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09.01.2026

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Dezember 2025

Typenübergreifend endet das Jahr zumeist im Rollover / Gedrosselte Anlagen und lange Weihnachtsferien wegen schwacher Nachfrage / Anziehen der Order im ersten Halbjahr?

PE: Es fiel den Verarbeitern meistens leicht, den Bestrebungen der Erzeuger zu trotzen, die ihre Preise anheben wollten. Im Ergebnis der Verhandlungen stand oft Preisstabilität – aufgrund des Rollovers beim Vorprodukt Ethylen sowie mauer Abrufe. Nach wie vor sind es Importmengen, die verhindern, dass der Markt trotz der andauernden Drosselungen der europäischen Anlagen in die Balance findet. Wie zum Jahresende üblich, stellten vielerorts die Verarbeiter ihre Produktionen nach der Monatsmitte ab und begannen mit Wartungs- und Inventurarbeiten. Nicht selten wurden Teile der Belegschaft schon früh in die Weihnachtsferien geschickt. Die Frage, die alle Akteure beschäftigte, lautete: Wie geht es 2026 weiter? Das große Segment der Verpackungen sorgt zwar fortlaufend für recht stabile Abrufe. Aber fast alle Verarbeiter wollen das benötigte Material am liebsten auf den letzten Drücker und so günstig wie möglich einkaufen, um gegenüber der heimischen Konkurrenz einen Vorteil zu haben und wenigstens im Ansatz mit den Billigpreisen aus Asien mithalten zu können. Die Aussichten, dass es ihnen gelingt, sind jedoch: schlecht. Ein Anziehen der Nachfrage im ersten Halbjahr wird nicht erwartet. Die Preisgestaltung dürfte daher hauptsächlich davon abhängen, wie gut die Produzenten die Kontrolle über das Angebot behalten.


PP: Dem einen oder anderen Akteur dürfte es wohl recht sein, dass das Jahr 2025 endlich zu Ende ist. Zumindest gab man sich an den Verhandlungstischen größte Mühe, die Monatsgespräche für Dezember schnell abzuschließen. Die Abschlüsse folgten oftmals der Vorgabe des Vorprodukts Propylen und hielten die Preise auf Vormonatsniveau. Wer noch Material kaufte, tat dies zumeist, um noch Mengen für seinen Jahresbonus zu erreichen – und auch nur im Gegenzug für weitere Preiszugeständnisse. Wie zum Jahresende üblich, waren Erzeuger wie Verarbeiter darauf erpicht, ihre Lagerbestände abzubauen, um die Bilanz etwas aufzupäppeln. Der Markt bei den Homo-Qualitäten war deutlich überversorgt. Bei den Copo-Qualitäten und den Compounds war das Überangebot nicht ganz so massiv zu spüren. Die Aussichten für das Jahr 2026 sind vielerorts noch trüb. Nur überzeugte Optimisten erwarten eine zeitnahe Besserung. Dass der Propylenkontrakt für Januar um 30 EUR/t nachgegeben hat, dürfte jedoch weitere Preisanpassungen – wenn auch nicht im vollen Umfang der Monomerverbilligung – zur Folge haben. Daher dürfte sich die Stimmung zumindest bei Verarbeitern etwas aufklären.


PVC: Die Preisentwicklung der PVC-Notierungen orientierte sich stark an der Bewegung des Vorprodukts Ethylen. Entsprechend wurde der Monatskontrakt für PVC im Rollover geschlossen. Für Dezember gab es sonst ohnehin nicht viel zu besprechen, vielmehr widmete man sich schnell den Jahresgesprächen für 2026. Das Angebot war mehr als ausreichend, die Nachfrage entsprechend des Jahresendes sehr gering. Eine unerfreuliche Überraschung gab es dann doch noch: die Insolvenzverkündung von Vynova Wilhelmshaven. Dies führte unweigerlich dazu, dass einige Verarbeiter sich nochmal im Rahmen der Jahresgespräche neu orientieren mussten. Bei denen, die ihre Verhandlungen bereits mit anderen Lieferanten abgeschlossen hatten, trübte es die Stimmung. Der Vorfall unterstreicht den aktuell katastrophalen Zustand der europäischen PVC-Industrie. Angesichts der schwierigen Lage  werden Erzeuger versuchen, den Rückgang des Ethylen im Januar von 25 EUR/t nicht weiterzugeben – zumal die neuen Startpreise für 2026 bereits eine Anpassung nach unten bedeuten.


PS: Im Dezember 2025 hat die acht Monate währende Abwärtsbewegung der Preise für Styrolkunststoffe ein Ende gefunden. Nachdem die Styrol-Referenz im Jahresendmonat erstmals seit Langem wieder angezogen hatte (+21 EUR/t), drehten auch die Notierungen für Polystyrol und EPS geringfügig nach oben. Bei ABS reichte es derweil nur für einen (teils starken) Rollover, weil bei den übrigen Komponenten der Kostenrückgang von Butadien (-40 EUR/t) den Anstieg bei ACN (+20 EUR/t) überwog. Die Nachfrage nach Styrolkunststoffen blieb im Dezember insgesamt dünn. Zwar fielen die Bestellungen bei Polystyrol nicht ganz so schlecht aus wie erwartet, aber bei ABS und EPS hatten die Bedarfe weiterhin viel Luft nach oben. Denn zu der mauen Konjunktur gesellten sich die geringe Zahl der Produktionstage, weil viele Betriebe verlängerte Werksferien einlegten, sowie der Umstand, dass viele Verarbeiter den Aufbau von Lagerbeständen aus bilanziellen Gründen scheuten. Im Januar werden die Preise für Polystyrol und EPS wohl erneut leicht anziehen, nachdem der Kontraktpreis für Styrol abermals etwas zugelegt hat (wieder +21 EUR/t). Bei ABS dürfte es hingegen wohl wieder auf einen Rollover hinauslaufen, da die Rückgänge von Butadien (-20 EUR/t) und ACN (-36 EUR/t) die Aufwärtsdynamik von Styrol egalisieren.  


PET: Wie zu erwarten, tat sich im europäischen PET-Markt im Dezember 2025 wenig. Die Nachfrage blieb wie gehabt schwach, die Geschäfte verliefen entsprechend flau. Alle Blicke waren längst auf das Jahr 2026 gerichtet. Unter dem Strich führte die Lage weit überwiegend zu besonnenem Rollover. Für den Jahresbeginn erwartet niemand einen großen Schub. Abwarten und Teetrinken lautet die Devise. Von Seiten großer Abnehmer ist zu hören, dass sie gezielt Material aus europäischer Produktion kaufen wollen, um sich unabhängiger von Importen aus Asien zu machen und so ihre Versorgungsstabilität zu erhöhen. Damit sickern die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend in die Kalkulationen der hier tätigen Unternehmen ein – eine sehr interessante und vermutlich auch zwangsläufige Entwicklung. Insgesamt wird es im Januar wohl nur geringe Änderungen geben.

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