Mit der neuen Anschlusshülse HPS 400 erweitert der Thermodynamik-Spezialist Hotset die technische Bandbreite der Thermoelemente und Widerstandsthermometer seiner Produktlinie "hotcontrol". Dank ihrer Hitzebeständigkeit von bis zu 400°C und einer Zugfestigkeit von mehr als 120 N soll sie den Sensoren an der kritischen Übergangszone von der Messspitze zu den Ausgleichleitungen eine sehr gute thermische und mechanische Stabilität verleihen. Vor allem bei Extrembedingungen während der Temperaturerfassung soll das sowohl die Betriebssicherheit als auch die Lebensdauer der Messfühler erhöhen.
Die Komponente soll für viele mess- und prüftechnische Applikationen - zum Beispiel in Hochspannungs- oder E-Mobility-Anwendungen - eine Reihe von Vorteilen bieten: etwa eine längere Standzeit der Sensoren, mehr konstruktive Freiheiten beim Einbau, eine höhere Betriebssicherheit sowie eine Installation ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen.
"Die Anschlusshülse hat Gehäusefunktion und sitzt an einer neuralgischen Stelle der Sensoren. Sie ist verantwortlich für den umfassenden Schutz der fragilen Verbindung zwischen der feinen Messspitze und den hauchdünnen Ausgleichsleitungen. Das bedeutet konkret, die Hülse muss gegen Feuchtigkeit abdichten, eine Zugentlastung sicherstellen und vor allem gegen hohe Temperaturen beständig sein", erläutert Adrian Strojny, Produktmanager bei Hotset. Dazu müsse man wissen, dass an der Messspitze eines Thermosensors Temperaturen von bis zu 1.100°C anliegen können und die Ausgleichleitungen für bis zu 400°C - im Sonderfall auch bis 600°C - ausgelegt seien. Als Bindeglied müsse die Übergangs- bzw. Anschlusshülse hier mithalten können.
Der Weg zur neuen HPS 400 führte die Entwickler von Hotset über mehrere Versuchsstadien mit verschiedenen Werkstoffen. Neben den üblichen Standardanforderungen (Feuchtigkeitsdichte, elektrische Isolierung etc.) kam als dritte Zielsetzung hinzu, dass sie sich spritzgießen lassen sollte. "Unsere ersten Ansätze mit verschiedenen technischen Kunststoffen genügten unseren hohen Ansprüchen nicht. Als wir aber begannen, mit Verbundmaterialien zu arbeiten, kristallisierte sich eine Lösung heraus", berichtet Adrian Strojny.
Die Entscheidung fiel schließlich auf einen Hybridwerkstoff, der sämtliche Anforderungen erfüllen soll und in ersten Vorserien inzwischen seine Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt habe. "Dieser Werkstoff ist geradezu eine Ideallösung. Seine Temperaturbeständigkeit liegt sogar über den von uns geforderten 400°C und gibt uns die Möglichkeit, die neue HPS 400 im Spritzgussverfahren zu produzieren - wesentlich schneller und kostengünstiger als die Edelstahlhülsen", sagt Adrian Strojny.
Die neue Anschlusshülse ist den Angaben zufolge wasser- und staubdicht nach IP 67 ist (abhängig von der eingesetzten Leitung). Aktuell angeboten wird sie für Mantelthermoelemente und Mantelwiderstandsthermometer mit Durchmessern von 1,0 mm und 1,5 mm. Weitere Ausführungen sind laut Hotset bereits in Vorbereitung.
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