Gibt es Materialien, die für Ihre Maschinen eine Herausforderung darstellen?
Dr. Schmitz: Grundsätzlich können unsere Maschinen alle Materialen verarbeiten. Wichtig ist die Beratung unserer Kunden. Wir müssen verstehen, was ihre Bedarfe sind, wohin sie sich entwickeln wollen. Wenn es zum Beispiel um das Thema MDO geht, haben wir Kunden, die bereits in der 24/7- Produktion sind. Was aber nicht funktionieren wird, ist ein sehr breites Produktportfolio mit einer Maschine abzudecken. Man kann nicht heute PCR fahren und morgen MDO-PE. Es geht darum, auf einer Maschine sinnvoll und wirtschaftlich zu produzieren und dann die Richtige auszuwählen.
Wie ist die Regelungsdichte in der EU im Vergleich zu anderen Märkten?
Veismann: Auf den Wachstumsmärkten in Asien, also in Indien und in China finden wir unterschiedliche Regulierungen, die mit unterschiedlicher Geschwindigkeit angepasst werden. Aber die Regulierungsdichte in der EU ist besonders hoch. Sowohl was die Anforderungen an die Wirtschaftsunternehmen selbst als auch die Anforderungen an den Verpackungsmarkt angeht. Man denke nur an die Nachhaltigkeits-Reporting-Pflichten oder das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Das alles verursacht erhebliche Kosten für europäische Unternehmen. Kosten, die natürlich an Kunden weitergegeben werden und damit ein Wettbewerbsnachteil sind.
Dr. Schmitz: Die Regeln in der EU sind alle gut gemeint. Insbesondere bei nachhaltiger Verpackung schauen alle ja auch auf Europa, was Monomaterialverbunde und Lebenszyklus der Verpackung insgesamt angeht. Diese Vorreiter-Position ist richtig für Europa. Aber es gibt auch Anforderungen, die völlig unrealistisch sind. Warum zum Beispiel muss ich eine Lebensmittelverpackung zwingend wieder zu einer Lebensmittelverpackung machen?
Der European Green Deal scheint zugunsten einer wirtschaftsorientierteren Denkweise in den Hintergrund gerückt.
Veismann: Es gibt Hoffnung, dass eine Veränderung der politischen Schwerpunkte stattfindet. Bei aller Richtigkeit, die hinter der Regulierung steckt: Die Geschwindigkeit, die Konsequenz und die Sprunghöhe, die wir in Europa generieren, sind eine Gefährdung für unseren Standort, und das bekümmert uns natürlich. Meine Überzeugung ist: Es hilft niemandem, wenn wir Europa aus dem Spiel nehmen, weil es unwirtschaftlich wird.
Was erwarten Sie von der K?
Dr. Schmitz: Die K ist für mich ein Familientreffen, die Gelegenheit sich auszutauschen, Orientierung zu geben. Diese persönlichen Treffen sind dabei sehr wertvoll und alle nehmen Impulse mit, nicht nur unsere Kunden, auch wir profitieren sehr davon.
Veismann: Wer die Messe besucht, kommt chancengetrieben. Wir wollen Begeisterung für die Maschinen vermitteln, für die Chancen, die sich daraus ergeben. Wir versuchen, Visionen zu transportieren. Wir definieren uns weniger über den Maschinenverkauf, wir definieren uns über die Partnerschaftlichkeit und die Mehrwerte, die sich daraus bieten.