Das Deeptech-Startup Furanova will im Chemiepark Gendorf in Burgkirchen eine Pilotanlage zur Herstellung von biobasierten Kunststoff-Rohstoffen errichten. Wie der Standortbetreiber InfraServ Gendorf mitteilt, soll das Unternehmen seine bislang in Raubling angesiedelten Aktivitäten schrittweise nach Gendorf verlagern. Die Inbetriebnahme der Pilotanlage ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Im Mittelpunkt der Technologie steht die Herstellung von 2,5-Furandicarbonsäure (FDCA). Die Verbindung gilt als wichtiger Ausgangsstoff für biobasierte Polymere wie Polyethylenfuranoat (PEF), das unter anderem als mögliche Alternative zum petrochemisch hergestellten PET eingesetzt werden kann.
Furanova nutzt nach eigenen Angaben Zucker und erneuerbaren Strom als Ausgangsstoffe beziehungsweise Energiequelle. In einem elektrochemischen Prozess wird zunächst ein Furan-Zwischenprodukt erzeugt und anschließend zu FDCA oxidiert. Parallel dazu fällt grüner Wasserstoff an. Das Unternehmen will damit die Produktion zweier industriell nutzbarer Produkte in einem Prozess verbinden.
Noch im Herbst 2026 will Furanova zunächst Büroräume im Chemiepark beziehen. Die Pilotanlage soll anschließend auf der rund 3.500 Quadratmeter großen Ansiedlungsfläche "Base One" entstehen, die InfraServ speziell für Pilotanlagen von Start-ups und Scale-ups eingerichtet hat. Perspektivisch sind am Standort auch eine Demonstrationsanlage und später eine Produktionsanlage geplant. Langfristig rechnet Furanova laut InfraServ mit 60 bis 80 Arbeitsplätzen in Gendorf.
Für PEF nennt Furanova unter anderem bessere Barriereeigenschaften gegenüber Kohlendioxid, Sauerstoff und Wasserdampf als bei PET. Einsatzmöglichkeiten sieht das Unternehmen neben Verpackungen auch bei technischen Kunststoffen, Fasern und Polyurethanen. Ziel von Furanova ist es, die entwickelte FDCA-Technologie bis in den industriellen Maßstab zu überführen und anschließend zu vermarkten beziehungsweise zu lizenzieren.
Der Chemiepark Gendorf baut derzeit gezielt sein Angebot für industrielle Deeptech-Unternehmen aus. Mit dem Programm "Home of Bavarian Deeptech" und der Fläche "Base One" sollen junge Technologieunternehmen beim Übergang von Pilot- und Demonstrationsanlagen zur industriellen Produktion unterstützt werden.
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