Viele Schulutensilien blicken auf eine längere Materialgeschichte zurück. Der Radiergummi etwa entstand durch einen Zufall: Bis ins 18. Jahrhundert radierte man Bleistiftstriche mit zusammengekneteten Brotkrumen. 1770 griff der britische Instrumentenbauer Edward Nairne versehentlich zu einem Stück Kautschuk statt zur Brotkugel – und entdeckte dessen Löschkraft. Erst durch die Vulkanisation, die Charles Goodyear 1839 fand, wurde aus dem klebrigen Naturkautschuk ein haltbares Elastomer.
Auch die Schreibgeräte erzählen Werkstoffgeschichte: Frühe Füllfederhalter wurden aus Ebonit, einem Hartgummi und Celluloid gefertigt – letzteres, um 1868 von John Wesley Hyatt entwickelt, gilt als einer der ersten thermoplastischen Kunststoffe und ersetzte Elfenbein. Anfang des 20. Jahrhunderts meldete Leo Hendrik Baekeland Bakelit zum Patent an, den ersten vollsynthetischen Kunststoff, aus dem später Gehäuse, Schalter und Stiftteile entstanden.