Der finnische Konzern UPM erwirbt vom niederländischen Chemieunternehmen Avantium das Verfahren Ray Technology zur Herstellung von biobasiertem Monoethylenglykol (MEG) und Monopropylenglykol (MPG).
Laut Pressemitteilung umfasst die Transaktion das entsprechende Patentportfolio von Avantium sowie Erfindungsangaben im Zusammenhang mit der Technologie. Das Verfahren ermöglicht u.a. die Herstellung des PET-Vorprodukts MEG aus pflanzlichen Zuckern. Angaben von Avantium zufolge beläuft sich das finanzielle Volumen der Vereinbarung auf etwa 2,7 Mio. EUR.
UPM erweitert mit dieser Übernahme strategisch ihr IP-Portfolio und sichert sich damit zusätzliche Optionen für den weiteren Ausbau des Geschäfts mit biobasierten Chemikalien. Nach eigenen Angaben ist UPM dabei das erste Unternehmen, das die Produktion von Chemikalien auf Basis lignozellulosehaltiger Biomasse im industriellen Maßstab realisiert. Der aktuellen Aussendung zufolge wird derzeit die entsprechende Fertigung in der Bioraffinerie am deutschen UPM-Standort in Leuna in Betrieb genommen.
UPM-Manager Harald Dialer erklärte: "Die Kombination des Ray-Technology-Patentportfolios von Avantium mit unserer eigenen Plattform erweitert unsere zukünftigen Prozessoptionen und festigt die Premium-Marktposition, die wir mit unserem 100 % UPM Bio PET erreicht haben. Diese Transaktion bestätigt die Rolle von UPM als Vorreiter beim Aufbau einer wettbewerbsfähigen europäischen industriellen Bioökonomie."
In der Sparte UPM Next Generation Renewables entwickelt der Konzern nachhaltige, holzbasierte Alternativen zu fossilen Rohstoffen, die von erneuerbaren Glykolen und funktionellen Füllstoffen auf Ligninbasis bis hin zu erneuerbarem Diesel und Naphtha reichen. Außer in Leuna betreibt UPM dazu eine weitere Bioraffinerie im finnischen Lappeenranta. Insgesamt der beschäftigt UPM weltweit rund 15.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 9,7 Mrd. EUR.
Die an den Börsen in Amsterdam und Brüssel notierte Avantium gilt als führendes Technologieunternehmen im Bereich der erneuerbaren Chemie. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung neuer Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen auf pflanzlicher Basis. Das Unternehmen betreibt dazu Anlagen an den niederländischen Standorten Delfzijl und Geleen bei Sittard.
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