18.01.2012

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mtm plastics: Mischkunststoffverwerter fordern mehr Qualität für ihre Rohstoffe

Sortierung soll besser auf die Verwertung abgestimmt werden

Die werkstoffliche Verwertung vermischter Kunststoffe ist besonders herausfordernd: Die Kunststoffabfälle sind unterschiedlicher Art und Herkunft und nicht selten mit Störstoffen verunreinigt. Um besser verwertbares Ausgangsmaterial zu erhalten, wollen in Deutschland ansässige Kunststoffrecycler mehr Einfluss auf die vorgeschalteten Sortierprozesse nehmen. Die Qualität der Mischkunststoffe, die sie aus modernen Sortieranlagen erhalten, habe in den vergangenen Jahren deutlich nachgelassen. Sie führe zu immer geringeren Produktausbeuten, sind sich Unternehmer, die sich Ende vergangenen Jahres in Mainz zu einem Austausch zusammenfanden, einig. Im direkten Gespräch mit Sortieranlagen wollen sie deren Prozesse besser auf die nachfolgende Produktion abstimmen.

"Das deutsche ‚Hightech-Modell' der Kunststoffartentrennung zielt mehr auf Menge als auf Qualität ab", kritisiert Michael Scriba, Geschäftsführer von mtm plastics aus Niedergebra, einem in Europa führenden Verwertungsunternehmen für vermischte Kunststoffabfälle. "Aus solchen Großanlagen erhalten wir Mischkunststoffverwerter nur schlecht definierte Teilmengen, die lediglich Produktausbeuten von teilweise unter 40 Prozent zulassen. Diese Qualität ist für die energetische Verwertung viel besser geeignet." Mit anderen Sortiervorgaben lasse sich die Gesamtmenge der werkstofflich verwertbaren Kunststoffe wieder deutlich steigern. So habe mtm mit einigen Sortieranlagen und dualen Systemen eigene Vorgaben erarbeitet und erfolgreich umgesetzt.

Auch die weiteren Teilnehmer der Runde aus den Unternehmen Hahn Kunststoffe GmbH, CABKA GmbH, Hubert Eing Kunststoffverwertung GmbH, purus Arzberg GmbH und vogt-plastik GmbH haben ähnliche Erfahrungen mit der sinkenden Qualität der so genannten Mischkunststoffe gemacht und bemühen sich in direkten Absprachen mit ihren Rohstofflieferanten und Nachsortierungsversuchen im eigenen Betrieb, die gesunkenen Produktausbeuten wieder aufzufangen. Dass hier noch "Luft nach oben" sei, sind sich alle einig und haben dabei vor allem die kleineren Sortieranlagen im Blick, die noch nicht in die Kunststoffartentrennung investiert haben.

"In der Praxis in solchen Anlagen konnten wir feststellen, dass andere Sortierkonzepte, die beispielsweise aus einer Vorsortierung beim Entsorger und einer spezifischen Nachsortierung beim Verwerter bestehen können, zu einer Win-win-Situation führen. Nicht nur wir profitieren von einer höheren Produktausbeute, sondern auch der Sortierer, der weniger Kosten hat und damit für Ausschreibungen wettbewerbsfähiger wird. Und letztlich profitiert die Umwelt von einer höheren Ausbeute, weil weniger nicht verwertbare Abfälle entstehen", beschreibt Dirk Textor von der Eing Kunststoffverwertung GmbH einen künftig gangbaren Weg, der die gängige Sortierpraxis nicht verdrängen, sondern ergänzen soll.