18.02.2010

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pro-K: Konsumprodukte und Halbzeuge durchschreiten Talsohle

Sowohl im Bereich der Konsumprodukte als auch in dem der Halbzeuge hat die allgemein schwierige Wirtschaftslage des Jahres 2009 deutliche wenn auch unterschiedlich tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen. Der pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. geht jedoch davon aus, dass die Talsohle durchschritten ist. Wenngleich der Aufstieg voraussichtlich länger dauern wird als allgemein erwartet.

Wie Peter Maschke, Vorstandsvorsitzender des pro-K, bestätigt, gestaltet sich die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Teilmärkten äußerst unterschiedlich. Diese Divergenz zeigt sich exemplarisch im Bereich der Lager- und Transportsysteme. Während nach dem Spitzenjahr 2008 für den Non-Food-Sektor ein drastischer Einbruch erwartet wird, der je nach Unternehmen zwischen 15 und 40% liegen kann, zeigt sich der Food-Sektor relativ stabil. Manche Unternehmen verzeichnen hier sogar ein Plus. Dennoch kann der robuste Food-Sektor die Talfahrt im Non-Food-Bereich nicht ausgleichen. Diese ist vor allem der schwachen Auftragslage in der Maschinenbau- und in der Automobilbranche geschuldet.

Auch der Markt für Kunststofffenstersysteme zeigt 2009 verschiedene Tendenzen. Im Inland rechnen die Experten mit einem Plus von 2 bis 3%. Der Export dagegen erweist sich mit einem Minus von über 20% als Sorgenkind der Branche und trifft das Exportland Deutschland stark. "Wir sehen verhalten optimistisch in die Zukunft." Betont Winfried Tänzer, Vorstandsmitglied des pro-K und Leiter des Bereichs Wirtschaft, Politik, Umwelt der profine GmbH. "Für Russland, einem der größten Hauptabsatzmärkte für Kunststofffenster, wird eine leichte Erholung sowohl des Renovierungs- als auch des Neubausektors prognostiziert. In Bulgarien und Rumänien beginnen zudem die ersten zarten Pflänzchen wieder zu wachsen. Auch in Deutschland liegt noch ein hohes Renovierungspotential verborgen. Hier appellieren wir vor allem an die Bundesregierung, die CO2- Gebäudesanierungsprogramme wirkungsvoller auszugestalten, um dadurch die derzeitige Sanierungsquote zu steigern. Allein in Deutschland gibt es noch rund 30 Millionen einfach verglaste Fenster im Gebäudebestand. Der Austausch gegen moderne Kunststofffenster macht eine Einsparung von 1,5 Milliarden Liter Heizöl pro Jahr möglich und entlastet zudem die Erdatmosphäre um 4,4 Millionen Tonnen CO2 jährlich."

Ebenso wie bei den Kunststofffenstersystemen steht pro-K im gesamten Bereich der Konsumprodukte und Halbzeuge einer voreiligen Euphorie für das Jahr 2010 kritisch gegenüber. "Das zurzeit häufig für 2010 heraufbeschworene Licht am Ende des Tunnels könnte sich zunächst als entgegenkommender Zug erweisen." Warnt Peter Maschke. Viele Unternehmen haben 2009 ihre Lager leer geräumt, um Cash-Flow zu generieren. Der für 2010 erwartete weltweite Aufschwung in der Nachfrage muss demnach von den Unternehmen vorfinanziert werden. Nach aktuellem Stand der Dinge werden jedoch zwei Umstände die wirtschaftliche Erholung erschweren. Zum einen ist zu erwarten, dass die Banken aufgrund der schlechten Bilanzen von 2009 nur zögerlich Kredite vergeben werden. Einigen Unternehmen droht daher die Insolvenz, noch bevor es zu einer wirtschaftlichen Verbesserung kommen kann. Zum anderen befinden sich die Rohstoff- und die Transportmärkte wieder dort, wo sie kurz vor der Krise waren. Die Rohstoffpreise werden künstlich in die Höhe getrieben und Frachtraten schaffen weitere Liquiditätsrisiken für die Unternehmen.

"Wir gehen deswegen davon aus, dass der tatsächliche Aufstieg aus dem Tal der Krise erst 2011 beginnen wird. Kunststoff setzt sich jedoch in immer mehr Anwendungsgebieten gegen andere Werkstoffe sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Sicht durch - man nehme nur den Markt für Kunststofffenster. Daher sind wir fest davon überzeugt, dass die Kunststoff verarbeitende Industrie in den kommenden Jahren zu ihrer alten Stärke zurückfinden wird." Prognostiziert Ralf Olsen, Geschäftsführer von pro-K, die Aussichten für die gesamte Kunststoff verarbeitende Industrie und deren Teilmärkte der Konsumprodukte und Halbzeuge.

Weitere Informationen: www.pro-kunststoff.de