Coperion hat mit dem "DewTector" ein Feuchtigkeitsmessgerät für Schüttgüter vorgestellt, das insbesondere auf Anwendungen in der Kunststoffherstellung und im Kunststoffrecycling ausgerichtet ist. Das zum Patent angemeldete System dient der automatisierten Online-Messung der Oberflächenfeuchte von Kunststoffgranulaten und soll Verarbeitern helfen, Feuchtigkeitswerte kontinuierlich zu überwachen und qualitätsrelevante Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Feuchtigkeit in Kunststoffgranulaten kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen unzureichende Trocknung, defekte Wasserabscheider, undichte Waschdüsen sowie äußere Einflüsse wie Regen oder Kondensation. Werden erhöhte Feuchtigkeitswerte nicht rechtzeitig erkannt, kann dies die Produktqualität beeinträchtigen, zu Reklamationen führen und die Einhaltung vorgegebener Feuchtigkeitsgrenzwerte erschweren. Besonders im Recycling ist die Kontrolle trockener Eingangsmaterialien eine wichtige Voraussetzung für stabile Verarbeitungsprozesse.
Der "DewTector" arbeitet mit einem Teilstrom des Schüttguts, der in eine druckdichte Produktkammer geleitet wird. Dort wird die an einen Luftstrom abgegebene Feuchtigkeit erfasst. Ein Hygrometer analysiert den Wassergehalt der Luft. Da ausschließlich die Feuchtigkeit gemessen wird, sollen die Ergebnisse nicht durch andere Stoffe oder Änderungen der Materialzusammensetzung beeinflusst werden.
Nach Angaben von Coperion benötigt das System keine umfangreiche Kalibrierung für unterschiedliche Materialien oder Rezepturen und kommt ohne Chemikalien aus. Dadurch soll der Aufwand für Betrieb und Wartung reduziert werden. Die Messgenauigkeit wird mit +5 Prozent bis −15 Prozent angegeben, bezogen auf einen Feuchtigkeitsbereich von mehreren tausend ppm bis hin zu einigen hundert ppm. Das Gerät ermöglicht bis zu zehn Messungen pro Stunde.
Mit dem System adressiert Coperion eine Schwachstelle bisheriger Verfahren. Manuelle Feuchtekontrollen erfolgen häufig nur stichprobenartig und sind entsprechend zeit- und personalaufwendig. Automatisierte Alternativen wie kapazitive Verfahren oder Mikrowellenresonanzmessungen gelten dagegen oft als komplex, kostenintensiv und kalibrierungsintensiv. Der "DewTector" soll hier eine einfachere Lösung für die kontinuierliche Prozessüberwachung bieten.
Durch die automatisierte Erfassung der Oberflächenfeuchte kann das Gerät den abschließenden Angaben zufolge zur Prozesskontrolle in der Kunststoffproduktion und im Recycling beitragen. Ziel ist es, Feuchtigkeitsabweichungen früher zu erkennen, manuelle Probenahmen zu reduzieren und die Konsistenz der Materialqualität besser abzusichern.
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