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08.10.2025

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste September 2025

Es tut sich wenig bis nichts am Markt / Notierungen werden fortgeschrieben, Nachfrage erholt sich nicht / Für Oktober nur ein ganz leichtes Anziehen der Ordertätigkeit erwartet

PE: Der leichte Aufschlag für das Vorprodukt Ethylen (C2; +5 EUR/t) konnte in den Verhandlungen nicht eingepreist werden. Bei den meisten Typen sorgte ein Überangebot am Markt, vor allem ausgelöst durch üppige Importe aus Asien und den USA, für sinkende Preise. Einen Hoffnungsschimmer sendet das Verpackungssegment, das eine zum Teil robuste Ordertätigkeit generiert, dank Lebensmittel und Pharma. Für den Oktober zeichnet sich wieder mehr Preisstabilität ab: Zum einen erlebte das Vorprodukt einen Rollover und wurde auf Vormonatsniveau fixiert. Zum anderen schwang in den KI-Panelgesprächen leichter Optimismus mit, dass die Nachfrage, wenn auch verspätet, wieder etwas anziehen könne. Wegen der Nullrunde beim C2 rechnen Experten damit, dass sich der Fokus bei den Verhandlungen im Oktober verschieben wird – und zwar weg vom einzelnen Monat und hin auf das Gesamtjahr 2026. Die verhandelten und bewegten Volumina im Schlussquartal dürften überschaubar bleiben. Einige Erzeuger werden daher versuchen, die Gespräche auf das neue Jahr zu lenken, um ihre Absatzvorstellungen dort zu platzieren. Auf der Weltleitmesse „K“ dürfte die Stimmung gedämpft sein: Mit einer merklichen und nachhaltigen Belebung der Nachfrage rechnen die meisten erst von der zweiten Jahreshälfte 2026 an.


PP: Vom anfänglichen Vorhaben der Produzenten, die Preise hochzuschrauben, blieb bis zur Monatsmitte nichts mehr übrig. Da die Bedarfssituation kaum Impulse aufwies, wurden zunehmend die Sonderdeals des Vormonats in die Verhandlungen für September übernommen. Erzeuger setzten die Mengen über den Preis. Somit kam es trotz des Rollovers beim Vorprodukt Propylen oft zu Anpassungen nach unten bis in den mittleren zweistelligen Bereich. Im Markt herrschte nach wie vor Überversorgung. Vor allem, weil weiterhin die Importe sprudelten, änderten daran auch die Produktionsprobleme eines Erzeugers, der im Monatsverlauf FM ausrief, nichts. Laut Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat belaufen sich die Importe in die EU27 für das laufende Jahr schon auf rund 990.000 t. Die Dringlichkeit, Material einzukaufen, verspürte kaum ein Verarbeiter. Die Auftragslage blieb auch nach den Ferien wenig berauschend. Für den Oktober wurde der C3-Kontrakt auf Vormonatsniveau fixiert. Da sich an den Fundamentaldaten des Marktes nicht viel ändern wird, sind wohl abermals stabile bis leicht sinkende Preise zu erwarten. Ein Hauch von Optimismus ist bei den Verarbeitern noch zu spüren. Der eine oder andere Panelteilnehmer geht für Oktober nochmal von etwas mehr Bedarf aus. Entsprechend könnte sich das Niveau von katastrophal auf nur noch schlecht „verbessern“.


PVC: Im September zeigten sich die PVC-Notierungen weitgehend stabil. Zwar forderten einige europäische Produzenten zunächst Aufschläge von bis zu 50 EUR/t, gestützt auf die leichte Erhöhung des Ethylenkontrakts (+5 EUR/t), doch die schwache Nachfrage machte diese Ambitionen zunichte. Importmengen aus Übersee sorgten trotz starker Drosselungen der europäischen Anlagen für ein mehr als ausreichendes Angebot, während die Bauindustrie und die Automobilbranche erneut keine Nachfrage-Impulse setzen konnten. Infolgedessen blieben die meisten Abschlüsse auf Rollover-Niveau. In Ausnahmefällen wurde das Preisniveau sogar etwas abgesenkt. Für den Oktober mit der Weltleitmesse „K“ ist wohl mit gedämpfter Stimmung zu rechnen. Impulse, die auf eine Belebung der Nachfrage hoffen ließen, erwartet keiner mehr. Infolge der unwirtschaftlichen Situation der PVC-Produzenten haben viele ihr Engagement für dieses Event deutlich zurückgefahren. Dennoch wird man erste Gespräche für das Jahr 2026 auf der Messe führen. Dem einen oder anderen Produzenten, der im aktuellen Jahr bei den Zuteilungen der Volumen etwas kürzer kam, dürfte einiges daran liegen, für die Kontraktgespräche wieder mehr in den Fokus zu rücken. Vor diesem Hintergrund dürften die Preise zum Jahresende allenfalls seitwärts tendieren und dem Abschluss für Ethylen folgen, für einige Vereinbarungen sind auch Abschläge wahrscheinlich.


PS: Die Talfahrt geht weiter. Die Preise für Styrolkunststoffe gaben im September 2025 den nunmehr sechsten Monat in Folge nach. Wie in den Vormonaten hatten rückläufige Rohstoffkosten und die schwache Nachfrage die Weichen für weitere Abschläge gestellt. Zu Monatsbeginn hatten die Produzenten noch versucht, einen Teil der gesunkenen Kosten einzubehalten, um die Margen wieder etwas nach oben zu bringen. Aber vergebens: Schon bald orientierte sich die Höhe der Preissenkungen für Polystyrol und EPS in der Regel an dem Umfang der Styrol-Ermäßigung (-46 EUR/t). Mit etwas mehr Varianz bei den Abschlüssen folgten auch die ABS-Preise mehrheitlich der Kostenentwicklung. Jedoch gab es bei allen Styrolkunststoffen auch Abnahmepakete mit nicht verallgemeinerbaren Sonderkonditionen, wenn Anbieter die Absatzmengen steigern wollten. Allgemein blieb die Nachfrage sehr flau. Die Bedarfe zogen nach der Urlaubszeit weit weniger stark an als erhofft – nach wie vor mangelt es schlicht und einfach an positiven Impulsen. An der Gemengelage wird sich auch im Oktober nichts ändern: Die Ordertätigkeit bleibt mau, und rückläufige Spotnotierungen deuten darauf hin, dass die Styrol-Referenz weiter nachgeben wird. Im Windschatten dessen werden die Notierungen der Styrolkunststoffe wohl auch noch einen siebten Monat in Folge nach unten gehen. 


PET: Der europäische PET-Markt schleppte sich im September 2025 mühselig über die neunte Runde. Die angeschlagenen europäischen Erzeuger hingen angesichts einer taumelnden Nachfrage in den Seilen. Spürbare Zugeständnisse bis in dreistellige Bereiche waren notwendig, um überhaupt noch etwas zu verkaufen. Derweil boten sich Importe an, ohne jedoch irgendeine belebende Kraft zu spenden. An den Marktbedingungen wird sich voraussichtlich nichts ändern. Die PX-Referenz für September ist Ende des Monats noch nicht gefunden, so dass ein impulsbringender Punch von dieser Seite unklar ist. Deshalb bleibt der Preisdruck bestehen. Breitflächig dreistellige Notierungen wären nicht überraschend.

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