Textilabfälle stellen die Kreislaufwirtschaft vor große Herausforderungen. Allein in der Europäischen Union fielen 2020 rund 6,95 Millionen Tonnen Textilabfälle an. Besonders schwierig zu verwerten sind gemischte, polyesterhaltige Abfälle, beispielsweise aus Fast Fashion, Arbeitsbekleidung oder industriellen Reinigungstextilien.
Wie sich solche Reststoffe dennoch als Rohstoff nutzen lassen, untersuchte die Machbarkeits- und Potenzialstudie „Anwendungen für das Biopolymer Polyhydroxybutyrat (PHB) aus Textilabfällen“, kurz TexPHB. Beteiligt waren das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, das Beneficial Design Institute und die matterr GmbH, ehemals RITTEC 8.0 Umwelttechnik. Das Projekt wurde vom Land Brandenburg gefördert.
Das Ergebnis: Selbst Textilien aus der niedrigsten Abfallkategorie lassen sich grundsätzlich als Ausgangsmaterial für die Herstellung von PHB nutzen. Alle 18 im Rahmen der Studie getesteten Textilabfalltypen konnten depolymerisiert werden. Damit konnte die grundsätzliche technische Machbarkeit des Ansatzes nachgewiesen werden.