21.09.2015

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wdk: Deutsche Kautschukindustrie mit leichter Umsatzausweitung

Das 1. Halbjahr 2015 brachte der deutschen Kautschukindustrie einen stabilen Geschäftsverlauf. Die Absätze lagen nach Angaben des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) nach den ersten sechs Monaten des Jahres durchweg leicht über dem Volumen im Vorjahr. Die Umsätze blieben demnach allerdings bei Technischen Elastomer-Erzeugnissen TEE unter Vorjahr. Das war erwartet worden, da zum einen das 1. Quartal 2014 eine außergewöhnlich gute Branchenkonjunktur aufwies und zum anderen die Rohstoffpreise im 1. Halbjahr 2014 auf einem deutlich höheren Niveau lagen als 2015. Die Rückgänge der Rohstoffpreise ab der Jahresmitte 2014 bis ins laufende Jahr blieben demnach nicht ohne Auswirkung auf die Verkaufspreise und die Umsätze.

Nach schwachen Ab- und Umsätzen im 1. Halbjahr 2014 konnten die Reifenhersteller zwar die Umsätze in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 leicht steigern, die Absätze im Reifen-Ersatzgeschäft verblieben aber auf niedrigem Niveau. Das Geschäft mit Sommerreifen sprang entgegen den Erwartungen nicht an.

Der Branchenumsatz stieg insgesamt gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um 0,4 % auf 5,86 Mrd. €. Im Inland erhöhte sich der Umsatz um 0,6 % auf 4,06 Mrd. €. Das Auslandsgeschäft profitierte zum Jahresstart noch von starken Nachfrageregionen in Übersee, litt anderseits aber auch unter der anhaltend schwachen Nachfrage wichtiger europäischer Handelspartner. Im Zuge einer moderaten Erholung der Nachfrage in Europa im weiteren Jahresverlauf schwächte sich dann die Nachfrage aus den außereuropäischen Exportmärkten ab. Alles in allem stagnierte der Auslandsumsatz bei 1,8 Mrd. €.

Das Reifengeschäft zeigte sich im 1. Halbjahr 2015 recht differenziert. Während im Erstausrüstungsgeschäft die gegenüber 2014 gestiegene Fahrzeugproduktion für Zuwächse bei Umsatz und Absatz sorgte, bereitete das Ersatzgeschäft weniger Freude. Trotz eines schwachen Jahres 2014 im Sommerreifengeschäft konnten die Verkaufszahlen nicht gesteigert werden. Etwas Kompensation brachte eine durch den niedrigen Eurokurs begünstigte Reifenexportsteigerung. Negativ auf den Umsatz wirkten die in den Verkaufspreisen gespiegelten niedrigen Rohstoffpreise. In Summe stieg der Inlandsumsatz im 1. Halbjahr 2015 um 1,7 % auf 2,17 Mrd. € und der Exportumsatz um 0,8 % auf 505 Mio. €.

Mengenmäßig betrachtet blicken die Hersteller von Technischen Elastomer-Erzeugnissen TEE der deutschen Kautschukindustrie auf ein über dem Vorjahr liegendes 1. Halbjahr 2015 zurück. Sowohl im automotiven als auch im non-automotiven Sektor, im Inland, wie im Ausland, konnten die Absatzvolumina ausgeweitet werden. Dass die Umsätze dennoch unter denen des Jahres 2014 liegen, wird im Wesentlichen auf die im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum niedrigeren Rohstoffpreise zurückgeführt.

In Summe verbuchten die Hersteller von TEE einen Umsatzrückgang von 0,5 % auf 3,19 Mrd. €. Einem Minus von 0,6 % auf 1,89 Mrd. € auf dem Inlandsmarkt stand eine Reduzierung um 0,4 % auf 1,29 Mrd. € im Auslandsgeschäft zur Seite.

Das Produktionsvolumen der Kautschukverarbeiter in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2015 trotz einer Ausweitung der Mengenlieferungen zurückgegangen. Hohe Energiepreise, Strukturwandel auf Abnehmerseite und Local Sourcing führen dazu, dass die deutschen Unternehmen die Fertigungsvolumina in Deutschland zurück- und in ihren ausländischen Werken hochfahren.

Dass sich trotz gesunkener Produktion der Beschäftigtenstand in der Branche mit 75.250 Mitarbeitern gegenüber 2014 leicht erhöhte, liegt den Verbandsangaben zufolge am hohen Fachkräftebedarf der Branche, der zuletzt nicht ausreichend gedeckt werden konnte.

Zu Beginn des 2. Halbjahres liegen die Rohstoffpreise leicht unter Vorjahresniveau. Angesichts des deutlichen Rückgangs im 4. Quartal 2014, dürfte sich der Vorjahresvergleich im weiteren Verlauf dieses Jahres annähern. Dann sollte sich auch der Branchenumsatz parallel zu den leicht steigenden Absätzen erhöhen. Die Branchenprognose einer Umsatzsteigerung im Jahr 2015 von 2 bis 3 % bleibt bestehen. Gleichwohl haben die Risiken mit Blick auf einen möglichen Einbruch der globalen Konjunktur zugenommen.

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