettbewerb sorgen

"Damit hat die Kleinstaaterei bei der Zertifizierungspraxis hoffentlich bald ein Ende", begrüßt Michael Scriba, Geschäftsführer des Kunststoffrecyclingunternehmens mtm plastics aus Niedergebra, den kürzlich ins Leben gerufenen Zertifizierungsstandard EuCertPlast. Bislang müssen sich Unternehmen wie mtm, das mit verschiedenen Lieferanten aus dem In- und Ausland zusammenarbeitet, mehrfach im Jahr nach unterschiedlichen Prüfvorgaben auditieren lassen. Das europaweit einheitliche Zertifizierungssystem EuCertPlast soll dieser kosten- und zeitaufwändigen Praxis ein Ende bereiten. "mtm wird sich zukünftig nur noch nach diesem Standard zertifizieren lassen, der die deutschen Anforderungen mehr als erfüllt", kündigt Scriba an. Europäische Verbände und Unternehmen der Kunststoff-Verarbeiter und -Regranulierer sowie Betreiber von Sammelsystemen hatten sich Anfang Juli darauf geeinigt.

Voraussetzung sei, dass das Zertifikat möglichst zügig in ganz Europa als Qualifikationsnachweis für Recyclingbetriebe akzeptiert werde. Scriba verspricht sich von dem neuen Standard auch ein Ende der bisherigen Verzerrungen des Wettbewerbs: "Die Prüfkriterien sind zwar etwas schärfer als diejenigen der LAGA, doch sehen wir darin einen Vorteil. Setzen sie sich durch, konkurrieren alle Wettbewerber in Europa auf gleicher Ebene."

Das im Juli gestartete Zertifizierungs- und Auditsystem EuCertPlast überträgt den bestehenden CEN Standard 15343 auf das Kunststoffrecycling. Alle akkreditierten Prüfer können das neue Prüfschema einsetzen. Die EuCertPlast-Partner European Plastics Recyclers (EuPR), European Plastics Recycling Organisation (EPRO), European Plastics Converters (EuPC), European Association unoriented Polyester Films (EuPET) und Recovinyl wollen mit der einheitlichen Zertifizierungspraxis sowohl dem Lieferanten als auch dem Kunden die Sicherheit geben, dass die gehandelten Kunststoffabfälle nach besten Branchenpraktiken umwelt- und normengerecht verarbeitet werden. So soll auch das Umweltzeichen "Blauer Engel" ab 2013 das Zertifikat für Produkte aus Recyclingkunststoffen zur Voraussetzung machen.