26.07.2012

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nova-Institut: WPC-Pionier Hiendl mit Förderpreis ausgezeichnet

Der Niederbayrische Unternehmer Helmut Hiendl hat den Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2011 des bayerischen Landwirtschaftsministeriums erhalten. Der Preis richtet sich an Personen oder Institutionen, die ein herausragendes Produkt oder eine Produktgruppe auf der Basis heimischer Nachwachsender Rohstoffe entwickelt haben.

Mit der 1964 gegründeten H. Hiendl GmbH & Co. KG wurde in diesem Jahr ein Pionier der Holzwerkstoff-Branche ausgezeichnet. Seit über zehn Jahren beschäftigt sich das Unternehmen intensiv mit der Entwicklung und Produktion von naturfaserverstärkten Kunststoffen und Wood-Plastic-Composites (WPC) und hat es geschafft, unter der Marke Hiendl NFC® neue und anspruchsvolle Märkte zu erschließen. So habe die Firma ein Montageprofilsystem entwickelt, das mit herkömmlichen Aluminiumprofilen mithalten könne und durch ökologische Vorteile überzeuge: Erheblich reduzierter Primärenergieeinsatz und verringerter CO2-Ausstoß. Die Profilsysteme bestehen zu 70% aus Holz und 30% aus Kunststoff, lassen sich leicht bearbeiten und montieren und behalten dennoch ihre angenehme Holzanmutung. Da sie Strom nicht leiten, sind mit ihnen auch Aufbauten für empfindliche elektrische Messungen einfach zu realisieren; eine Nische in der sich das Material bereits etablieren konnte.

Für die Profilsysteme wurde die Firma Hiendl bereits mit dem Design Plus Award der Fachmesse Ambiente und mit dem WPC-Innovationspreis des nova-Instituts ausgezeichnet.

Eine weitere Anwendung, in der das Material punktet und seine ökologischen und ökonomischen Vorteile zur Geltung bringt, sind Decksleisten für sogenannte Drachenboote. Der Drachenbootsport kommt ursprünglich aus China. Er hat aber auch hierzulande inzwischen so viele Anhänger gefunden, so dass sich eine Produktion der Boote auch in Deutschland etablieren konnte, bei der diese modernen Materialien zum Einsatz kommen. Dabei war zu beachten, dass die traditionelle Form und Gestalt des Bootes gewahrt bleiben musste. Wurden für die sogenannten Decksleisten früher aufwändig gefräste Profilstücke aus Tropenholz eingesetzt, so werden heute Extrusionsprofile eingesetzt. Sie werden in 13 m Länge hergestellt. Dadurch entfallen störende Stoßstellen. Hiendl NFC qualifiziert sich für diese anspruchsvolle Anwendung, da es nicht nur eine schöne Holzoptik besitzt, sondern eben auch zum größten Teil aus Holz besteht.

Die Hiendl NFC-Decksleiste neigt nicht zum Splittern. Sie verträgt die von den Sportlern ausgeteilten Paddelschläge und muss nicht jedes Jahr abgeschliffen und neu lasiert werden. In den letzten zwei Wettkampfsaisons konnte sich der Werkstoff bereits erfolgreich unter Beweis stellen.

Eines der aktuellen Projekte des Unternehmens aus Furth/Bogen, das inzwischen 60 Mitarbeiter beschäftigt, beschäftigt sich mit Ladeneinrichtungen: Ein ausgeklügeltes System von Wandverkleidungen ermöglicht das individuelle, flexible und platzsparende Anbringen von Ladendisplays, so dass Produkte vor edler Holzoptik präsentiert werden können. Auch hier zählen nicht nur die Materialeigenschaften sondern auch die ökologischen Vorteile und der Einsatz nachwachsender Rohstoffe.

Wie Ministerialdirigent Maximilian Geierhos in seiner Laudatio zur Preisverleihung am 2. Juli in der Würzburger Residenz betonte, ist es der H. Hiendl GmbH & Co. KG gelungen "den Werkstoff Holz noch besser und vielseitiger zu machen als er ohnehin schon ist. Kein Ast stört in Ihrem Produkt und begrenzende Baumlängen sind auch kein Problem mehr."