9.-10. September 2026, Erfurt
Die wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen für die deutsche Kunststoffverarbeitung stehen im Mittelpunkt der TecPart-Jahrestagung "Trends der Kunststoffverarbeitung", die am 9. und 10. September 2026 in Erfurt stattfindet. Unter dem Motto "Richtung geben, Zukunft gestalten" befassen sich Vertreter aus Kunststoffverarbeitung, Kunststoffrecycling und wichtigen Abnehmerbranchen mit den Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige Produktion in Deutschland.
Die Branche ist weiterhin mit einer schwachen Konjunktur, hohen Standortkosten, geopolitischen Unsicherheiten, zusätzlichen regulatorischen Anforderungen und einem wachsenden Transformationsdruck konfrontiert. Gleichzeitig müssen Unternehmen in neue Technologien, effizientere Prozesse, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung investieren. Die Tagung soll deshalb technische, wirtschaftliche und industriepolitische Lösungsansätze zusammenführen.
Techniksessions für einzelne Verarbeitungsverfahren
Das Veranstaltungsprogramm beginnt am 9. September mit parallelen Techniksessions für Spritzgießer, Thermoformer sowie Compoundierer und Recycler. Die neue Struktur greift nach Angaben des Veranstalters Rückmeldungen aus früheren Tagungen auf und soll den fachlichen Austausch zu verfahrensspezifischen Fragestellungen vertiefen.
Im Mittelpunkt stehen technische Entwicklungen, Materialeigenschaften, industrielle Anwendungen und Prozesslösungen. Der regulatorische, konjunkturelle und politische Ausblick wird am zweiten Veranstaltungstag behandelt.
Kreislaufwirtschaft, Resilienz und wirtschaftliche Prävention
Der 10. September ist als gemeinsamer Auditoriumstag angelegt und bündelt branchenübergreifende Themen. Den Auftakt bilden Beiträge zu technologischen Innovationen und geschlossenen Materialkreisläufen.
Prof. Dr. Florian Puch von der Technischen Universität Ilmenau stellt aktuelle Entwicklungen in der Kunststofftechnik vor. Carina Barbara Antonin von Hirschmann Automotive befasst sich mit den Auswirkungen der europäischen Altautoverordnung auf Automobilzulieferer. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie geschlossene Materialkreisläufe unter den regulatorischen und technischen Anforderungen der Automobilindustrie umgesetzt werden können.
Weitere Vorträge behandeln die organisatorische und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit von Unternehmen. Dominik Bredel von PwC untersucht Maßnahmen zur operativen Resilienz im Spannungsfeld von Regulierung, künstlicher Intelligenz und neuen Bedrohungslagen. Der Sanierungsspezialist Holger Perrey erläutert, welche wirtschaftlichen Kennzahlen Unternehmen in unsicheren Zeiten besonders beachten sollten und wie sich Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen lassen.
Digitalisierung und Effizienzsteigerung in der Produktion
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf digitale Produktionsprozesse und betriebliche Effizienz. Dr. Stephan Dörfler von der Auguris GmbH und Dr. Axel Tome von der Concept AG behandeln Möglichkeiten, Abläufe in Produktion und Verwaltung zu optimieren.
Dabei geht es unter anderem um den Einsatz digitaler Systeme, die frühzeitige Erkennung betrieblicher Risiken und die Verbesserung von Prozessabläufen. Die Beiträge sollen zeigen, an welchen Stellen Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen Produktivitätsreserven erschließen können.
Strukturwandel und Standortbedingungen
Den industriepolitischen Abschluss bildet eine Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Prof. Dr. Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts, befasst sich mit den Folgen des Strukturwandels und den daraus entstehenden Chancen für den Industriestandort.
Anschließend gibt Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John einen politischen Impuls. In einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Industrie soll erörtert werden, welche wirtschafts- und industriepolitischen Maßnahmen erforderlich sind, um den Strukturwandel zu bewältigen und die Wettbewerbsfähigkeit der Kunststoffverarbeitung in Deutschland zu erhalten.
Zu den zentralen Themen gehören verlässliche Standortbedingungen, Investitionsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen, regulatorische Planungssicherheit sowie die Weiterentwicklung von Materialkreisläufen, Risikomanagement und Produktionsprozessen.
Begleitende Fachausstellung
Parallel zur Tagung findet an beiden Veranstaltungstagen eine Fachausstellung statt. Unternehmen aus der Zuliefer- und Abnehmerindustrie technischer Kunststoffanwendungen präsentieren dort Materialien, Produkte, Dienstleistungen sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Die Ausstellung ist in die Pausen- und Veranstaltungsbereiche integriert und dient dem Austausch zwischen Kunststoffverarbeitern, Recyclern, Zulieferern, Anwenderbranchen und Forschungseinrichtungen. Für die Jahrestagung werden rund 150 Teilnehmer erwartet.
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