13.03.2013

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nova-Institut: Produktionskapazitäten für Bio-basierte Polymere bis 2020 verdreifacht

Das nova-Institut, Hürth bei Köln, hat eine umfassende Marktstudie zum Thema bio-basierte Polymere publiziert. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit renommierten Experten innerhalb von knapp zwei Jahren erarbeitet. Es ist laut nova-Institut das erste Mal, dass eine Marktstudie sämtliche bio-basierte Polymere betrachtet, die von 247 Unternehmen an weltweit 363 Standorten produziert werden. 114 dieser Unternehmen mit 135 Standorten werden mit detaillierten Daten vorgestellt.

Insgesamt seien so erheblich höhere Produktionskapazitäten als in bisherigen Marktstudien festgestellt worden. Die gezählten 3,5 Mio. t stellen einen Anteil von 1,5% an der Gesamtproduktion aller (Konstruktions-)Polymere von 235 Mio. t im Jahr 2011 dar. Derzeitige Produzenten bio-basierter Polymere prognostizieren, dass ihre Produktionskapazitäten bis zum Jahr 2020 auf knapp 12 Mio. t anwachsen werden. Mit einer erwarteten Gesamtproduktion von 400 Mio. t an (Konstruktions-)Polymeren in 2020, würde dies einen Anstieg des Anteils bio-basierter Polymere von 1,5% in 2011 auf 3% in 2020 bedeuten: Die bio-basierte Produktionskapazität wachse damit schneller als die Gesamtproduktion.

Die dynamischste Entwicklung wird den sogenannten "Drop-in" Biopolymeren vorhergesagt, die sich chemisch nicht von ihren petrochemischen Gegenstücken unterscheiden, aber zumindest teilweise aus Biomasse gewonnen werden. Diese Gruppe wird von teilweise bio-basiertem PET (Bio-PET) angeführt, dessen Produktionskapazität bis zum Jahr 2020 etwa 5 Mio. t erreichen werde, bei Verwendung von Bioethanol aus Zuckerrohr. Die Zweiten in dieser Gruppe sind die bio-basierten Polyolefine wie PE und PP, die ebenso auf Bioethanol basieren. Aber auch die neu am Markt eingeführten, bio-basierten Polymere PLA und PHA sollen ihre Produktionskapazitäten zwischen 2011 und 2020 mindestens vervierfachen.

Die größten Anteile am Investment in neue Biopolymer-Kapazitäten werden in Asien und Südamerika erwartet, zum einen wegen einer besseren Rohstoffversorgung mit Biomasse und zum anderen wegen günstigerer politischer Rahmenbedingungen. Der Anteil Europas soll von 20% auf 14% fallen und der von Nordamerika von 15% auf 13%, während dessen der Anteil Asiens von 52% auf 55% und der von Südamerika von 13% auf 18% anwachsen soll. Die Anteile der verschiedenen Regionen an der Biopolymer-Produktion werden sich demnach bis 2020 nicht dramatisch verschieben. Das bedeutet, dass alle Regionen am Ausbau der wachsenden Produktionskapazitäten ihren Anteil haben werden.

Michael Carus, Geschäftsführer des nova-Instituts, fasst die Ergebnisse der Marktuntersuchung so zusammen: "Zum ersten Mal überhaupt liegen nun belastbare und umfassende Marktdaten zur weltweiten Produktionskapazität aller bio-basierten Polymere vor. Diese liegen deutlich über den Angaben bisheriger Studien, die nicht alle bio-basierten Polymere und nicht alle Produzenten erfassten. Die Prognose einer Gesamtkapazität von 12 Mio. t im Jahr 2020 - einer Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2011 - zeigt, dass Biopolymere fraglos eine spannende Zukunft vor sich haben. Ein weiterer Befund ist die weiterhin sehr dynamische Entwicklung: Vor fünf Jahren hatte niemand erwartet, dass Bio-PET heute das volumenstärkste Biopolymer ist und seine Anteile weiter ausbauen wird - und dies Dank einer Initiative eines einzigen Markenherstellers. Ähnliches kann auch bei anderen bio-basierten Polymeren geschehen. PLA und PHA zeigen ebenso ein ganz beachtliches Wachstum und dies auch ohne den Nachfragesog eines Markenherstellers."

Bezugsquelle
Der vollständige 360-seitige Marktbericht besteht aus drei Hauptteilen: "Marktdaten", sechs "Trendreports" und 114 Firmenprofile und kann für 6.500 € plus MWst. unter www.bio-based.eu/market_study. bestellt werden. Für den Preis erhält man zusätzlich einen Jahreszugang zu der Datenbank "Bio-based Polymers Producer Database", die kontinuierlich weiter gepflegt und erweitert wird.

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