Standard-Thermoplaste Mai 2021 -- K Messe

14/07/2021

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Mai 2021

Plateaubildung deutet sich an / Stellenweise erste Nachlässe möglich / Vorproduktkosten spielen wieder eine Rolle / Aufwärtstrend bei PVC und ABS bleibt wegen Materialengpässen wohl intakt

PE: Im Mai 2021 ließen sich die dreistelligen Aufschläge, die Produzenten trotz des geringfügigen C2-Aufschlags (+5 EUR/t) zu Monatsbeginn noch gefordert hatten, nur bei PE-LD und EVA durchsetzen. Bei PE-LLD und PE-HD verlor der Aufwärtstrend hingegen deutlich an Dynamik. Material war zwar weiter knapp, aber die Nachfrage ließ angesichts des bereits hohen Preisniveaus merklich nach.


Im Juni werden die Notierungen wohl weiter steigen, da sich Ethylen um 30 EUR/t verteuerte. Allerdings dürften die Preiserhöhungen wieder stärker die Kosten widerspiegeln, von dreistelligen Anhebungen ist keine Rede mehr. Einzig EVA könnte noch einmal in diesem Umfang nach oben gehen.


PP: Die Notierungen stiegen im Mai den sechsten Monat in Folge. Grund dafür war einmal mehr die angespannte Versorgungslage, denn der geringe Anstieg der C3-Referenz (+10 EUR/t) bot keinen Anlass für die Aufschläge von 50 bis 80 EUR/t für Standard-PP. Allerdings verliert die Hausse offenbar an Dynamik. Dreistellige Aufschläge, die die Erzeuger noch zu Monatsbeginn angepeilt hatten, ließen sich in der Breite nicht mehr durchsetzen.


Vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Nachfrage dürfte das Potenzial der PP-Produzenten für weitere Margenausweitungen weitgehend ausgeschöpft sein. Kostenseitig verzeichnete C3 im Juni einen Anstieg von 40 EUR/t.


PVC: Treibende Kraft für die im zwölften Monat steigenden Preise war die angespannte Versorgungslage; mit der Kostenentwicklung von C2 hatte die Bemessung der Aufschlagshöhe nichts mehr zu tun. Jedoch fielen die Preisanhebungen im Mai – anders als in den beiden Vormonaten – in der Regel nicht mehr dreistellig aus. Verarbeiter hofften bereits, die nachlassende Dynamik könnte Vorbote einer Trendwende sein. Doch dann erreichte kurz vor Monatsende eine weitere Force-Majeure-Meldung den Markt, und es bleibt abzuwarten, wie die Branche darauf reagiert.


Sollten sich die Versorgungsengpässe durch das Wiederanfahren anderer Produktionsanlagen und der Zunahme von Importen aber etwas entzerren, würde die Hausse im Juni wohl weiter an Dynamik verlieren.


PS: Nach sieben Monaten mit zum Teil nie da gewesenen Aufschlägen und Rekordpreisen werden die Notierungen im Juni 2021 voraussichtlich nach unten drehen. Grund dafür ist der Absturz der Styrol-Referenz (-401 EUR/t), nicht aber eine etwaige Verbesserung der angespannten Marktlage. Mengen bleiben knapp – insbesondere bei ABS, inzwischen aber auch zunehmend bei EPS.


Die im Mai erreichten Höchstpreise bei sämtlichen Styrolkunststoffen machen es den Verarbeitern zunehmend schwer, die Materialkosten bei den eigenen Fertigwaren einzupreisen. Der Widerstand aus den Folgemarktstufen wächst, deshalb begrenzten viele Anbieter die Aufschläge auf die Kostenweitergabe.


PET: Die seit Januar laufende Preiswelle lief in Europa aus und brach sogar. Die Produktionslage verbesserte sich zusehends, die PTA-Engpässe weiteten sich. Zugleich wurden vor allem am Mittelmeer wieder erste Importmengen gesichtet. Hingegen fiel die erwartete Nachfragebelebung aus dem Getränkemarkt mit einem für Mai ungewöhnlich kühlen und nassen Wetter aus. In der Folge wurden sehr hohe Preisspitzen gekappt, große bis mittlere Mengen wurden unter Hinweis auf steigende Vorproduktkosten gerade noch so auf Rollover diszipliniert.


Die Normalisierung sollte an allen Fronten voranschreiten, sodass Luft aus der ausgedehnten Preisblase entweichen dürfte. Nachlässe scheinen recht sicher, die Höhe wird dabei wohl von der weiteren Wetterentwicklung abhängen.

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