Mit der "Global Antioxidants and Light Stabilizers Alliance" (Gala) hat sich eine neue internationale Industrievereinigung für Antioxidantien und Lichtstabilisatoren gegründet. Die Organisation umfasst zum Start 20 Unternehmen und soll die regulatorische und wissenschaftliche Zusammenarbeit zu diesen Additivgruppen weltweit koordinieren. Sie baut auf der bisherigen europäischen Initiative "Elisana" auf, erweitert deren Ansatz jedoch geografisch und hinsichtlich der Mitgliederbasis.
Im Mittelpunkt steht die regulatorische Bewertung von Antioxidantien und Lichtstabilisatoren, die unter anderem in Kunststoffen, Beschichtungen, Klebstoffen und Elastomeren eingesetzt werden. Antioxidantien schützen Polymere insbesondere vor oxidativem Abbau, während Lichtstabilisatoren die Alterung durch UV-Strahlung begrenzen. Gala will hierzu technische und wissenschaftliche Daten bündeln und den Austausch mit Behörden, politischen Entscheidungsträgern und weiteren Beteiligten organisieren. Zu den regulatorischen Zielen gehören die Bewertung der sicheren Handhabung über den Lebenszyklus, die Erarbeitung wissenschaftlicher und sozioökonomischer Daten sowie Untersuchungen zur Substituierbarkeit einzelner Additive.
Die Gründung reagiert nach Angaben der Organisation auf die zunehmende regulatorische Dynamik für Chemikalien in verschiedenen Weltregionen. Während "Elisana" im Wesentlichen europäisch ausgerichtet war, gehören Gala nach eigenen Angaben 20 Unternehmen aus mehreren Regionen an. Auf der Mitgliederliste stehen unter anderem Basf, Clariant, Dover, Everlight, Rianlon, Songwon, Syensqo, Vanderbilt und Fujian Disheng.
Zum Vorsitzenden des Steering Committee wurde Thomas Schmutz von Songwon ernannt. Stellvertretende Vorsitzende ist Mira Cancara von Basf. Die Funktion des Secretary übernimmt Dieter Drohmann von Consortia Management, einem Unternehmen aus dem Umfeld der Chemservice Group. Consortia Management ist auf das Management regulatorischer Konsortien und den Umgang mit Stoffdaten und Zugriffsrechten im Rahmen der Chemikaliengesetzgebung spezialisiert.
Die fachliche Arbeit soll zunächst in drei Task Forces organisiert werden. Diese befassen sich mit strategisch relevanten Additivfamilien für Kunststoffe, Beschichtungen, Klebstoffe, Kautschuk und weitere Polymeranwendungen. Zu ihren Aufgaben gehören die strukturierte Zusammenführung vorhandener Daten, die Koordination neuer wissenschaftlicher Informationen sowie die Unterstützung regulatorischer Bewertungsverfahren. Weitere Arbeitsgruppen sollen entsprechend künftiger regulatorischer Prioritäten eingerichtet werden.
Ergänzt wird das Steering Committee durch ein Technical Committee. Dessen Vorsitz übernimmt Henry Luo, Director Application Technology bei Rianlon. Als Co-Chairs fungieren Lucy Pan, Product Manager bei Fujian Disheng, sowie Olga Lemke aus dem Bereich Global Product Stewardship Solutions bei Basf. Rianlon ist unter anderem Anbieter von Antioxidantien, UV-Absorbern und Lichtstabilisatoren; Fujian Disheng konzentriert sich auf UV-Absorber und gehinderte Amin-Lichtstabilisatoren (HALS).
Die internationale Aufstellung der Allianz ist insbesondere vor dem Hintergrund unterschiedlicher regulatorischer Verfahren relevant. Gala will dabei keine eigenständige regulatorische Instanz bilden, sondern als gemeinsame Plattform der beteiligten Hersteller und weiterer Unternehmen wissenschaftliche Daten und Branchenpositionen für regulatorische Verfahren bereitstellen. Die Organisation nennt als Ziel unter anderem angemessene regulatorische Maßnahmen auf Grundlage technischer Daten und eine stärkere internationale Abstimmung beim Risikomanagement von Antioxidantien und Lichtstabilisatoren.
Weitere News im plasticker